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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu
TUBERKULOSE und ANSTECKUNG
Nun denken Sie sich einmal, so etwas, was, wenn man es zunächst im Funktionellen beobachten könnte, einfach eine hysterische Erscheinung wäre, kommt funktionell überhaupt nicht zum Ausdruck. Es kann das durchaus sein. Es kommt funktionell nicht zum Ausdruck. Der Ätherleib drückt es sogleich in den physischen Leib hinein. Es erscheint auch nicht als eine ausgesprochene Erkrankung irgendwie in den Unterleibsorganen, aber es ist drinnen. Es ist also in den Unterleibsorganen, sagen wir, etwas, was wie ein Stempelabdruck der Hysterie ist. Dadurch, daß es sich in das Physische hinein abgedrückt hat, kommt es nicht psychisch als hysterische Erscheinung zum Vorschein, aber es ist auch noch nicht stark genug, um eine beängstigende Krankheit, physische Krankheit zu sein. Aber es ist dann stark genug, um doch im ganzen Organismus zu wirken. Dann haben wir die eigentümliche Erscheinung, daß so etwas, was, ich möchte sagen, schwebt zwischen Krankheit und Gesundheit, daß das vom Unteren aufs Obere hinauswirkt, aufs Obere zurückwirkt, das Obere gewissermaßen ansteckt und in seinem Negativ erscheint. Diese Erscheinung, wo gewissermaßen der erste physische Folgezustand des hysterischen in seiner Wirkung auf die Gebiete erscheint, die sonst, wenn sie einseitig, unregelmäßig werden, der Neurasthenie unterliegen, diese Erscheinung, die gibt die Anlage zur Tuberkulose.
Das ist ein interessanter Zusammenhang. Die Anlage zur Tuberkulose ist eine Rückwirkung der Ihnen eben geschilderten Tätigkeit im Unteren auf das Obere. Diese ganz merkwürdige Wechselwirkung, die da entsteht dadurch, daß ein nicht ganz auslaufender Prozeß, wie ich ihn geschildert habe, zurückwirkt auf das Obere, gibt die Anlage zu Tuberkulose. Man wird nicht finden irgendetwas, was rationell der Tuberkulose beikommt, wenn man nicht auf diese, ich möchte sagen, Ur-Anlage des menschlichen Organismus zurückgeht. Denn daß die Parasiten Platz greifen im menschlichen Organismus, das ist nur eine Folgeerscheinung jener Ur-Anlagen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe. Das widerspricht nicht der Tatsache, daß, wenn die nötigen Voraussetzungen dazu da sind, so etwas wie die Tuberkulose ansteckend ist. Natürlich müssen die nötigen Voraussetzungen dazu dasein. Aber es ist schon so, daß bei einem furchtbar großen Teile der heutigen Menschheit dieses Prädominierende der unteren organischen Tätigkeit leider vorliegt, so daß die Disposition zur Tuberkulose in einer erschreckenden Weise heute eigentlich ausgebreitet ist.
Dornach, 22.Mär.1920/MO
aus «GA 312»; S.43f