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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Brigantia
Brigantia (von brig ~ Hoheit, Machtfülle) gehört in die Reihe der dreifachen Muttergottheiten (vgl. Danu), deren Kult bis in die Steinzeit zurückverfolgt werden kann, und dürfte mit der irischen Brigit identisch sein. Sie personifizierte das Siedlungsland und schützte es in Kriegszeiten. In der Friedenszeit behütete sie die Herden und als Fluss wie zB. Braint oder Brent die Fruchtbarkeit des Bodens.
Die Brigantes, eine Konföderation keltischer Stämme mit beträchtlichem vorkeltischen Anteil, siedelten schon Jahrhunderte bevor die Römer um 43v Südengland eroberten zwischen dem Mersey und der schottischen Grenze. In der Eroberungszeit regierte die Königin Cartimandua diesen Verband, dessen Einigkeit in der Verehrung der Brigantia als oberste Göttin und gemeinsame Mutter lag. Eine Inschrift von Irthington an die „deæ Nymphæ Brigantiæ” deutet auf eine Heilerfunktion hin. Und am Ostufer des lacus Brigantinus lag auf einem Hügel hinter den Kiesbänken das oppidum Brigantium.
ABGEBILDET ist sie namentlich nur im vergleichsweise jungen und stark klassisch beeinflussten Relief von Birrens (heute im Besitz des National Museum of Antiquities of Scotland, Edinburgh) und zwar als gekrönte, auf einer Kugel stehende Göttin mit den Attributen der Minerva bzw. Athene.
nach «Lexikon der keltischen Mythologie»
Brigantia Im keltischen Irland war → Brigit eine der größten Göttinnen, und die keltischen Briten verehrten dieselbe Göttin unter dem Namen Brigantia. Als Ahnengöttin des Stammes, der ihren Namen trug, der Briganten, wurde sie besonders in Yorkshire verehrt. An sie erinnern die Namen der Flüsse Briant in Anglesey und Brent in Middlesex. Möglicherweise stellte man sie sich niemals in menschlicher Form wor, sondern verehrte sie als die Macht der rauschenden Flüsse und rollenden Hügel ihres Landes.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.54