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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Johannes GREINER zum
INNEREN LAUSCHEN
Hier muss ich erwähnen, wie ein solches inneres Suchen in etwa abläuft: Ich stelle eine Frage oder sende einen Gedanken-Impuls aus und höre dann. Ich versuche aufmerksam zu werden auf das, was als Nachklang des Gedachten in mir passiert. Was ich ausgesendet habe, kommt als Antwort zurück und prägt eine Form in mein Wesen. Diese Formung versuche ich innerlich abzutasten. Es ist also nicht so, dass ich Stimmen höre oder Visionen vor dem inneren Auge vorbeiziehen sehe, sondern eher so, wie wenn man mit der Stimme des Gewissens die Gedanken belauschen würde, die man selber oder ein anderer Mensch äußert.
Vielleicht wäre das Bild einer ins Lichtvolle umgestülpten Fledermaus das treffendste Bild: Die Fledermäuse senden Ultraschallwellen aus, die dann an den Gegenständen [...] reflektiert werden und in ihrer Rückstrahlung von der Fledermaus wieder wahrgenommen werden. Dadurch können sich die Fledermäuse in einer ansonsten dunklen Welt orientieren. Nun können ja Gedanken auch wie Licht empfunden werden. Und man kann sie dem Wesen, mit dem man kommunizieren möchte, entgegensenden. An diesem Nachklang - man könnte auch sagen: An den reflektierten Gedankenstrahlen - kann gespürt werden, ob das Licht das Wesen berührt hat, oder ob es danebenging. Dieses Spüren ist nicht ein sich auslebendes Fühlen, sondern ein aktives Lauschen bei völliger Zurücknahme all dessen, was an Sympathie oder Antipathie sich mit den Gedanken verbinden möchte. Es geht darum, durch fein hörende Gedankenarbeit dem Wesen eine Form entgegen zu tragen, in der es erscheinen kann. Wir geben die Form - aber das Wesen machen wir nicht.²
2 In dem Artikel: ›Wie haben die Menschen der Alten Kulturen sich bewegt?‹ in ›Stil‹ Johanni 2009/2010 habe ich diese Art der Begegnung mit geistigen Wesen weiter ausgeführt.
Ich bin mir dabei bewusst, dass alles, was ich auf diesem Weg erfahre, auch mit mir selbst zu tun hat. Ein anderer Mensch wird anderes wahrnehmen und vielleicht auch anders reagieren, so wie zwei verschiedene Menschen den gleichen [selben] Tempel besichtigen können und trotzdem völlig andere Dinge sehen und erinnern werden. Dabei wird niemand an der Wirklichkeit des Tempels zweifeln, nur weil sich zwei Menschen nicht an die gleichen [selben] Einzelheiten erinnern. Und man wird lächeln, wenn einer der beiden meint, er hätte alles gesehen und es gäbe auch sonst nichts zu sehen. Mein Bild der Welt ist durch meinen Standpunkt, meine Tätigkeit, mein Karma etc. bestimmt. Erst mit den Bildern der anderen Menschen verbunden ergibt sich ein vollständigeres Bild. Deswegen muss ich den Austausch und die Zusammenarbeit suchen.
in »die Drei« 12/2016; S.28f