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Zitatensammlung
Teil 1
Zitate von Rudolf STEINER zur
OKKULTEN GEFANGENSCHAFT
Auf dem Wege nach innen findet man alles das, was an Freuden und Leiden, Schmerzen und Wonnen in uns lebt. Doch all das ist nur das, was sich an unser niederes vergängliches Ich heftet. Diese ganze Begierdenwelt umgibt uns wie ein Nebel, der uns das Geistige verdeckt. Er verhindert es, daß wir das Geistige sehen und merken. Ihn müssen wir durchbrechen, um zum Geistigen zu gelangen. Es gibt Kräfte, die an die esoterischen Schüler herankommen, um diesen Nebel immer noch dichter zu machen. Immer dichter wird dieser Nebel, wenn wir uns nicht dagegen stemmen. Verbrennen müssen wir ihn, um nicht selber im Feuer unserer Begierden zugrunde zu gehen. Überwinden wir nicht diesen Nebel, stemmen wir uns nicht gegen das immer stärkere Dichterwerden desselben durch die luziferischen und ahrimanischen Kräfte, so sind wir, wie es im Okkulten genannt wird, Gefangene. So gibt es tatsächlich Menschen in der heutigen Zeit, die mit großen Anlagen in das Dasein treten, welche sehr schnell gewisse Stufen erreichen, dann aber von den entgegenwirkenden Mächten ganz eingehüllt werden in solchen Nebel, so daß sie nicht herauskönnen. Das nennt man «okkulte Gefangenschaft».
Straßburg, 19.Feb.1911/SO
aus «GA 266 II»; S.150f
[...] Es kam das zustande, was man im Okkultismus nennt: okkulte Gefangenschaft. H. P. Blavatsky wurde in okkulte Gefangenschaft gesetzt. Diese besteht darin, daß durch gewisse Dinge, die nur gemacht werden können von gewissen Brüdern - und die nur Brüderschaften machen, die sich auf eigentlich nichterlaubte Künste einlassen -, daß also durch gewisse Künste und Machenschaften erzielt wurde, H. P. Blavatsky in gewisser Zeit in einer Welt leben zu lassen, die all ihr okkultes Wissen nach innen warf.
© 1969 by R.Steiner Verlag
Wenn Sie sich denken, das wäre - symbolisch gezeichnet - Blavatsky und in ihrer Aura wäre das okkulte Wissen, so wurde durch gewisse Vorgänge erzielt, daß für lange Zeit hindurch, was in dieser Aura lebte, in ihre Seele zurückgeworfen wurde. Also alles das, was sie an okkultem Wissen hatte, sollte eingesperrt werden; sie sollte abgeschlossen werden in bezug auf die äußere Welt und in bezug auf ihren Okkultismus.
Dornach, 11.Okt.1915/MO
aus «GA 254»; S.34f
Für Blavatsky kam dann die Zeit, wo es notwendig wurde, daß alle diejenigen, die es mit der Geisteswissenschaft ernst meinten und die sich nicht einlassen konnten auf angelsächsische Machtgelüste, etwas taten. Und dadurch wurde das herbeigeführt, was man später in okkulten Kreisen genannt hat die «okkulte Gefangenschaft» der Blavatsky. Man konnte es auf keine andere Weise bewirken. Und der Beschluß, die okkulte Gefangenschaft, wie man sagt, über die Blavatsky zu verhängen, wurde durch eine Versammlung ehrlicher Okkultisten, wenigstens zum größten Teil ehrlicher Okkultisten, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gefaßt.
Die okkulte Gefangenschaft besteht darin, daß man - durch gewisse Vorgänge ist das möglich - das Streben eines Menschen wie einschließt in einer Sphäre, aus der er nicht hinaussehen kann, so daß sein Streben zurückgeworfen wird und er gewisse Schäden, die er anrichten würde, nicht anrichten kann.
Der Vorgang, den ich jetzt erzähle, dieses Verhängen der okkulten Gefangenschaft, ist nicht einwandfrei; aber, wie gesagt, die Leute konnten sich auf eine andere Weise nicht helfen. Blavatsky war eine starke psychische Persönlichkeit und konnte stark wirken. Daher hat sie auch jene auf der einen Seite überwältigende, auf der anderen Seite übertölpelnde Kraft in ihren Schriften.
Dann stellte sich ja das ein, was man so schildern kann, daß gewisse indische Okkultisten, die sich auf diese Weise ein wenig rächen wollten wegen der englischen Umklammerung, sich der Persönlichkeit der Blavatsky bemächtigten, und dadurch kam dann der indische Einschlag hinein. Ich habe an anderen Orten das genauer auseinandergesetzt, hier will ich das nur andeuten.
Da kam dann also der indische Einschlag, und dadurch entstand jene bedenkliche okkulte Wissenschaft, die in der Theosophical Society lange Zeit gepflegt worden ist und von der gereinigt werden mußte dasjenige, was in Mitteleuropa als Geisteswissenschaft auftreten sollte. Denn dasjenige, was in Mitteleuropa als Geisteswissenschaft auftreten soll, das muß in dem Sinne, wie ich es angedeutet habe, grund-, grundehrlich sein, das heißt, die Wahrheit als solche anstreben und überzeugt davon sein, daß die Wahrheit, indem sie hinfließt durch unsere Seelen und durch die Entwickelung der Menschheit, das rechte innerhalb von Völkern und auch innerhalb des Daseins der Menschen, der sozialen Ordnung der Menschen, bewirken werde: reines, ehrliches Wahrheitssuchen! Und dieses reine, ehrliche Wahrheitssuchen ist ja zunächst noch unsere Hauptaufgabe.
Stuttgart, 12.Mär.1916/SO
aus «GA 174b»; S.152f
Da griff man zu einem Mittel, welches wirklich sehr, sehr selten angewendet wird, und das ein sehr bedenkliches Mittel ist. Man griff zu dem Mittel, die gute, arme Blavatsky - die also, wie Sie sehen, ein Spielball der verschiedensten Mächte war, die auf sie einwirkten -, wie man sagt, in okkulte Gefangenschaft zu setzen. Diese okkulte Gefangenschaft besteht darinnen - man erreicht das durch gewisse Mittel zeremonieller Magie -, daß man bewirkt, daß alles dasjenige, was die betreffende Seele entwickelt, nur bis zu einer gewissen Sphäre geht und dann zurückgeworfen wird. So daß der Betreffende alles dasjenige, was er in sich entwickelt, nur selber sieht, daß er es nicht irgendwie der Außenwelt mitzuteilen vermag, daß er es ganz nur in sich selber verarbeiten kann. Es ist das eine sehr eigentümliche Sache, aber es wurde beschlossen, das über Blavatsky zu verhängen, um sie unschädlich zu machen, so daß sie nicht der Welt alle möglichen Dinge mitteile, sondern es sollte ihr ganzes Streben zurückgeworfen werden. Rückwerfen des Strebens oder okkulte Gefangenschaft nennt man das. 1879, auf einer von Okkultisten der verschiedensten Länder besuchten okkultistischen Versammlung wurde dies beschlossen und über die Blavatsky verhängt. Und so lebte jetzt eine größere Anzahl von Jahren Blavatsky wirklich in okkulter Gefangenschaft. Wie die äußeren Lebensverhältnisse in der Zeit liefen, die da nebenher gingen, das ist nicht notwendig zu erzählen, denn derjenige, der die Sache äußerlich betrachtet, braucht ja von alledem, was ich jetzt erzähle, überhaupt gar nichts zu sehen.
Nun handelte es sich für gewisse, jetzt indische Okkultisten, darum, sie aus dieser okkulten Gefangenschaft zu befreien. Und jetzt beginnt eigentlich die Zeit, wo Blavatsky erst ins indische Fahrwasser gekommen ist. Alles das, was ich Ihnen bisher erzählt habe, ist eigentlich Vorgeschichte der Blavatsky. Die Entwickelung davon, von den Zeiten an, von denen die Leute wissen, die beginnt eigentlich erst jetzt. Und alles, was die Blavatsky schwer Begreifliches an sich hat, hängt mit dem, was ich geschildert habe, zusammen. Gewisse indische Okkultisten, die nun wiederum ihrerseits das Bestreben hatten, sie vor dem britischen Wesen zu retten, wendeten nun ihrerseits gewisse Mittel an, um die okkulte Gefangenschaft aufzulösen. Das wurde sogar durchaus im Einklänge mit denjenigen gemacht, die früher die okkulte Gefangenschaft über die Blavatsky verhängt hatten. Und für die Blavatsky war die Folge davon, daß gewissermaßen in ihre Seele jetzt alles hereinströmte, was nur mit indischem Okkultismus zusammenhing. Ich muß immer wieder betonen: Man hat es wirklich mit sich offenbarenden Geheimnissen der geistigen Welt zu tun, die nur, ich möchte sagen, in allerlei verzerrten Bildern und Karikaturen zum Vorschein kommen, die man aber nicht so ansprechen darf, als ob nicht große okkulte Geheimnisse durch sie zutage treten. Selbstverständlich kamen jetzt mit den ungeheuren Kräften, die in der Blavatsky walteten schon durch ihre Anlagen und dann durch alles das, was sie noch durchgemacht hatte, die indischen okkulten Wahrheiten in einem ganz besonderen Maße durch sie zum Vorschein.
Berlin, 28.Mär.1916/MA
aus «GA 167»; S.73
Nun war sie ausgeschlossen. Sie war aber natürlich nicht eine Persönlichkeit, die nun alles resigniert hinnahm, sondern sie hat sehr scharf gedroht: sie werde der amerikanischen Brüderschaft schon zeigen, was es bedeute, nachdem sie so viel weiß, nun ausgeschlossen zu werden. In der Tat stand die amerikanische Brüderschaft jetzt unter dem Damoklesschwert. Hätte die Blavatsky der Welt mitgeteilt, was sie dadurch, daß sie dadrinnen gewesen war, wußte, so wäre das für jene amerikanische Brüderschaft das Todesurteil gewesen. Die Folge war nun, daß sich amerikanische und europäische Okkultisten verbanden, um die Blavatsky in denjenigen Zustand zu versetzen, welchen man die okkulte Gefangenschaft nennt. Es bedeutet dies, daß durch gewisse Machinationen eine Sphäre von Imaginationen in einer Seele hervorgerufen wird, wodurch eine Trübung desjenigen eintritt, was die Seele vorher gewußt hat, wodurch das gewissermaßen unwirksam wird. Es ist das eine Prozedur, welche von ehrlichen Okkultisten niemals und selbst von unehrlichen Okkultisten nur sehr selten angewendet wird, die aber dazumal angewendet worden ist, um jener okkulten Brüderschaft gewissermaßen das Leben, das heißt, die Wirksamkeit zu retten.
Jahrelang befand sich die Blavatsky in dieser okkulten Gefangenschaft, bis sich ihrer gewisse indische Okkultisten annahmen, welche ein Interesse hatten, gegen die amerikanische Brüderschaft zu wirken. Sie sehen, man hat es da immer mit einseitig wirkenden okkulten Strömungen zu tun. Und so kam denn die Blavatsky in dieses Ihnen ja wohlbekannte indische Fahrwasser. Die indischen Okkultisten hatten alles Interesse daran, gegen die amerikanische Brüderschaft vorzugehen. Nicht weil sie die im allgemeinen so ansehen, daß sie der Menschheit nicht im großen und ganzen dienen, sondern weil sie wiederum von ihrem einseitigen, man könnte sagen, indisch-patriotischen Gesichtspunkte aus gegen die amerikanische Brüderschaft wirken wollten. Aber durch allerlei Machinationen kam zwischen gewissen indischen und amerikanischen Okkultisten eine Art von Ausgleich zustande. Die amerikanischen versprachen den indischen, nicht hineinzureden in dasjenige, was sie mit der Blavatsky machten, und die indischen verpflichteten sich dazu, über dasjenige zu schweigen, was vorangegangen war.
Dornach, 26.Dez.1916/MA
aus «GA 173»; S.300f
Gibt man aber auf irgendeinem Gebiete dem Menschen nur Bilder, so ist er von den Bildern umgeben. Leute, die okkulten Unfug treiben, machen das so mit ihren Schülern, die sie nicht so recht besitzen; dadurch bringen sie sie in das, was man okkulte Gefangenschaft nennt. Der Mensch wird in dieser okkulten Gefangenschaft von Bildern umgeben, die ihm als Bilder nicht klar werden, aus denen er nicht herauskommt. Er ist in einem Bildergefängnis. Es ist dies dasjenige, womit viel okkulter Unfug von Leuten getrieben worden ist und auch heute noch getrieben wird. Aber es gibt auch geistige Wesenheiten, die den Menschen, oder sogar Teile der Menschen, in eine solche okkulte Gefangenschaft bringen. Es ist die ganz gleiche seelische Erscheinung. Das sind geistige Wesenheiten, die dann los werden in der Natur, wenn man die Natur nicht geistig begreift, wenn man in die Natur nur so hineinsieht, daß man die atomistischen Prozesse als naturalistische begreift. Dann verleugnet man den Geist der Natur. Dann werden gerade die dem Menschen entgegenstrebenden, sogenannten ahrimanischen Geister in der Natur rege, und die umstellen den Menschen mit allen möglichen Bildern, so daß der Mensch in diese okkulte Gefangenschaft auch geführt werden kann durch diese ahrimanischen Geistwesenheiten.
Und ein großer Teil desjenigen, was man heute wissenschaftliche Anschauung nennt - nicht die Tatsachen der Wissenschaft, die sind gut, aber dasjenige, was man wissenschaftliche Anschauung nennt -, das ist nichts anderes als Bilder einer universellen, über die Menschheit als Gefahr hereinbrechenden okkulten Gefangenschaft. Solch eine Gefahr einer hereinbrechenden okkulten Gefangenschaft ist vorhanden in dem Umstelltwerden des Menschen überall mit den atomistischen und molekularistischen Bildern. Solch eine okkulte Gefangenschaft stellt diese Bilder um einen her, man kann nicht hinausschauen in die freien Geistes- und Sternenbilder, weil sich eben das Weltenbild des Atoms wie die seelischen Wände, die geistigen Wände eines Gefängnishauses, in dem man sich dabei geistig befindet, hinstellt.
Penmaenmawr, 31.Aug.1923/VE
aus «GA 227»; S.260f