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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu
SONNE-CHRISTUS, ZEIT und RAUM
Nun denken Sie einmal, wie sich uns die Vorstellung des Weltenalls gegenüber der gewöhnlichen Vorstellung verwandelt, wenn wir all das wirklich nehmen, was wir jetzt vor unsere Seele haben hintreten lassen! Da haben wir im Weltenall die Sonne mit alldem, was uns zunächst im Verein mit der Sonne im Universum, im Kosmos erscheint, dasjenige, was eingeschlossen ist innerhalb der Bläue des Himmels, die Sternenwelt. Da haben wir auch irgendwo die Erde mit der Menschheit. Aber indem wir von der Erde zur Sonne hinaufschauen, blicken wir zugleich in den Fluß der Zeit hinein.
Daraus folgt jetzt etwas sehr Bedeutsames. Es folgt das, das der Mensch zur Sonne nur dann richtig blickt, wenn er, indem er auch meinetwillen nur im Geistigen zur Sonne aufblickt, den Raum vergißt und nur auf die Zeit Rücksicht nimmt. Die Sonne strahlt damit nicht nur das Licht aus, sondern den Raum selber. Und wenn wir in die Sonne schauen, schauen wir aus dem Raume heraus. Deshalb ist die Sonne dieser ausgezeichnete Stern, weil man durch sie aus dem Raum herausschaut. Aber aus diesem Außerhalb-des-Raumes ist der Christus zu den Menschen gekommen. Der Mensch war, als das Christentum auf Erden durch den Christus begründet wurde, allzulange schon in dem bloßen Ex deo nascimur [Aus Gott werden wir geboren]. Es war ihm verwandt geworden. Er hatte die Zeit völlig verloren. Er war zu einem völligen Raumwesen geworden.
[...]
Die physische Wissenschaft spricht von einer Bewegung der Sonne. Sie kann das. Denn man kann innerhalb des Raumbildes, das uns als Kosmos umgibt, an gewissen Erscheinungen sehen, daß die Sonne in Bewegung ist. Aber es ist eben nur das in den Raum hereinragende Abbild der Sonnenbewegung. Und wenn man von der wirklichen Sonne spricht, so ist es einfach ein Unsinn, zu sagen, die Sonne bewegt sich im Raume. Weil der Raum von der Sonne ausgestrahlt wird! Die Sonne strahlt nicht nur das Licht aus, die Sonne macht auch den Raum. Und die Bewegung der Sonne selber ist nur innerhalb des Raumes eine räumliche; außerhalb des Raumes ist sie eine zeitliche. Das, was da von der Sonne erscheint, daß sie dem Sternbilde des Herkules zueilt [Apexbewegung], das ist nur ein Abbild einer zeitlichen Entwickelung des Sonnenwesens.
Ja, seinen intimen Jüngern hat der Christus gesagt: Sehet hin auf das Leben der Erde. Es ist verwandt mit dem Leben des Kosmos. Insofern ihr schaut auf die Erde und den umliegenden Kosmos, ist es der Vater, der dieses Weltenall durchlebt. Der Vatergott ist der Gott des Raumes. Ich aber habe euch zu künden, daß ich von der Sonne gekommen bin, von der Zeit, von der Zeit, die den Menschen nur aufnimmt, wenn er stirbt. Ich habe euch mich selbst gebracht aus der Zeit heraus. Nehmet ihr mich auf, sagte der Christus, so nehmet ihr die Zeit auf und verfallt nicht dem Raume. Aber da müßt ihr auch den Übergang finden von der einen Dreiheit - dem Physischen, Ätherischen, Astralischen - zu der anderen Dreiheit: dem Ätherischen, Astralischen bis zu der Geistselbstigkeit. Die Geistselbstigkeit ist ebensowenig im Irdischen zu finden, wie das Physisch-Irdische im Kosmos zu finden ist. Aber ich bringe euch von ihm die Botschaft, denn ich bin aus der Sonne.
Dornach, 4.Jun.1924/ME
aus «GA 236»; S.246+249