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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu den
PLANETENWIRKSAMKEITEN
O Sonn', ein König dieser Welt °
Luna dein Geschlecht erhält
Merkur kopuliert euch fix
Ohn' Venus' Gunst erreicht ihr alls nichts
Die Marten sich als Mann erwählt
Jovis G'nad ist euch unverloren
Daß Saturn, alt und greis
In vielen Farben sich erweis.
Hier haben Sie solch einen Spruch, der anzeigen soll, welche Kräfte gewissermaßen lokalisiert sind in dem, was nun nicht äußerlich, bloß in der Oberfläche der Dinge angeschaute Planeten sind, sondern was die innerlich lebendigen Wesenheiten der Planeten sind. Die Kräfte des ganzen Planetensystems sind in diesem Spruch ausgedrückt, aber so, daß er, wenn man sie erfaßt, verständlich macht, wie sie im Menschen wirken.
Was ist denn ausgedrückt in einem solchen Spruch? In einem solchen Spruch ist ausgedrückt - ich will ungefähr es umschreiben, was ausgedrückt ist -: Hier leben wir im physischen Leib zwischen Geburt und Tod; das hängt im großen und ganzen zusammen mit den Kräften, welche die Erde von der Sonne hat. Aber es braucht noch andere Kräfte, damit das Menschengeschlecht wirklich da sei. Damit das Menschengeschlecht nicht bloß so da sein kann, wie es fertig ist durch die Sonne, sondern sich auch fortpflanzen kann, damit das Geschlecht erhalten bleibt, dazu müssen die Kräfte von dem Mond ausgehen:
Luna dein Geschlecht erhält.
Aber die beiden Kräfteimpulse, der Sonnenimpuls und der Mondimpuls, sie werden zusammengehalten duch den Merkurimpuls:
Merkur kopuliert euch fix -
Dadurch wird der ganze Prozeß schon immer geistiger. Unser physisches Dasein, daß wir einfach als Menschengestaltung dastehen, ist von der Sonne abhängig, daher ist die Sonne der König dieser Welt, als physische Sonne gefaßt. Nur dadurch, daß der Christus herabgestiegen ist und von der Sonne auf die Erde gekommen ist, dadurch ist die Sonne auch geistig. Aber so, wie die Sonne zunächst als physischer Körper ist, so macht sie es uns möglich, daß wir als physische Menschen auf der Erde leben.
Luna dein Geschlecht erhält.
geht in das Geistige über. Das geht noch mehr über:
Merkur kopuliert euch fix
und noch mehr ins Geistige geht über:
Ohn' Venus' Gunst erreicht ihr alls nichts
das heißt, es muß das da sein, was an Venusimpulsen kommt und das Ganze durchstrahlt, gleichsam durchwärmt, durchglüht. Vom Mars geht dasjenige aus, was wiederum der Venusimpuls braucht, damit er sich verbinde und seine Widerlage habe daran. Und noch geistiger, aber im Physischen geistig, ist das, was vom Jupiter ausgeht: «Jupiters Gnade». Und der Mensch kommt erst dadurch innerhalb des Menschengeschlechts so zustande, wie er ist, daß dasjenige, was als Saturnkraft immer wirkt, was die älteste Kraft ist und jetzt in der äußersten Peripherie gewissermaßen wirkt, aus dem Geistig-Seelischen heraus so wirkt, daß auch im Menschen das Geistig-Seelische das Physische voll durchdringen kann. Denn wir würden nur Fleisch und Blut sein können durch die Sonne. Durch den Saturn sind wir nicht bloß Fleisch und Blut, sondern von Seele und Geist durchstrahltes und durchwärmtes Fleisch und Blut. Seele erweist sich in uns durch die Saturnkraft, welche die älteste ist, «alt und greis»:
Daß Saturn, alt und greis,
In vielen Farben sich erweis.
Denn unser Inkarnat hat das Seelisch-Geistige ausgedrückt im Physischen: In unserer Hautfärbung, in unserem Inkarnat sind in der Tat alle Farben.
Dornach, 3.Sep.1916/SO
aus «GA 170»; S.260ff
°) Als Verfasser dieses in der alchymistischen Literatur des 18. Jahrhunderts vielzitierten Spruches gilt der im 15. Jahrhundert lebende Benediktinermönch Basilius Valentinus. Von Rudolf Steiner verschiedentlich mit kleinen Variationen angeführt. In den «Chymischen Schriften» des Basilius Valentinus (Hamburg 1717, S.144) lautet der Text folgendermaßen:
O Sonn', ein König dieser Welt / Die Luna dein Geschlecht erhält / Merkur kopuliert euch fix / Ohn' Venus' Gunst erreicht ihr alls nichts / Welch Marten sich als Mann erkoren / Jovis G'nad ist euch unverloren / Damit Saturnus, alt und greis / In vielen Farben sich erweis.