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Zitatensammlung
Teil 2
Zitate von Elisabeth VREEDE zu
KOMETEN
Unser Sonnensystem hat schon eine lange und komplizierte Vergangenheit hinter sich, und das, was sich in ihm befindet, steht daher auf verschiedener Stufe der Entwicklung - oder des Zurückbleibens. So sind die Kometen [~ Haarsterne] solche Wesen, die noch auf der Stufe des alten Mondendaseins stehen, die sich nicht voll nach den Gesetzen des heutigen Planetensystems benehmen können. Rudolf Steiner hat wiederholt hervorgehoben, er habe schon 1906 (88) darauf hingewiesen, dass für die Kometen Stickstoff und Stickstoffverbindungen wie das Cyan eine Rolle spielen müssen, entsprechend der besonderen Rolle, die dem Stickstoff auf dem alten Monde zukam. Als dann [im Frühjahr] 1910 der Halleysche Komet spektroskopisch betrachtet werden konnte, wurde diese geisteswissenschaftliche Tatsache voll bestätigt (89), indem Blausäure - das Cyan - im Spektrum des Kometen nachgewiesen wurde (90).
Nun bilden aber die Kometen gerade den kosmischen Gegenpol zum heutigen Mond, der in anderer Weise etwas nicht ganz «Zeitgemässes» ist, der seine Entwicklung übersprungen hat, zu früh in die Verhärtung eingetreten ist, während die Kometen flüchtig, elementarisch geblieben sind, geistig zwar, aber mit einer nicht den übrigen Verhältnissen des Kosmos entsprechenden Körperlichkeit.
Rudolf Steiner hat besonders in der Zeit, als der Halleysche Komet am Wiedererscheinen war [(...)], wiederholt auf diesen Gegensatz zwischen Lunarischem und Kometarischem hingewiesen (91) als auf das kosmische Urbild eines anderen, menschlichen Gegensatzes, nämlich des Männlichen und Weiblichen im Sinne der Körperlichkeit. So wie der Mond seine Entwicklungsphase überschritten hat, zu früh in den Jupiter-Entwicklungszustand hineingegangen ist, dadurch verhärten musste, so ist der männliche Leib über den geeigneten Punkt der Entwicklung hinausgeschossen, ist verhärtet, zu sehr in die Materie hinabgestiegen. Der weibliche Leib dagegen ist zurückgeblieben hinter dem wahren Punkt der Entwicklung, ist zu weich, zu geistig geblieben, hat sich nicht genügend mit der Materie verbunden, er entspricht dem Kometen. Für den Kosmos ist eine Mitte, eine normale Stufe zwischen beiden Extremen von Mond und Kometen in Sonne und Erde gegeben; für den Menschenleib ist diese wahre Mitte nicht repräsentiert, es gibt nur die beiden Extreme.
Man kann hinweisen auf den Zeitpunkt, wo die Kometen in der Entwicklung des Planetensystems zurückgeblieben sind. Unser Sonnensystem hat seine jetzt geltende Gesetzmässigkeit eigentlich erst in der Mitte der atlantischen Zeit angenommen. Da wurde bei einem himmlischen Konzil von geistigen Wesenheiten beschlossen, dass die Planeten in Zukunft sich in bestimmten Bahnen nach besonderen Umlaufszeiten bewegen sollten. Diesen Umlauf besorgten nunmehr die «Geister der Umlaufszeiten», Nachkommen der Seraphime und Cherubime. Und so haben wir seit jener Zeit ein errechenbares Planetensystem. Nur die Kometen blieben ausgenommen. Sie sollten keine bestimmten Bahnen in bestimmten Zeiträumen beschreiben wie die Planeten. Sie werden von den Seraphimen und Cherubimen direkt in die physische Welt hineingeschickt, um ganz bestimmte Impulse zu verwirklichen. «So etwas Elementares, etwas, was aufrüttelt und in einer gewissen Beziehung notwendig ist, um den fortschreitenden Gang der Entwicklung vom Kosmos aus in der richtigen Art zu unterhalten, so etwas ist das Kometarische» (5. 3. 1910)(92). Rudolf Steiner vergleicht das Auftreten eines Kometen mit dem Erscheinen eines Neugeborenen in einer Familie, es ist das Neue, im Grunde Unberechenbare, das den gewöhnlichen Verlauf des Alltags durchbricht, das auch in der Familie neue Verhältnisse hervorruft, die sich zunächst gar nicht überschauen lassen. So haben eben die Kometen bestimmte Aufgaben im Sonnensystem zu verrichten.
[...] So wie bei Sonnenfinsternissen Böses von der Erde hinweg in das Weltall gelassen wird, so haben die Kometen die Aufgabe, astral-reinigend im Planetensystem zu wirken. Sie sind ein «äusseres Zeichen einer inneren Gesetzmässigkeit», sagte Rudolf Steiner. Nur folgen sie nicht einer streng rhythmischen Gesetzmässigkeit wie die Finsternisse. Sie erscheinen zunächst ganz willkürlich, als ein blosses geistiges Kraftzentrum, ziehen die schlechte Astralität an sich, und nachdem sie ihre Reise vollendet haben, laden sie gewissermassen diese schlechten Kräfte wieder in den allgemeinen Kosmos ab.[a] [...] Wenn auch nur wenige zu äusserer Sichtbarkeit besonders für das unbewaffnete Auge gelangen, so wissen wir doch seit Kepler - und die heutigen Beobachtungsmöglichkeiten haben diesen Ausspruch voll bestätigt -, dass Kometen zahlreich sind wie die Fische im Meer. Für die Reinigung der astralen Atmosphäre wird somit gründlich gesorgt.
Wenn so von einer allgemeinen Mission der Kometen gesprochen wird, sind im wesentlichen die einmalig erscheinenden nicht-periodischen Kometen gemeint. [...] Sie können an irgendeinem Punkt des Himmels zuerst auftreten, sei es am Nordpol oder Südpol, am Äquator oder irgendwo dazwischen. Andere Aufgaben haben wiederum die periodischen Kometen,[b] deren Wiedererscheinen man oft mit mehr oder weniger grosser, aber niemals mit vollkommener Exaktheit angeben kann. [...]
Es ist bekannt, dass die Kometen sich in Kegelschnittbahnen um die Sonne bewegen, die in einem [der beiden] Brennpunkt[e] steht. Die heutige Astronomie nimmt seit Kepler auch für die Planeten eine elliptische Bahnform an, die sich aber von einer Kreisform kaum unterscheidet, während die kometarischen Ellipsen viel mehr ovale, bei einigen sogar ausserordentlich langgestreckte Formen haben. Die Ellipse als Kometenbahn tritt, da sie die einzige geschlossene Form bei den Kegelschnitten ist (vom Kreise abgesehen), nur bei den periodischen Kometen auf. Diese durchlaufen, wenigstens anscheinend, immer wieder dieselbe Bahn, wie das auch bei den Planeten der Fall ist. Doch werden bisweilen Bahnen für elliptische angesehen, deren Kometen dann doch nicht zurückkehren. [...] Die wirklich beobachtete Strecke ist so klein, dass aus den darauf gegründeten Berechnungen nur schwer zu unterscheiden ist, ob es sich um eine elliptische (periodische) oder eine parabolische (nicht-periodische) Bahn handelt. [...]
Doch werfen die Mitteilungen Rudolf Steiners noch ein anderes Licht auf diese Frage. Er hat öfter ausgeführt, dass im Grunde genommen, mit nur ganz wenigen Ausnahmen, der Komet sich immer auflöst, wenn er dem physischen Blick entschwindet (7. Vortrag)(5). Kommt ein Komet scheinbar auf derselben Bahn wieder zurück, so hat er sich doch wieder neu gebildet. Er ist in der Zwischenzeit [(...)] nicht in unserer dreidimensionalen Welt vorhanden. Er entsteht erneut als geistiges Kraftzentrum «auf der anderen Seite». [...]
S.222ff
Es soll damit nicht gesagt sein, dass alle Kometen bei ihrem Periheldurchgang [Durchgang durch den sonnennächsten Punkt] aus der Sonne heraus kommen. Die meisten werden ja tatsächlich entdeckt, bevor sie die Sonnensphäre erreichen (102). Aber wir müssen sowohl in der Sonne selbst, als auch in der Marssphäre wichtige Kräfte suchen, die an dem Zustandekommen der Kometen mitbeteiligt sind. Man kann den Kometen mehr physikalisch als eine «durch den Raum ziehende Reibung von ponderabler und imponderabler Materie» betrachten, wie ihn Rudolf Steiner im «Astronomischen Kurs»(31) nennt. Man kann ihn geistig als einen Sendboten der höchsten Hierarchien ansehen. Er schiebt sich «wie ein blosser Lichtschein vorwärts», aber er ist nicht oder bleibt nicht bloss ein solcher, sondern das, was aus der Sonne heraus [nämlich aus den Sonnenflecken] in das Weltall geworfen wird, das durchzieht die Marssphäre durch ihre Kräfte mit der Substanz, die dann den [sehr kleinen] Kern des Kometen ausmacht, und die Sonnensphäre wirkt mit ihrer Astralkraft auf den Schweif, dessen Leuchtekraft dadurch gewaltig zunimmt. [...] Man braucht bloss zu bedenken, dass in den mit den Kometen verwandten Meteor[it]en und auch in dem Kometenkern selbst Eisen festgestellt wurde, dass Eisen andererseits die Grundsubstanz der Marssphäre bildet, um den Zusammenhang zu finden. [...]
Wir wissen aus den Vorträgen über «Die geistigen Wesen in den Himmelskörpern und Naturreichen»(5), dass die Throne die eigentlichen Gruppenseelen der Mineralien bilden. Wären aber nur die regelmässig fortschreitenden Throne und die normalen Geister der Form da, so könnten die Mineralien niemals die feste Gestalt zeigen, die wir an ihnen kennen. Dazu bedarf es der Gegenwirkung, der mächtigen Opposition der zurückgebliebenen Geister des Willens und der Geister der Form, die sich den anderen Geistern entgegenwerfen. Zwischen Jupiter und Mars [im Asteroidengürtel] geht dieser Kampf vor sich, dort ist das Kampffeld der Hierarchien, das kosmische «Marsfeld» [campus Marti(u)s]! Aus der Sonnensphäre wirkt die andere Wesenhaftigkeit [Michael], die dieses zurückgebliebene Wesen nicht will, es hinauswirft durch die Sonnenflecken; beide Impulse zusammen verbinden sich zu den Kometen und Meteor[it]en, bei den ersteren entsteht insbesondere dasjenige, was an den Kometen auch das Feste, Mineralische ist, der Kern.
Betrachten wir dasjenige, was Rudolf Steiner im Jahre 1910 (92) oder auch 1912 im Helsingforser Zyklus (5) über die Kometen gesagt hat, so sehen wir, dass er dort ein Bild entwirft, das der gleichsam gottgewollten Mission der Kometen entspricht, ihrer Aufgabe, eine astral-reinigende Tätigkeit auszuüben oder auch einen besonderen Impuls in die Menschheitsentwicklung hineinzubringen. Betrachten wir hingegen dasjenige, was die [Natur]Wissenschaft an den Kometen am meisten interessiert,[c] so sehen wir wiederum, dass es eigentlich das Zurückgebliebene, das Abnorme ist, das sich in den Phänomenen äussert, was dann insbesondere zur Materiebildung führt, zum Mineralischen oder auch, wie bei der äusseren Hülle der Sonne, zur Gasbildung, zum Ponderablen also. Dadurch, dass man bei diesem «Ponderablen» stehen bleibt (gewogen kann es natürlich nicht werden, wenn es sich nicht auf der Erde befindet, sondern bloss errechnet), kommt eben der Materialismus hinein. Betrachtet man auch das sogenannte Ponderable als den Ausdruck von geistigen Wesenheiten und deren Kampf gegen andere Wesenheiten, dann enthüllen sich tiefe Rätsel der Weltenentwicklung.
S.235f
5) Rudolf Steiner, Die geistigen Wesen in den Himmelskörpern und Naturreichen (Helsingfors 3.-14. 4. 1912), Zyklus 21. GA 136, 4. Aufl., Dornach 1974.
31) Rudolf Steiner, Das Verhältnis der verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebiete zur Astronomie (Stuttgart, 1.-18. Januar 1921) [heute GA 323].
88) Rudolf Steiner, Die Evolution der Planeten und der Erde (Paris, 11. 6. 1906), in Kosmogonie, GA 94, Dornach 1979.
89) Das Wichtige hier ist, dass Rudolf Steiner geisteswissenschaftlich das Cyan als Bestandteil des Kometen erforscht hat. Die Tatsache, dass schon im Jahre 1881 Sir William Higgins aus dem Spektrum des Kometen Cruls-Tebbutt (1881 III = 1881 1b), das überhaupt das erste Spektrum eines Kometen war, auf Cyan im Kometen schloss - dieses Ergebnis wurde im Jahre 1910 beim Halleyschen Kometen dann voll bestätigt -, macht Rudolf Steiners unabhängige Erkenntnis nicht weniger wertvoll.
90) Siehe Anmerkung 91 (5. Vortrag), 92 und 93 (1. Vortrag)
91) Rudolf Steiner, Der Christus-Impuls und die Entwickelung des Ich-Bewußtseins (Berlin 1909/10), Zyklus 17. GA 116, 3. Aufl., Dornach 1961.
92) Rudolf Steiner, Die Geheimnisse des Weltenalls. Kometarisches und Lunarisches (Stuttgart, 5. 3. 1910), Dornach 1937, und in: Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt. GA 118, 2. Aufl., Dornach 1977.
93) Rudolf Steiner, Die Offenbarungen des Karma (Hamburg, 16.-28. 5. 1910), Zyklus 12. GA 120, 6. Aufl., Dornach 1975.
102) Auch über den Kometen von 1843 ist später in einigen Berichten - deren Aussagen aber nicht gesichert sind - bekannt geworden, dass er vor dem Periheldurchgang gesehen wurde.
aus «Astronomie und Anthroposophie»
a] oder werden mit ihnen von Sonne, Jupiter oder Saturn abgefangen und einverleibt
b] nämlich einen sich rhythmisch wiederholenden Impuls in die Welt zu schicken, wobei es Jupiter-orientierte Kometen (Periode 3-7a; je länger die Periode, desto schmaler die Bahnellipse) gibt, Saturn-orientierte (Periode 13-17a), Uranus-orientierte (Periode 33-46a) und Neptun-orientierte (Periode 61-76a)
c] wie zB. wieder während der ESA-Mission Rosetta