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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Danu
Danu (bzw. Anu; walis. Dôn) gilt als Mutter des irischen Göttergeschlechts. Obschon die beiden Namen vor der schriftlichen Fixierung verschiedenen Göttinnen zugeordnet worden sein mögen, werden sie mittlerweile synonym gebraucht. «Cormacs Glossar» aus dem X.Jahrhundert nennt Anu „mater deorum hybernensium”, und das Namensverzeichnis «Cóir Anmann» spricht ihr besonders das Gedeihen des Munster county zu, also die Fruchtbarkeit des Landes, denn nur dadurch ist das Wohl der Pflanzen, Tiere und Menschen gesichert.
Die Kelten schauten die kosmische Weisheit in dreierlei Gestalt: als frühlingshafte Jungfrau weiss, als sommerliche Mutter rot und als herbst-winterliche Wandlerin (Todesgöttin) schwarz. Danus drei Farben wurden in der aufbrechenden Neuzeit als die Kennfarben Schneewittchens überliefert.
Zwei sanft gerundete Hügel von 693 und 696 Metern Höhe südöstlich von Killarney, auf denen zuoberst je ein cairn sitzt, um die Silhouette noch mehr anzudeuten, heissen auf irisch Dá Chich Annan (~ die zwei Brüste der Anu; engl. "The Paps"): Hier liege die grosse Muttergöttin (vgl. Durga) für jeden sichtbar in der Landschaft ausgestreckt, mehr noch, sie sei die Landschaft, die „Mutter Erde”, ja die Verkörperung Irlands. Auch wenn sie durch Zeit und Raum noch so viele verschiedene Namen erhielt, etwa Banba, Brigit, Macha usw., sie stellt das Urbild jenes Kräftespiels dar (vgl. Schakti), das hervorbringt, nährt, gedeihen lässt, aber auch wie die indische Kali zerstört. Ihre Kinder nimmt sie nach Tod oder Absetzung wieder zu sich, was für Sterbliche und Unsterbliche gleich gilt.
Gewiss verehrten die Festlandkelten ebenfalls diese Göttermutter. Noch im Mittelalter ging von der Bretagne der weitverbreitete Kult der heiligen Anna aus, die als Mutter Mariens die Grossmutter Jesu war. Die Flussnamen Don und Donau erinnern ebenfalls an Danu.
In Grossbritannien kann sie noch im Volksglauben gefunden werden, in England zB. als "Black Annis" von Dane's Hill in der Vorstadt von Leicester, als scheusslicher Kinderschreck; in den schottischen Lowlands hingegen als "Gentle Annie", die Macht über Stürme hat.
nach «Lexikon der keltischen Mythologie»
und «Was Engel uns heute mitteilen wollen»; S.121
Danu, Dana Die größte Göttin des alten Irland war Herrscherin über einen Clan von Gottheiten, die zunächst Tuatha De Danann («Volk der Danu») genannt wurden, aber in späterer Zeit eine Abwertung zu → Feen, den Daoine Sidhe, erfahren mußten. Der Name der Göttin stammt von dem keltischen Wort dan, das «Wissen» bedeutet, und sie war wahrscheinlich dieselbe Göttin wie die walisische → Don. Einige Forscher halten sie für identisch mit → Anu, während andere behaupten, sie sei ein Aspekt von → Brigit. Zwar gibt es keine Sagen mehr, die konkrete Aufschlüsse über ihre Bedeutung geben könnten, aber daß sie eine herausragende Stellung unter den alten irischen Gottheiten eingenommen hat, bleibt unzweifelhaft.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.72