zum IMPRESSUM
Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
ZEITENLEIB (LEBENSLEIB)
Aber noch in einer andern Beziehung möchte ich Ihnen gerade heute hervorheben, inwiefern das Wissen, das durch die Geisteswissenschaft erworben werden kann, für den Menschen eine Notwendigkeit ist. Auch da werden wir wiederum hinblicken müssen auf die Realitäten einer andern Welt. Schon wenn man nur bis zur imaginativen Erkenntnis aufsteigt, bis zu derjenigen Erkenntnis, die einem also gestattet, statt in der physischen Welt in der Ätherwelt zu leben, so daß man statt der physischen Dinge die Tätigkeiten im Äther wahrnimmt - denn Tätigkeiten sind es -, schon wenn man dazu aufsteigt, entfällt einem der Raum, so wie er auf der Erde hier ist. Der dreidimensionale Raum entfällt einem. Es hat keinen Sinn, von dem dreidimensionalen Raum zu sprechen, denn im wesentlichen leben wir dann in der Zeit. Deshalb habe ich Ihnen auch bei andern Betrachtungsweisen den Ätherleib als einen Zeitorganismus dargestellt. So wie wir hier im Raumesorganismus zum Beispiel den Kopf haben und, sagen wir das Bein, und wie Sie es im Kopfe spüren, wenn Sie sich in das Bein stechen oder schneiden, wie also ein Organ mit den andern räumlich für diesen Raumesleib zusammenhängt, so hängen im Zeitenleibe, der in Geschehen besteht, in Geschehen von alledem, was tiefer zugrunde liegt unserem Menschenwesen zwischen der Geburt und dem Tode, so hängen da alle diese Einzelheiten zusammen.
Erinnern Sie sich, wie ich in den Vorträgen zum Beispiel über Pädagogik gesagt habe: Wenn man in einer gewissen Zeit des Kindesalters verehren gelernt hat, verwandelt sich diese Kraft der Verehrung im späteren Alter in eine gewisse segnende Milde, die man für andere Menschen haben kann, während derjenige, der in der Kindheit niemals die Gelegenheit gehabt hat, richtig zu verehren, diese segnende Milde nicht entfalten kann im späteren Alter. - So wie der Fuß oder das Bein mit dem Kopf zusammenhängt im Raumesorganismus, so hängt die Jugend mit dem Alter zusammen, und ich könnte auch sagen, das Alter mit der Jugend. Denn nur für das äußere physische Anschauen verfließt die Welt nach einer Seite, von der Vergangenheit nach der Zukunft [positiver Zeitstrom]. Für das höhere Anschauen gibt es auch den umgekehrten Strom: von der Zukunft in die Vergangenheit [negativer Zeitstrom]. Wir gehen in diesen Strom, wie ich beschrieben habe, ein nach dem Tode, rückwärts wandernd. Es hängt auch in diesem Zeitenorganismus alles zusammen. Ebenso wie Sie aus dem Raumesorganismus gewisse Organe nicht entfernen können, [...] ebensowenig können Sie aus dem, was am Menschen in der Zeit fortfließt, irgend etwas entfernen.
Dornach, 15.Dez.1922/VE
aus «GA 219»; S.69f