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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu
WETTER, ATMUNG und ERDBEBEN
Wodurch sind denn die beiden Gebiete abgegrenzt? Wir schauen hinaus in die physische Welt. Wir schauen da draußen nicht den Weltenrhythmus. Beides sind harmonisch innerlich durch und durch gesetzmäßige Zusammenhänge. Was ist zwischen beiden? Zwischen beiden ist dasjenige, an dem der Weltenrhythmus, indem er, ich möchte sagen, der Erde zu nahe kommt, zerstiebt, und das unter Umständen auch den menschlichen Atmungsrhythmus in Unordnung bringt; zwischen beiden sind all diejenigen Erscheinungen, die sich ausdrücken in den Lufterscheinungen, in alldem, was zur Meteorologie gehört. Würden auf unserer Erde nicht Schneegestöber, Gewitter, Wolkenbildung, Wind stattfinden, würde nicht die Luft zunächst neben dem, was sie regelmäßig an Sauerstoff und Stickstoff für unsere Atmung bedeutet, dieses Wesen der Meteorologie in sich haben - denn es ist immer da, auch wenn sie scheinbar rein ist -, wir würden hinausblicken in das Weltenall und draußen einen andersgearteten Rhythmus, aber das volle Gegenbild, nur ins Grandiose übersetzt, unseres Atmungsrhythmus überblicken. Die chaotischen Wettererscheinungen liegen zwischen den beiden Regelmäßigkeiten der Welt. Die chaotischen Wettererscheinungen trennen voneinander den Weltenrhythmus und den Menschen-Atmungsrhythmus.
Und in einer ähnlichen Weise ist der Mensch hier auf Erden der Schwere unterworfen. Er ordnet seinen Gang, er ordnet jede Handbewegung in diese Schwere, in diese Kräfte der Schwere ein. Draußen sind sie ganz anders, da sind sie nach allen Seiten orientiert. Da laufen die Linien von Wesenheit zu Wesenheit der höheren Hierarchien. Was ist zwischen beiden? So wie das Wetter zwischen Himmelsrhythmus und Menschen-Erdenrhythmus ist - was ist zwischen dem Gegensatz der Schwere des Kosmos und der Schwere der Erde?
Nun, geradeso wie das Wetter zwischen den Rhythmen ist, so ist zwischen den einander entgegengesetzten Kräften, der Schwerkraft und der geistigen Himmelsorientierungskraft, dasjenige, was sich auf der Erde als die vulkanischen Kräfte, als die Erdbebenkräfte auslebt. Die sind unregelmäßig.
[Osterinsel-Fehler]
Dasjenige, was sich in Wind und Wetter abspielt, steht in innigem Zusammenhange mit unseren Atmungsvorgängen auf die Weise, wie ich es geschildert habe vom Kosmos aus gesehen. Was sich in den vulkanischen Kräften abspielt, das steht so im Zusammenhange mit der Schwerkraft, daß es uns tatsächlich erscheint, wenn wir es nur in diesem Zusammenhange erblicken wollen, wie wenn sich von Zeit zu Zeit die übersinnlichen Mächte Stücke von der Erde heimholten, indem sie in die Gesetzmäßigkeit der Schwerkräfte eingreifen, indem sie von der andern Seite her das, was die Schwerkräfte nach und nach aufgebaut haben, ins Chaotische hineinprägen, um es heimzuholen.
So wirkt in der Tat alle irdische Bildung, wie sie durch die Schwerkraft entstanden ist, durch solche, ich möchte sagen terrestrischen Erscheinungen. Aber während sich beim Wetter das Luftförmige, das Warme bewegt und das Wäßrige, haben wir es hier mit dem Irdisch-Festen zu tun und mit dem Wäßrigen, durch das die Erde revoltiert. Wir haben es zu tun mit demjenigen, was über die Regelmäßigkeit der Gleichgewichtsverhältnisse hinausführt und was nach und nach die Erde ebenso wieder hinwegnehmen wird, wie sie entstanden ist durch die Schwerkraft. Daß dazu noch ein Drittes kommt zur Meteorologie und zum Vulkanismus, davon werde ich dann das nächste Mal sprechen.
Dornach, 26.Nov.1922/SO
aus «GA 219»; S.26ff