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Zitatensammlung
Teil 2
Notizen von Mathilde SCHOLL zu
CHRISTUS als WORT
23.1.1905
Wenn Christus in der Seele geboren wird, so wird die ganze Schöpfung wiedergeboren in der Seele. In Tönen steigt dann die Schöpfung aus der Seele empor. In einem Ton kann die ganze Schöpfung in der Seele sich ausdrücken. Wenn der Mensch diesen Ton hört, weiß er die ganze Schöpfung, und in den Obertönen dieses Tones erkennt er den Entwicklungsgang der Schöpfung auf den Stufen der Vielheit, im Raume auf dem Astralplan, in Raum und Zeit auf dem physischen Plan.
Als geistige Einheit ist daher Christus ein Ton, ein Wort, das Wort, welches das Urbild aller späteren Töne und Worte, aller Sprachen, aller Musik ist.
Alles, was von Anfang an gesprochen ist, was in Tönen in der Welt gelebt hat, ist dieses Wort in seiner wahrsten Wesenheit. Jeder Gedanke in der Welt ist aus diesem Weltenworte hervorgegangen. Kein Ton in der Welt, der nicht aus diesem Worte tönt. Will daher der Mensch in das wahre Wesen der Dinge, in die ewige Einheit sich versenken, so muß er das Wort kennen; es muß in seiner Seele entstehen, d.h. in seiner eigenen Seele muß Christus geboren werden. Dies ist das Wort, von dem Johannes spricht: «Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.» [Jh.1,1] Wenn der Mensch gelernt hat, das falsche Wort zu überwinden, dasjenige, welches verwundet (die Umkehr, das Schattenbild des wahren, göttlichen, liebevollen Wortes), dann lernt er das Wahre sprechen. Christus lebt dann in ihm auf. Dann kann er vor den Meistern sprechen. Aus seiner Stimme tönt dann das ewige Wort, welches ihn mit den Menschen in innerste Harmonie bringt.
aus «GA 283 (Tb 700)»; S.166f