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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zur
TONWAHRNEHMUNG im ÄTHERISCHEN
Nehmen wir also Töne wahr, so können wir, insofern wir Töne wahrnehmen, nicht selbst Töne sein. Und wenn wir unbefangen die Frage beantworten: Was sind wir, indem wir Töne wahrnehmen? - so können wir zu dem Schlusse kommen: Dann sind wir eben gerade dasjenige, was nun der andere Niveauunterschied ist. Diesen Niveauunterschied [chemischer Effekt - oder Klangäther - im Gasigen] nehmen wir wahr. [Einen chemischen Effekt im Flüssigen] nehmen wir nicht wahr, der sind wir während dieser Zeit; jene unsere Tonwahrnehmungen begleitenden, ebenso regelmäßig verlaufenden chemischen inneren Vorgänge in unserem Flüssigkeitsorganismus, die sind wir. Dasjenige, was die chemischen Effekte in uns bewirken, das zeichnet in die Welt hinein etwas sehr Regelmäßiges. Es ist keineswegs uninteressant, das folgende Bild zu betrachten. Sie wissen ja, der menschliche Körper besteht nur zu sehr geringen Teilen aus festen Bestandteilen, zu mehr als neunzig Prozent ist er eine Flüssigkeitssäule. Das, was da - und zwar an chemischen Vorgängen, die nur sehr feiner Art sind - in unserem Organismus sich abspielt während wir eine Symphonie anhören, das ist ein ganz innerer, fortwährend phosphoreszierender Wunderbau. Da sind wir, was die Chemie eines Tongemäldes ist. Und dadurch nehmen wir die Tonwelt wahr, daß wir gewissermaßen chemisch das werden, was die Tonwelt in dem Sinne ist, wie ich das hier dargestellt habe.
Stuttgart, 14.Mär.1920/SO
aus «GA 321»; S.212