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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
LEUGNEN des GÖTTLICHEN
Was bringt den Menschen dazu, das Göttliche überhaupt, dasjenige, was in der Trinität der Vatergott genannt wird, abzuleugnen? - Da zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß in jedem solchen Falle, wo der Mensch ableugnet den Vatergott, also ein Göttliches überhaupt in der Welt, jenes Göttliche, das zum Beispiel auch in der israelitischen Religion anerkannt wird, ein wirklicher, echter physischer Defekt, eine physische Erkrankung, ein physischer Mangel im Menschenleibe stattfindet. Atheist sein, heißt für den Geisteswissenschafter, in irgendeiner Beziehung krank sein. Natürlich ist es eine Krankheit, die die Arzte nicht kurieren; sie sind selbst sehr häufig an dieser Krankheit leidend, einer Krankheit, die auch nicht als solche von der heutigen Medizin anerkannt ist. Aber es ist eine Krankheit, die die Geisteswissenschaft im Menschen findet, wenn der Mensch dasjenige ableugnet, was er jetzt nicht durch seine Seelen-, sondern durch seine Leibeskonstitution fühlen muß. Leugnet er das ab, was ihm ein gesundes Gefühl seines Leibes eingibt, daß ein Göttliches die Welt durchzieht, so ist er nach geisteswissenschaftlichen Begriffen krank, leiblich krank.
Es gibt dann sehr viele Leute, welche den Christus ableugnen. Die Ableugnung des Christus muß die Geisteswissenschaft betrachten als etwas, was eigentlich eine Schicksalsfrage ist und das menschliche Seelenleben betrifft. Den Christus ableugnen muß die Geisteswissenschaft ein Unglück nennen; Gott ableugnen eine Krankheit, Christus ableugnen ein Unglück. Den Christus finden können, ist gewissermaßen eine Schicksalssache, ist gewissermaßen etwas, was in das Karma des Menschen hereinspielen muß. Es ist ein Unglück, zu dem Christus keine Beziehung zu haben. Den Geist oder den Heiligen Geist ableugnen, bedeutet eine Stumpfheit des eigenen Geistes. Der Mensch besteht aus Leib, Seele und Geist. In bezug auf alle drei kann er einen Defekt haben. Einen physischen wirklichen Krankheitsdefekt gibt es beim Atheismus gegenüber dem Göttlichen. Im Leben nicht zu finden jene Anknüpfung an die Welt, welche uns den Christus erkennen läßt, das ist ein Unglück. Den Geist in seinem eigenen Inneren nicht finden können, ist eine Stumpfheit, in gewissem Sinne ein Idiotismus, wenn auch ein feinerer und wiederum eben nicht anerkannter Idiotismus.
Zürich, 16.Okt.1918/ME
aus «GA 182»; S.158