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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Tara
Tara (seltener Tarini) gilt als wichtigste buddhistische Göttin. Ihr Name bedeutet sowohl „Retterin„als auch „Stern„. Aus einer Träne Awalokiteschwaras entquollen, verkörpert sie das göttlich Weibliche an sich und kann deshalb anderen Göttinnen beigeordnet werden; oft erscheinen diese als Sonderform der Tara. Insgesamt werden deren 21 unterschieden; so gibt es die weissen Formen (in der linken Hand gewöhnlich einen Lotos haltend) und die farbigen (blauen, gelben, roten). Am bedeutendsten ist die Grüne Tara (Schjamatara), verehrt als Schützerin vor allen Gefahren, deren Rechte in der Geste der Wunschgewährung (warada-mudra) nach unten gerichtet ist, während die Linke die Geste der Schutzgewährung (abhaja-mudra) weist.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
Tara «Die Retterin» gilt als eine Manifestation der hinduistischen Göttin → Kali, der Herrscherin über die Zeit. Taras Symbol, der Stern, wird als etwas Wunderschönes angesehen, das sich aber fortwährend selbst vernichtet. Deshalb steht Tara für den unstillbaren Hunger, der alles Leben antreibt.
Die Buddhisten, die Jainisten und vor allem die Anhänger des tibetischen Lamaismus sahen und sehen in Tara (tibetisch Dölma) eine Emanation des Bodhisattva Avalokiteshvara, die aus seinen Tränen entstanden sein soll, um ihn in seinem Wirken zu unterstützen. Sie verkörpert den weiblichen Aspekt des Erbarmens und ist zugleich ein Symbol des geistigen Hungers nach Erlösung von der rein körperlichen Welt. Es gibt 21 Formen der Tara, sowohl friedvolle als auch furienhafte; sie unterscheiden sich durch Farbe, Körperhaltung und Attribute. Als Göttin der Selbstbeherrschung und des Mystizismus wird sie mit einem Rosenkranz aus 108 Perlen unter ihren 108 Namen angerufen. Die mitfühlende Göttin zeigt sich als ausgelassene Jugendliche, denn Tara sieht das Leben als Spiel an. Sie erscheint auch als himmlische Schifferin, die ihr Volk von der Welt der Verblendung in die Welt der Erkenntnis übersetzt. Als Grüne Tara ist sie furchterregend, aber die Weiße Tara der Meditation schaut uns mit ihren drei Augen unverwandt an, um uns daran zu erinnern, daß sie, sobald wir den Schrecken des Todes bewältigt haben, auf uns wartet, um uns zu erleuchten.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.264