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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Schakti
Schakti (Shakti ~ Kraft) heisst im Indischen die schöpferische weibliche Urenergie vergleichbar dem chinesischen Dschi. Durch sie wird alles erschaffen, aber auch zerstört (wodurch sie die Entwicklung vorantreibt). Der Hinduismus personifiziert sie meist als Göttin. Im männlich Schöpferischen wird sie als innewirkende Gemahlin erfahren; je nach Gott tritt sie als Durga, Lakschmi, Parwati usw. auf. Das Volk verehrt in Kamakschi ihre höchste Manifestation. Das Tantra symbolisiert die Schakti in der Joni (~ Vulva mit Vagina), welche, mit dem Lingam Schiwas vereinigt, die Einheit aller Polaritäten ausdrückt (die offenbare Wirkungsweise der Trinität).
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
Shakti Im hinduistischen Indien wird das Göttliche symbolisiert von einem Phallus (lingam), der von einer Vulva (yoni) umgeben ist, was besagen soll, daß die Energie einer Göttin die animierende Kraft eines Gottes ist und ihn erst belebt. Der männliche Teil des Göttlichen wurde demnach primär als passiv und indifferent begriffen und erst durch den weiblichen Teil, die Inspiration, zu kreativem Handeln befähigt. Deshalb zeigen hinduistische Künstler in religiösen Darstellungen die Göttin beim Geschlechtsakt auf dem Gott, um seinen lustlosen Körper anzuregen.
Der Kult der → Devi oder Mahadevi, also der Großen Göttin, scheint im vorarischen Indien allgemein verbreitet gewesen zu sein. Das sich über Generationen hinziehende Eindringen der Indogermanen mit ihrer patriarchalischen Mythologie führte auch zur religiösen Eroberung des Gebiets. Aber die Verehrer der alten Gottheiten gaben ihre Glaubensvorstellungen nicht auf, und als sich die Indogermanen mit den eingeborenen Rassen mischten, begannen auch die Göttinnen in den indischen religiösen Texten wieder aufzutauchen. Schließlich war in der Komplexität des Hinduismus die Göttin als Shakti oder Göttliche Energie vom männlichen Gott nicht mehr zu trennen.
Jeder Teil der hinduistischen Dreifaltigkeit [Trimurti] hatte seine eigene Shakti: → Maya belebte den schöpferischen Brahma; → Lakshmi trieb die Kräfte des beschützenden Vishnu an; und → Parvati oder → Kali war die Gefährtin Shivas in seinem zerstörerisch wirkenden Aspekt.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.251