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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu
SONNEN- und MONDFINSTERNIS
Wenn eine Sonnenfinsternis da ist, dann geht unter den veränderten Verhältnissen desjenigen Teiles der Erde, auf den die Sonnenfinsternis eine Wirkung hat, doch etwas ganz anderes vor sich, als wenn die Sonnenfinsternis nicht da ist. Wenn wir wissen, daß die Sonnenstrahlen zu uns dringen und die Willensstrahlen der Sonne entgegendringen, so werden wir uns auch vorstellen können, wie eine Sonnenfinsternis auf die Willenstrahlen, die nun geistig sind, einen gewissen Einfluß haben kann. Die Lichtstrahlen hält der Mond auf, das ist ein rein physischer Vorgang. Die Willensstrahlen können durch die physische Materie des Mondes nicht aufgehalten werden. Sie strahlen hinein in das Dunkel, und es ist einmal eine Zeit, wenn auch eine kurze, da, in welcher dasjenige, was auf der Erde willenhaft ist, anders in den Weltenraum hinausströmt, als es hinausströmt, wenn nun keine Sonnenfinsternis ist. Das Physische des Sonnenlichtes verbindet sich sonst immer mit den ausgesandten Willensstrahlen. In diesem Fall gehen die ausgesandten Willensstrahlen in einem Strahlenkegel ungehindert in den Weltenraum hinaus. Die alten Eingeweihten haben gewußt: In einem solchen Falle bewegt sich in den Weltenraum hinaus alles dasjenige, was der Mensch an ungezügeltem Willen, an ungezügelten Instinkten und Trieben in sich hegt. Und die alten Eingeweihten haben ihren Schülern erklärt: Unter gewöhnlichen Verhältnissen wird dasjenige, was der schlechte Wille des Menschen hinausstrahlt in den Weltenraum, von den Sonnenstrahlen in einer gewissen Weise verbrannt, so daß es nur dem Menschen selber schadet, aber nicht im Kosmos Schaden anrichtet. Wenn aber eine Sonnenfinsternis ist, dann ist die Gelegenheit dazu vorhanden, daß die Schlechtigkeit der Erde in allen Weltenhimmeln sich verbreitet. Da haben wir ein physisches Ereignis, das durchaus einen geistigen Inhalt hat.
Und wiederum, wenn Mondfinsternis ist - nun ja, das moderne Bewußtsein sagt: Da steht die Erde zwischen Sonne und Mond, deshalb sieht man den Schatten der Erde auf dem Monde. - Das ist eine physische Erklärung. Aber wiederum wußte der alte Initiierte, daß da ein Geistiges zugrunde liegt, daß, indem der Mond verfinstert ist, die Gedanken durch die Dunkelheit hinunterströmen, daß sie also eine innigere Beziehung zu dem Unterbewußten des Menschen haben als zu dem Bewußten. Und die alten Eingeweihten sagten oftmals im Gleichnisse zu ihren Schülern - ich übersetze es in die moderne Sprache: Die schwärmerischen Menschen gehen bei Vollmondschein spazieren; diejenigen Menschen aber, welche die Teufelsgedanken aufnehmen wollen aus dem Weltenall, nicht die guten Gedanken, die gehen bei Mondenfinsternis spazieren.
Da haben wir wiederum das Herankommen an ein Geistiges bei einem physischen Ereignis. Wir können nicht in der alten Form diese Dinge aufnehmen, das würde zum Aberglauben führen. Aber wir müssen wiederum dahin kommen, in einzelnen wichtigen Weltenereignissen auch das Geistige sehen zu können. Denn in der Tat ist es so, daß wenn in jedem Jahre sich Sonnen- und Mondenfinsternisse wiederholen, diese gewissermaßen, ich möchte sagen, «entgegengesetzte Ventile» sind. Ventile werden ja angebracht, damit kein Schaden entsteht, damit sie sich öffnen zur rechten Zeit, zum Beispiel den Dampf auslassen. Diese Ventile, die in den Welterscheinungen als Sonnen- und Mondenfinsternisse auftreten, sind gerade dazu da, damit dasjenige, was, wenn es sich um eine Sonnenfinsternis handelt, als Schlechtigkeit auf der Erde sich verbreitet, in luziferischer Weise in den Weltenraum hinausgetragen werden kann und dort weiteres Unheil anrichtet, während die Mondenfinsternisse dazu eingerichtet sind, daß zu denjenigen Menschen, die ganz besonders von bösen Gedanken besessen werden wollen, die bösen Gedanken des Weltenalls kommen können. Mit vollem Wissen wird ja so etwas nicht mitgemacht, aber die Sachen sind real, wirklich ebenso real, wie die Anziehung eines Magneten auf gewisse Eisenteilchen ist. Das sind Kräfte, die im Weltenall wirken, geradeso wie diejenigen, die wir heute studieren in der Klinik oder im chemischen oder physikalischen Laboratorium.
Dornach, 25.Jun.1922/SO
aus «GA 213»; S.38ff