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Zitatensammlung
Teil 2
Zitate von Robin SCHMIDT zu
ERLEUCHTUNG und EINWEIHUNG
~ Der Erleuchtete, der, der in der Quelle der eigenen Wahrheit steht, lebt gefährlich. Entweder identifiziert er sich mit der Wahrheit des ewigen Seins. Dann erscheint die Welt der Sinne ihm als Irrtum und Finsternis. Er lebt gefährlich, weil er sieht, dass er selbst, als irdische Persönlichkeit, der Grund des Irrtums ist. Sucht er Eindeutigkeit, dann liebäugelt er mit dem Tod, denn er sehnt sich nach dem Ende aller Bedingtheiten. - Oder aber, er entscheidet, dass die wahre Wirklichkeit doch in der Welt der Bedingtheiten liegt, in der Welt der tausend begehrlichen Bilder, der farbigen Eindrücke und der satten Erlebnisse, und so greift er nach den Schmerzen der Desillusionierung, die harte Wirklichkeit bringen. Er empfindet dann, dass er dafür den Tod seiner ewigen Wahrheit in Kauf nehmen muss, die ihm bis dahin Alles gewesen ist. So steht ihm Tod gegen Tod. Sucht er aber Leben, so kann er sich nicht für eine der beiden Welten entscheiden. Er muss - findet er keine andere Lösung - zerrissen zwischen beiden stehen. ~
S.42
~ Initiation, Einweihung heißt: Anfangen nach dem Ende. Die Tradition erzählt, dass die Einweihung in drei Stufen verläuft: die Vorbereitung, die den Kandidaten zum Lehrling macht und in die Arbeit an sich selbst einführt; die Erleuchtung, die den Lehrling zum Gesellen erhebt und ihn mit den Kräften des Geistes verbindet; und die Initiation, die ihn zum Grad des Meisters führt. Der Meister ist der freie Mensch. Er hat sich sowohl im Kosmos wie auf der Erde behimatet. Er will Baumeister am Werk der Menschheit sein, für Andere, für seine Mitmenschen mitbauen an dem Tempel der Freiheit: dem Ort, an dem der Mensch seine Bestimmung finden kann, seine wahre Heimat. Bevor er aber damit anfangen kann, kommt er zum Ende. Der Funke der Erleuchtung entzündet ein Feuer, das ihm alles Eigene verbrennt: Seine biographischen Ziele. Seine Werte und seine Hoffnungen. Und schließlich auch die eigene Persönlichkeit. Sein eigenes Haus wird ihm zum Aschehaufen. ~
S.55
aus «rudolf steiner»