zum IMPRESSUM
Merkblatt 17a:
Über Sinne und
Lebensprozesse
Nihil est in intellectu quod non fuerit in sensu, nisi ipse intellectus.
(Nichts ist im Verstand, was nicht im Gesinn war, wo nicht der Verstand selbst.)
G.W.Leibniz
Die zwölf Sinne
◉ ♍ d>n verwandt dem
Vorstellen
¹³
(Denken)
ICHSINN¹
Äussere Sinne

(verbinden d. Menschen
mit der Aussenwelt -
lassen ihn das Geistige erfahren)
◉ ♌ d DENKSINN²
◉ ♋ d SPRACHSINN³
◉ ⌘ d TONSINN⁴
         
◉ ♉ d verwandt dem
Fühlen¹³
WÄRMESINN⁵ Äusser-innerliche Sinne
(verbinden d. Menschen
mit Aussen-u.Innenwelt -
lassen ihn das Astrale erfahren)
◉ ♈ d GESICHTSSINN⁶
◉ ♓ n>d GESCHMACKSSINN⁷
◉ ♒ n GERUCHSSINN⁸
         
◉ ♑ n verwandt dem
Wollen
¹³
GLEICHGEWICHTSSINN⁹ Innere Sinne
(verbinden d. Menschen
mit seiner Innenwelt -
lassen ihnÄtherik und Physis erfahren)
◉ ♐ n BEWEGUNGSSINN¹°
◉ ♏ n LEBENSSINN¹¹
◉ ♎ n TASTSINN¹²
Die sieben Lebensprozesse¹⁴
Saturn: ATMUNG
(Verbrauchen dank Aufrichtebewegung)
Jupiter: WÄRMUNG
(Verbrennen dank Denkbewegung)
Mars: ERNÄHRUNG
(Ablagern dank Sprechbewegung)
Sonn: ABSONDERUNG
(Individualisieren dank Blutbewegung)
Venus: ERHALTUNG
(Verhärten dank Atembewegung)
Merkur: WACHSTUM
(Reifen dank Drüsenbewegung)
Mond: FORTPFLANZUNG
(Generieren dank Reproduktionsbewegung)

strömen wechselwirkend durch die zwölf Sinne.
Anmerkungen
... Sonn im jeweiligen Tierkreisbild, d ... dies (~ Tag), n ... nox (~ Nacht) - Der Vergleich Sonnenlauf-Bewusstsein stimmt nur bei in oberer und in unterer Kulmination, also wenn beide im Meridian stehen - vgl. »TzN März 2004«.

1 EGOIKUS (Organ: im Grosshirn) um den Ausdruck eines Du (ICh des Anderen) wahrzunehmen
2 KOGNITIVIKUS (auch GEDANKENSINN, Organ: im Grosshirn) um Gedankengänge des Anderen wahrzunehmen
3 LOGIKUS (auch WORTESINN, Organ: im Grosshirn) um Wortlaute des Anderen wahrzunehmen
4 AKUSTIKUS (auch GEHÖRSINN, Organ: Ohr) um Tonfolgen (Geräusche und Klänge) wahrzunehmen
5 THERMIKUS (Organ: Wärmekörper in Haut und Schleimhäuten) um Wärmeflüsse wahrzunehmen
6 OPTIKUS (auch SEHSINN, Organ: Auge) um Lichtflüsse wahrzunehmen
7 GUSTIKUS (Organ: Zunge und Gaumen bis in Magen, Darm und After, aber auch Leber) um Geschmackseinflüsse wahrzunehmen
8 OLFAKTORIKUS (Organ: Nase bis in die Alveolen -Lungenbläschen-) um Geruchseinflüsse wahrzunehmen
9 STATIKUS (Organ: Bogengänge im Innenohr) um das eigene Gleichgewichten wahrzunehmen
10 KINÄSTHETIKUS (auch TIEFENSINN, Organ: Muskelspindeln) um das unterschiedliche Eigenbewegen wahrzunehmen
11 BIOTIKUS (Organ: Nerven im Gewebe) um das Eigenleben wahrzunehmen, besonders bei Unbehaglichkeit wegen Fehlströmungen der Lebenskräfte (Fieber, Schmerzen usw.)
12 HAPTIKUS (Organ: Tastkörper in der Haut) um dank Eindrücken die Grenzen der Leiblichkeit wahrzunehmen
Beachte: Jedes Wahrnehmen führt vom Körperlichen übers Lebendige ins Seelische.
13 vgl. MblB.36i
14 Die ersten vier werden meist im STOFFWECHSEL (METABOLISMUS) zusammengefasst, die übrigen drei in der SEXUALITÄT (vgl. MblB.30).
Literatur
siehe auch Stichwort-Register
STEINER, R.: Vortrag vom 20.VI.1916 in «GA 169»
STEINER, R.: Vortrag vom 12.VIII.1916 in «GA 170»
STEINER, R.: Vortrag vom 29.VIII.1919 in «GA 293»
STEINER, R.: Vortrag vom 08.VIII.1920 in «GA 199»
STEINER, R.: Vortrag vom 22.VII.1921 in «GA 206»
AEPPLI, W.: «Sinnesorganismus Sinnesverlust Sinnespflege»
KAHLE, W.: «Nervensystem und Sinnesorgane»
KAYSER, F.: «Von der Sinneswahrnehmung zur Kunst»
KÖNIG, K.: «Der Kreis der zwölf Sinne und die sieben Lebensprozesse»
KÖNIG, K.: «Sinnesentwicklung und Leiberfahrung»
MARTI, E.: «Die vier Äther»
LAUER, H.E.: «Die zwölf Sinne des Menschen»
R.F.SCHMDT: «Grundriß der Sinnesphysiologie»