zum IMPRESSUM
Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
EGOISMUS BEIM SCHULEN
[...] Also das ist die Gefahr, daß der Mensch bis zum höchsten Maße des Egoismus hinaufwächst durch solches Hineinsteigen in sein Inneres. Das ist es ja auch, was als eine bestimmte Art von Illusion immer wieder über diejenigen kommt, die auch heute durch eine esoterische Entwickelung dieses Hineinsteigen in das eigene Innere anstreben wollen. Bei solcher Gelegenheit machen sich mancherlei Egoismen beim Menschen geltend; und wenn sie dann da sind, glaubt der Mensch in der Regel gar nicht, daß es diese Egoismen sind. Der Weg in die höheren Welten wird ja genugsam als ein solcher geschildert, zu dem, selbst wenn er in unserer Zeit gesucht wird, Überwindungen notwendig sind. Und manche von denjenigen Menschen, die, auch in unserer Zeit, gern den Weg in die höheren Welten hinauf gehen wollen, aber keine solche Überwindungen haben wollen, die zwar gern schauen möchten in die höheren Welten, aber nicht erleben wollen, was eigentlich dazu führen kann, solche Menschen finden es dann immer wieder unbequem, allerlei in sich auftauchen zu sehen, was nun einmal in der menschlichen Natur liegt. Sie möchten ohne dieses Auftauchen von allerlei Egoismen und dergleichen in die höheren Welten hinaufkommen. Sie merken nicht, daß oft gerade darin der herbste, der bedeutsamste Egoismus sich zeigt, daß sich die Unzufriedenheit geltend macht mit dem, was eigentlich als etwas ganz Reguläres eintritt, und von dem sie sich fragen sollten: Muß ich denn nicht, da ich ein Mensch bin, auch allerlei solche Gewalten aufrufen? Sie finden es merkwürdig, daß solche Dinge da sind, trotzdem es hundert- und hundertmal erklärt wird, daß sich so etwas in einer bestimmten Zeit einstellt. Ich will damit nur hinweisen auf die Illusionen und Täuschungen, denen sich gewisse Menschen hingeben. In unserer Zeit ist es ja noch zu berücksichtigen, daß die Menschheit in einer gewissen Weise bequem geworden ist und am liebsten mit der Bequemlichkeit, die man sonst im gewöhnlichen Leben liebt, den Weg in die höheren Welten hinauf gehen möchte. Aber solche Bequemlichkeiten, wie man sie auf den gewöhnlichen Gebieten des Daseins gern schafft, können nicht geschaffen werden auf dem Wege, der in die geistigen Welten führen soll.
Bern, 8.Sep.1910/JV
aus «GA 123»; S.144f