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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu
EPHESUS und JOA
Und in der Tat, niemals war der Anteil, den menschliche Gemüter genommen haben an diesem Heruntersteigen vom vorirdischen Dasein in das irdische in bezug auf die letzte Etappe, die Umkleidung des Menschen mit dem Ätherleib, niemals war ein so intimer, inniger Anteil an dieser Tatsache genommen worden als gerade in den Mysterien von Ephesus: In den Mysterien von Ephesus war es so, daß der ganze Dienst, welcher der exoterisch Artemis genannten Göttin von Ephesus dargebracht wurde, eigentlich darauf gerichtet war, das geistige Weben und Leben innerhalb des Äthers der Welt, innerhalb des Äthers des Kosmos, mitzuerleben. Man kann schon sagen, wenn die Angehörigen des Mysteriums von Ephesus sich dem Götterbilde nahten, dann war es eine Empfindung, die sich aber steigerte bis zum Anhören, und die etwa so auszudrücken ist, wie wenn es die Sprache der Göttin wäre: Ich freue mich über alles Fruchttragende im weiten Weltenäther.
Es war ein tiefer Eindruck, der ausgeübt wurde durch dieses Aussprechen inniger Freude der Tempelgöttin über alles Wachsende, Sprießende, Sprossende im weiten Weltenäther. Und innig verwandtes Fühlen mit dem Sprießen und Sprossen war ja insbesondere etwas, was wie ein Zauberhauch die Atmosphäre, die geistige Atmosphäre von dem ephesischen Heiligtum durchströmte. Es war dieses Mysterium schon so angeordnet, so eingerichtet, daß man sagen kann, nirgends ist eigentlich so mitgelebt worden mit dem Wachsen des Pflanzenwesens, mit dem Sprießen und Sprossen der Erde in das Pflanzenwesen hinein, als in Ephesus.
Das führte denn auch dazu, daß gerade in diesem ephesischen Mysterium mit besonderer Deutlichkeit der Unterricht gegeben werden konnte, wenn ich es so nennen darf, der darauf hinausging, besonders dieses Mondengeheimnis, von dem ich gestern sprach, an das Gemüt der zu Ephesus Gehörigen heranzubringen.
Es war etwas, was jeder wie sein eigenes Erlebnis hatte, sich zu fühlen als Lichtgestalt, weil das so lebendig gemacht wurde vor den ephesischen Schülern und Initiierten: dieses durch den Mond seine Lichtgestalt bekommen. Und es war eine Einrichtung in Ephesus, die etwa so war: Derjenige, der diese Einrichtung in der Weihestätte auf sich wirken lassen konnte, der wurde wirklich ganz hineinversetzt in dieses sich Herausbilden aus dem den Mond umwandelnden Sonnenlichte. Dann tönte es an ihn heran, wie wenn es von der Sonne herübertönte: J O A.
Dieses J O A, von dem wußte er, daß es regsam macht sein Ich, seinen astralischen Leib. J O - Ich, astralischer Leib, und das Herankommen des Lichtätherleibes in dem A - J O A. Jetzt fühlte er sich, indem vibrierte in ihm das J O A, jetzt fühlte er sich als Ich, als astralischen Leib, als ätherischen Leib.
Und dann war es, wie wenn von der Erde heraufklänge, denn der Mensch war versetzt in das Kosmische, wie wenn von der Erde heraufklänge dasjenige, was das J O A durchsetzte eh-v. Das waren die Kräfte der Erde, die heraufkamen in dem eh-v.
J O A
eh v
Und nun fühlte er, in dem JehOvA fühlte er den ganzen Menschen. Das Vorgefühl des physischen Leibes, den er erst auf der Erde hatte, fühlte er angedeutet in den Konsonanten, die hinzugehörten zu dem Vokalischen, was in dem J O A andeutet Ich, astralischen Leib, ätherischen Leib. Dieses sich Einleben in dem JehOvA, das war es, was den ephesischen Schüler erfühlen ließ die letzten Schritte für das Heruntersteigen aus der geistigen Welt.
Aber es war zu gleicher Zeit dieses Erfühlen des J O A so, daß man sich fühlte im Lichte drinnen als dieser Klang: J O A. Dann war man Mensch: klingendes Ich, klingender astralischer Leib, in lichtglänzendem Ätherleib. Dann war man Klang im Licht. So ist man als kosmischer Mensch.
Und so ist man fähig, aufzunehmen dasjenige, was man im Kosmos draußen sieht, wie man durch sein Auge hier auf der Erde fähig ist, aufzunehmen, was im physischen Umkreise der Erde geschieht.
Dann fühlte sich der ephesische Schüler wirklich, wenn er in sich trug dieses J O A, wie versetzt in die Mondensphäre. Er nahm teil an demjenigen, was beobachtet werden konnte vom Gesichtspunkte des Mondes aus.
Da war der Mensch noch Mensch im allgemeinen. Er wurde erst Mann und Weib beim Heruntersteigen auf die Erde. Da aber fühlte der Mensch sich hinaufversetzt in diese Region des vorirdischen Daseins, aber eben des Herankommens an das Irdische. Den ephesischen Schülern wurde dieses sich Hinaufversetzen in die Mondensphäre eben ganz besonders intim möglich. Dann trugen sie in ihrem Herzen, in ihrer Seele dasjenige, was sie miterlebt haben, und was in der folgenden Weise dem ephesischen Schüler erklang:
Weltentsprossenes Wesen
Dornach, 22.Apr.1924/MA
aus «GA 233a»; S.156ff