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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Andreas HEERTSCH zur
MAJA
Der von Rudolf Steiner während der theosophischen Zeit verwendete Maja-Begriff bezieht sich auf das Vorurteil, die Sinneswelt für die letzte Wirklichkeit zu halten. Wer die Sinneswelt dafür hält, könnte beispielsweise die Aufforderung, im Buche der Natur zu lesen, nur für unsinnig halten, da für ihn die »Tatsachen« der Sinneswelt jeglichen Schriftcharakters entbehrte. Er gliche einem Typographen, der sich nur für die Formen der ihm vorliegenden Schriftzeichen interessiert. Wer aber die Schrift zu lesen vermag, für den werden die Schriftzeichen zur Maja. Maja heißt nicht: Man nimmt etwas an, was es gar nicht gibt, sondern: Man vermutet, dass das, was man betrachtet, erst der Wegweiser zu einer weiteren, tieferen Schicht ist.
in »die Drei« 3/2019; S.44