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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
SCHAUEN AM SEE, AUF DEM BERG und IM HAUS
An dem See - es kann das natürlich ersetzt werden auch in der Stadt, aber nur mit großen Kräften; was jetzt gesagt wird, ist besonders für das gültig, was mehr oder weniger von selbst kommt -, am Wasser, in den Nebelmassen ist das hellsichtige Bewußtsein besonders gestimmt, Imaginationen, alles Imaginative zu empfinden und das anzuwenden, was es schon erreicht hat.
Auf dem Berge, bei der verdünnten Luft, bei dem andersartigen Verhältnis der Verteilung von Sauerstoff und Stickstoff ist das hellsichtige Bewußtsein mehr dafür gestimmt, Inspirationen durchzumachen, Neues an hellseherischen Kräften entstehen zu lassen. Daher ist der Ausdruck «den Berg hinansteigen» nicht bloß symbolisch gemeint, sondern die Bergverhältnisse begünstigen die Möglichkeit, neue okkulte Kräfte in sich auszubilden. Und der Ausdruck «an den See gehen» ist auch nicht bloß symbolisch gemeint, sondern er ist gerade deshalb gewählt, weil das Mit-dem-See-in-Berührung-Kommen das imaginative Schauen, das Anwenden der okkulten Kräfte begünstigt.
Und am schwersten haben es die okkulten Kräfte, wenn man bei sich ist, in seinem eigenen Hause, gleichgültig, ob man schließlich allein zu Hause ist oder ob die Angehörigen dabei sind. Denn während es bei einem Menschen, der längere Zeit am See gelebt hat, verhältnismäßig leicht ist - wenn alles stimmt - zu glauben, dass er durch den Schleier der Körperlichkeit Imaginationen hat, und während es leichter ist bei einem Menschen, der in den Bergen lebt, daran zu glauben, dass er höher hinaufsteigt, so hat man bei einem Menschen, der zu Hause ist, bloß das Gefühl, dass er außer seinem Leibe ist, dass er «von Sinnen» ist. Nicht dass er die okkulten Kräfte nicht entwickeln könnte, aber es stimmt nicht so zu der Umgebung, es scheint in bezug auf die Umgebung nicht so natürlich wie in den entsprechenden anderen Fällen, am See oder auf dem Berg.
Basel, 22.Sep.1912/SO
aus «GA 139»; S.150f