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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zur
GEDICHTREZITATION
In unserer Zeit wird manchmal rezitiert und deklamiert, indem bloß mit einem rechten Eifer der Prosainhalt des Gedichtes pointiert wird. Schiller hatte immer vor dem Prosainhalt eines Gedichtes eine unbestimmt verlaufende Melodie, und er setzte erst in die Bewegung dieser unbestimmt verlaufenden Melodie hinein die Worte. Man könnte sich sogar vorstellen, daß bei Schiller auf dasselbe melodiöse Thema, welches er so tönend in seiner Seele hatte, zwei ganz verschiedene, ihrem Prosainhalt nach verschiedene Dichtungen hätten sich aufreihen können.
Dornach, 2.Apr.1923/MO
aus «GA 277»; S.329