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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Dorian SCHMIDT zu
SOLARANLAGEN und SCHMERZ
Deshalb seien hier zur Anwendung von Solaranlagen [a] stichpunktartig einige Gedanken vorgetragen, die sich einer - oft vorgegebenen - Kurzzeit-Diskussion nicht entfalten lassen.
1. Nach Rudolf Steiner ist Elektrizität ‹gefallener› Lichtäther. Das heißt, dass im Solarzellenprozess eine übersinnliche Kraft unter Umgehung der sinnlichen Stufe in eine untersinnliche Kraft verwandelt wird. Das ist ein äußerst grober, um nicht zu sagen brutaler Vorgang, der nicht zu vergleichen ist mit der Bildung von Elektrizität durch mechanische Energie, bei der in der Materie vorhandene Elektrizität gehortet, Spannung mechanisch durch Polarisierung gewonnen, aber nicht aus Licht ‹erzeugt› wird.
2. Die Umwandlung in den Solarzellen ist auch ein seelisch-moralischer Prozess. Er ist in der Umgebung von Solaranlagen bei aufmerksamer Betrachtung deutlich zu erleben und wirkt auch im unbewussten Leben der Menschen als Verhärtungskraft im Lebendigen, aber auch im Moralischen weiter. Steiner benennt im Landwirtschaftlichen Kurs die Wirkung von Elektrizität auf das Lebendige als sklerotisierende Wirkung.
3. Der Mensch ist nach wie vor in seiner einfallsreichen ‹kreativen›, ‹lichten› Intelligenzleistung von einer Mindestdichte des ungestörten Sonnenlichtes abhängig. Die schleichende Verlagerung in ein nur rationales Kombinationsdenken wird in einer Umgebung mit großflächigen Solaranlagen ebenso gefördert wie durch hohe Intensitäten elektromagnetischer Strahlungsenergie. Der pausenlose Ruf nach ‹Innovation› scheint die gleiche Reaktion auf eine sich entwickelnde Notlage zu sein wie der Ruf nach ‹Wellness›, der eine Reaktion auf das instinktive Erleben einer durchgreifenden schleichenden Schwächung der Ätherhüllen ist, mit dem Empfinden einer permanenten ‹Unwellness›.
4. Die unbefangene Beobachtung der Solarzellen wird getrübt durch irreführende Begriffe wie ‹Grüner Strom›. Einen solchen gibt es nicht. Elektrizität ist moralisch nicht neutral, sonderen hat wie jede physikalische Kraft auch eine geistige ‹Rückseite›. Im Falle der Elektrizität ist die geistige, wesenhaft getragene Idee die der ‹Abwendung vom Kosmos› zur Wahrung absoluter, uneingeschränkter ‹Eigensouveränität›.*
5. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft hat die Aufgabe, unter Entwicklung der Hof-Individualität die landwirtschaftliche Produktion wieder an den Kosmos anzuschließen. Deshalb kann eine wirtschaftlich relevante Produktion von elektrischer Energie nicht deren Aufgabe sein. Insbsondere nicht durch die Vernichtung der geistigen Seite der Sonnenkräfte. Für bereits installierte Flächen müsste man einen Ausgleich finden, eine Art Heilmittel, das es sicher auch gibt, das dann aber eben ein Heilmittel ist.
6. Die unbefangene Beobachtung der Solarzellen wird ebenso durch Gefühle wie ‹Ich tue etwas Gutes› getrübt. Solche Gefühle sind gesamtgesellschaftlich zu hinterfragen. Es gibt keinen Mangel an elektrischer Energie, auch unter Verzicht auf Atomkraftwerke nicht. Dagegen gibt es einen Mangel an ökonomischem Umgang mit der wirtschaftlich kostbaren Kraft Elektrizität. Elektrizität wird in einem ungeheuren Maß verschwendet. Man denke zum Beispiel an den Werbeaufwand in der Wirtschaft. Es ist zu hinterfragen, welche Rolle die Elektrizität in einem Wirtschaftssystem spielt, das in inzwischen anachronistischer Weise auf Konkurrenz, unbegrenztem Wachstum und damit zwangsweise verbunden auch auf systematischer Bedürfnismanipulation basiert, die enorme Mengen an Energie verschlingt. Letzteres ist für den Gesichtspunkt der Energieverschwendung wichtig. Man denke etwa an den Kraftaufwand, der allein für die Entwicklung von ‹Mode-Strömungen› im Design von Kraftfahrzeugen notwendig ist, um konkurrenzfähig zu bleiben. Oder man denke an die Produktion von Kunststoff-Billig-Wegwerfartikeln mit extrem kurzlebiger Lebensdauer und ohne Reparaturmöglichkeit ... oder an die Tag und Nacht überall laufenden Computer ... [b]
Es sollte deutlich geworden sein, dass sich eine Moralität aus der Sache letztlich aus einer geisteswissenschaftlichen Empirie ergibt. Eine solche weitet zugleich den Blick für eine Beurteilung der Gegenwartskultur und damit auch für daran sich etablieren wollende konkrete Projektvorhaben. Zugleich deutet sich auch eine Perspektive an, die notwendig wäre, um die zukünftige Menschheitsentwicklung wieder an die geistige Welt anzubinden.
* Vgl. Hans-Christian Zehnter: Strahlende Erscheinung, ‹Goetheanum› Nr.19/2010.
in »Das Goetheanum« 27·2010; S.7
Für die moralische Fragwürdigkeit, Solarzellen zur Stromproduktion anzuwenden, führt Schmidt zwei Punkte an: Erstens: Die Unternatur der Elektrizität wird mit kosmisch-astraler Sonnenenergie gespeist. Zweitens: Den Lichtwesen wird Schmerz zugefügt.
Zu 1: Elektrizität als Unternatur zu bezeichnen und damit abzulehnen, scheint mir zu kurz zu greifen. Wie ausgeführt, können elektrische Phänomene auch in Organismen gemessen werden. Sie führen uns in das Gebiet der chemischen Wirksamkeiten im Lebendigen. Die Verträglichkeit von Elektrizität und Leben ist eine Frage der Dosis. Ich möchte vielmehr fragen: Ist es möglich, mit der Elektrizität so umzugehen wie Hegel mit dem logischen Denken, das dieser, in den Worten Steiners, Ahriman [c] abgerungen hat?¹
Zu 2: Wie sind Schmerzen von Elementarwesen, die im Irdischen ihre Ursache haben, zu verstehen? Im Vortrag vom 4.Juni 1909² diskutiert Steiner im Zusammenhang der Entstehung unseres Planeten das Thema Schmerz- und Leidempfinden von Geistwesen und mahnt an: «... gegen das Gesetz der okkulten Welt können wir nicht mit moralischen Bedenken ankämpfen.» In Bezug auf Kristalle spricht er von Schmerzen, die Elementarwesen bei der Kristallisation erleiden, und ihrer Erlösung beim Lösen oder Zersplittern der Kristalle. Wer eine Gefriertruhe verwendet, ruft solche Vorgänge täglich hervor. Ich kristallisiere die Himbeeren und taue sie für meinen Nachtisch wieder auf. Stelle ich Kristallisationsbilder nach der Methode der Empfindlichen Kristallisation her, wird mir eine zusätzliche Möglichkeit der Erlösung der Elementarwesen eröffnet. Sie geschieht in der Interpretation der Kristallisationsbilder. Der interpretierende Mensch verbindet in innerer Konzentration Äusseres mit eigener Innerlichkeit. Das so ewrworbene Bewusstsein hilft ihm, das Geistige in der Natur zu erkennen und zu erlösen. Es gilt zu beachten: Die geistwesen haben ihr Seinsgebiet, der Mensch hat das seine, sie sind nicht zu vermischen. Vor dem Menschen nun steht die Aufgabe, in der Erkenntnis die Natur zu erlösen.
Wie sind menschliche Schmerzen zu verstehen, denn von deren Wahrnehmung geht das Urteil über Schmerz aus? «Schmerz - Fessel und Sprache der Seele» formuliert Jan Vagedes. Nicht, wie stark Schmerzen sind, sondern deren Wirkung und Bedeutung stehen uim Vordergrund für die Heilung des Menschen. Kann der Ätherleib nicht mehr im physischen Leib eingreifen, empfindet der Astralleib Schmerz.[d] Nach Beschreibungen Steiners und anderen Geschulten ist dies gesteigert der Fall, wenn in der Meditation der physische Leib verlassen wird, und im Schwellenerlebnis im Moment des Todes. Mir scheint, dass ich Schmerz erst verstehen kann, wenn ich solche Ereignisse bewusst in meiner Vorstellung aufrufen kann. Für das Ich ist Schmerz nicht relevant, das Ich steht über dem Schmerz und ist gerade deswegen handlungs- und urteilsfähig. Auf der körperlichen Ebene ist Schmerz eine Form von Unwohlsein. Eine Wahrnehmung davon erhalte ich über den Lebenssinn [e]. Dieser liegt von meinen Sinnen am tiefsten im Unbewussten und ruft bei Missbehagen instinktive, vermeidende Reaktionen hervor. Durchlichtende, strahlende, strömende, sich ausbreitende, wärmende, harmonische Qualitäten tun mir wohl und gewinnen meine Zuneigung. Verdunkelung, Abstumpfung, Abbremsung, Verdichtung, Kälte, Kanten und Ecken rufen Unwohlsein und Abwehr hervor. Ist dies meine einzige Urteilsgrundlage, stehe ich auf der Ebene eines Tieres. Ich reagiere unreflektiert auf einen Reiz, der mir feindlich oder freundlich ist. In welchen Fällen ich nun, angeregt durch Äußeres und in Erinnerung an meine früheren Erlebnisse, in diesem Sinne mich selbst wahrnehme oder wann sich etwas außerhalb von mir Stattfindendes in mir ausspricht, ist an dieser Stelle eine interessante Frage, insbesondere in Bezug auf die Urteilsgrundlagen der Bildekräfteforschung nach Dorian Schmidt. In jedem Fall sollte gemachten Wahrnehmungen eine möglichst umfassende, gedankliche Auseinandersetzung folgen.
¹ R.Steiner: Geisteswissenschaft als Erkenntnis der Grundimpulse sozialer Gestaltung, GA 199, 9.Vortrag, Dornach, 27.Aug.1920.
² R.Steiner: Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederverkörperungsfragen, GA 109, 4.Juni 1909, Dornach.
Beatrix Waldburger
in »Das Goetheanum« 3·2012; S.6f
a] zusammengeschaltete Bündel von Siliziumzellen (Solarpaneele), die ursprünglich für die Stromgewinnung im atmosphärelosen Weltraum erfunden worden waren (nicht zu verwechseln mit Solarkollektoren zur Warmwassergewinnung)
b] bzw. elektronische Geräte im „Schlaf”-(Standby-)Modus
c] vgl. Mbl.16
d] vgl. Mbl.5
e] vgl. Mbl.17a