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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Awalokiteschwara
Awalokiteschwara (sanskr. Avalokiteshvara, auch Awalokita, Lokeschwara), der volkstümlichste aller Bodhisattvas, gilt als Emanation des Amitabha und als sogenannter Dhyani-Bodhisattva des gegenwärtigen Juga (~ Zeitalter). Der Name wird unterschiedlich gedeutet: „Herr, der herabsteigt”, „der höchster Erkenntnis Fähige” oder „Meister der Erleuchtung”. Er verkörpert das Mitleid, eine buddhistischen Haupttugend. Aus Mitleid steigt er in die Hölle, um die leidenden Wesen zu erlösen. Seiner Träne entquoll Tara. Einer seiner Beinamen lautet Padmapani (~ der einen Lotos in der Hand hält), wobei die Lotosblume das Zusammenfallen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in zeitlose Leere symbolisiert. In China hat er sich zur weiblichen Gottheit Guan-jin weiterentwickelt, in Japan zu Kannon, in Tibet zu sPyan-ras-gzigs.
Angerufen wird er mit dem berühmten Mantra
om mani padme hum,
dessen Silben die Befreiung von Leid andeuten, nämlich der Geisterbereiche (omaum), der Engelbereiche (ma), des Menschenlebens (ni), des Tierreichs (pad), der Verstorbenen (me) und des Unvereinigtseins (hum).
ABGEBILDET ist er meist zweiarmig, zehn- oder elfgesichtig mit dem Bild Amitabhas in seiner Flechtenkrone, im Tantrismus auch vier- oder sechsarmig; beliebt ist auch die Darstellung mit einem vor der Brust gehaltenen Edelstein (tschintamani) und einem Rad (tschakra).
Awalokiteschwara © GNU
Sein ATTRIBUT ist der Rosenkranz, oft auch der Mond (amogapascha, chasarpana).
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»