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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
VATERUNSER als MEDITATIONSSTOFF
Ein Meister sagte: ich nehme nur eine Bitte als Meditation in einem Monat einmal; die übrige Zeit suche ich mich reif und würdig zu machen, diese Bitte zu verstehen.
Theosophie ist lebendige Praxis. Wir müssen alles Physische als Gleichnisse des Geistigen empfinden, das ihm zugrunde liegt.
So kommen wir dazu, in uns einen Wechsel zu empfinden wie den von Frühling, Sommer und Herbst: das Keimen und Wachsen in der Natur und das Wehmütige des Absterbens im Herbst. Wie wir am Abend einschlafen, so die Pflanzen im Herbste; nur die Keime bleiben übrig und in diesen die Fähigkeiten, die im Sommer erworben sind. Im Frühling erwachen diese Kräfte wieder, wie die unseren jeden Morgen.
Hinter der physischen Welt stehen hohe geistige Wesenheiten. Diese sind so weit fortgeschritten, daß sie nur einmal im Jahre diesen Wechsel zu vollziehen brauchen, den wir alle Tage einmal durchmachen.
Vorbereitung zur Meditation durch Studium, um den Boden empfänglich zu machen.
Der Meditierende soll sich in voller Konzentration seines Wesens der Übung hingeben. Er soll alle seine Alltagsgedanken zurückstellen und sich nur den hohen geistigen Kräften öffnen.
Er soll die Meditation als ein Opfer auffassen; er soll darin gleichsam einen Opferrauch sehen, der zu den Göttern aufsteigt.
So sollen wir freilich auch in allem unserem Leben und Tun stets das Geistige im Bewußtsein behalten. Dadurch sollen wir zur Harmonie des großen Ganzen nach unseren besten Kräften beitragen.
Wir stammen aus dem Geiste und wir sind Geist. (Das soll sich in unserem ganzen Wesen ausprägen.)
Kassel, 6.Feb.1910/SO
aus «GA 266/2»; S.29