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Zitatensammlung
Teil 1
Zitate von Rudolf STEINER zu
WOLKENBILDUNG, BLITZ und DONNER
Nach unserer heutigen abstrakten Anschauung wird alles durcheinandergeworfen. Das konnten die alten Seher nicht. Die hatten es nicht so bequem, überall dieselben trivialen Kräfte zu sehen, wie es etwa ein heutiger Physiker tut, der nicht nur Physiker, sondern zu gleicher Zeit zum Beispiel auch Meteorologe sein will. Wer wird denn nach heutigen physikalischen Begriffen daran zweifeln, daß dieselben Kräfte, die, sagen wir, in dem elementarischen Dasein wirken, in dem Festen, Flüssigen und so weiter, auch wirksam sind, wenn sich zum Beispiel innerhalb des Luftkreises die Wolken bilden, wenn sich das Wasser zu den Wolken ballt? [...] Sobald man auf die geistigen Untergründe zurückgeht, kann man nicht überall dasselbe sehen. Andere geistige Wesenheiten sind da tätig, wenn, sagen wir, aus irgendeinem Gasigen unmittelbar auf dem Erdboden ein Flüssiges sich bildet oder wenn im Umkreise der Erde das Gasige, das Dampfförmige sich zum Flüssigen ballt. [...] Das, was ich eben gesagt habe von der Teilnahme der [unteren sieben] Hierarchien an unserem elementarischen Dasein, das bezieht sich nur auf die Erde, vom Mittelpunkt bis herauf, wo wir selbst stehen, aber dieselben Kräfte reichen nicht aus, um zum Beispiel auch die Wolken zu bilden. Da sind andere Wesenheiten am Werke. [...]
Derjenige nun, dem zum Bewußtsein gekommen ist durch seherische Forschung, daß innerhalb unserer Erde waltet im erdigen Element das Wesen der Throne oder der Geister des Willens, im Wässerigen das Wesen der Geister der Weisheit, im Luftförmigen das der Geister der Bewegung, im Wärmehaften das der Elohim, der steigt allmählich auf zu der Erkenntnis, daß bei der Ballung der Wolken, bei jenem eigenartigen, in unserem Erdenumkreise vor sich gehenden Wässerigwerden des Gasförmig-Wässerigen, am Werke sind jene Wesenheiten, die der Hierarchie der Cherubim angehören. So sehen wir auf unser Festes, auf das, was wir als elementarisches Erdendasein bezeichnen, und schauen in ihm ein Durcheinanderwirken der Elohim mit den Thronen. Wir richten den Blick aufwärts und sehen, wie in dem Luftförmigen, in dem ja allerdings die Geister der Bewegung walten, wie da am Werke sind die Cherubim, damit das Wässerige, das aus dem Bereiche der Geister der Weisheit aufsteigt, sich zu Wolken ballen kann. Im Umkreise unserer Erde walten ebenso die Cherubim, wie da walten innerhalb des elementarischen Daseins unserer Erde die Throne, die Geister der Weisheit, die Geister der Bewegung. - Und wenn wir jetzt sehen das Weben und Wesen dieser Wolkenbildungen selber, wenn wir das sehen, was gleichsam als ihr Tieferes verborgen ist, was sich nur zuweilen kundgibt, so ist es der aus der Wolke herausdringende Blitz und Donner. Das ist auch nicht etwas, was aus dem Nichts herauskommt. Dieser Tätigkeit liegt für den Seher zugrunde das Weben und Wesen derjenigen Geister der Hierarchien, die wir als Seraphim bezeichnen. Und damit haben wir, wenn wir in unserem Erdenbereich bleiben, wenn wir bis zum nächsten Umkreis gehen, alle einzelnen Stufen der Hierarchien gefunden.
So sehen wir in dem, was uns sinnlich entgegentritt, den Ausfluß, die Manifestationen hierarchischer Tätigkeit. Es wäre ein völliger Unsinn, wenn man in dem aus der Wolke schlagenden Blitz dasselbe sehen würde wie das, was man sieht, wenn ein Zündholz angezündet wird. Ganz andere Kräfte walten, wenn überhaupt aus der Materie das Element, das im Blitz waltet, das Elektrische, herauskommt. Da walten die Seraphim. So haben wir die Gesamtheit der Hierarchien auch in unserem Erdenumkreise gefunden, so wie wir sie im Kosmos draußen finden können. Es dehnen eben diese Hierarchien ihre Tätigkeit auch auf das aus, was in unserem unmittelbaren Umkreise ist.
München, 22.Aug.1910/MO
aus «GA 122»; S.119ff
Ebenso, wie man mit dem okkulten Blick so in seiner Imagination festbegrenzte Naturwesenheiten [Gnome] wahrnimmt, wie man auf diese Weise festgeformte Wesenheiten vor sich haben kann, für die man Grenzen sieht, die man aufzeichnen könnte, so ergibt sich eine andere Möglichkeit für den okkulten Blick, einen Eindruck zu haben von Wesenheiten, die unmittelbar hinter dem Schleier der Natur stehen. Wenn man, sagen wir, an einem Tag, wo die Witterungsverhältnisse sich jeden Augenblick ändern, wo beispielsweise Wolken sich bilden, aus den Wolken der Regen herunterfällt, wo vielleicht auch, von der Erdoberfläche ausgehend, wiederum Nebel sich aufwärts heben - wenn man an einem solchen Tage sich diesen Erscheinungen in derselben Weise hingibt, wie vorhin geschildert, so daß man einen moralischen Eindruck an die Stelle des physischen treten läßt, dann kann man wieder ein bestimmtes Erlebnis haben. Besonders geeignet ist es, wenn man sich dem eigentümlichen Spiel hingibt, sagen wir, einer in einem Wasserfall sich zerstäubenden, sich überschlagenden Wassermasse; wenn man sich hingibt den sich bildenden, sich auflösenden Nebeln und dem Wasserdunst, der die Luft erfüllt und rauchförmig nach oben geht, oder wenn man einen feinen Regen nach unten strömen sieht oder auch ein leises Rieseln durch die Luft gehen fühlt. Wenn man all dem gegenüber moralisch empfindet, so ergibt das die zweite Klasse von Wesenheiten [Undinen], denen gegenüber wir anwenden möchten das Wort Metamorphose, Verwandlung. Diese zweite Gruppe von Wesenheiten könnten wir nicht zeichnen, so wenig wie man eigentlich den Blitz malen kann. Man kann eine bestimmte Gestalt, die nur einen Augenblick vorhanden ist, festhalten, im nächsten ist das alles schon verwandelt. Also solche sich immer verwandelnden Wesenheiten, deren Symbol wir für die Imagination höchstens finden können in den sich verwandelnden Wolkengebilden, sie erscheinen uns als die zweite Klasse von Wesenheiten.
Helsingfors, 3.Apr.1912/ME
aus «GA 136»; S.28f
[...] Wenn die Pflanzen zum Beispiel sich allmählich heranentwickelt haben und wiederum die Notwendigkeit beginnt, daß sie welken, dann greifen andere Wesenheiten [Sylphen] ein, Wesenheiten, von denen wir nicht einmal sagen können, daß sie ihre Gestalten fortwährend verwandeln, denn wir können eigentlich von ihnen nur sagen, daß sie keine rechte Gestalt haben. Blitzartig aufleuchtend, wie kleine Meteore aufleuchtend und wieder verschwindend, so erscheinen sie uns, wieder aufblitzend und wieder verschwindend, so daß sie eigentlich gar keine bestimmte Gestalt haben, sondern wie über unsere Erde hinhuschend, meteor- oder irrlichtartig aufleuchtend und verglimmend sind. [...] Für den okkulten Blick sind diese Wesenheiten eigentlich nur dann wahrnehmbar, wenn er sich einzig und allein auf die Luft selber richtet, und zwar auf eine möglichst reine Luft. [...] Möglichst wasserreine Luft, die vom Sonnenlicht und von der Sonnenwärme durchspielt wird, muß auf die Seele wirken, wenn man die Imagination von diesen meteorisch aufleuchtenden und wieder verglimmenden Wesenheiten erhalten will, welche gleichsam unsichtbar in der wasserreinen Luft leben und gierig einsaugen das Licht, von dem die Luft durchdrungen ist und das sie aufglänzen und aufleuchten läßt. Diese Wesenheiten sind es, die sich dann niedersenken zum Beispiel auf die Pflanzenwelt oder auch auf die tierische Welt und das Reifen besorgen.
Helsingfors, 4.Apr.1912/JU
aus «GA 136»; S.31f
Nicht wahr, die Exusiai, die Geister der Form, sind direkt sinnlich wahrzunehmen in den Planeten; das ist einfach ihre Seite, die sie uns zuwenden. Die Geister der Bewegung sind direkt wahrzunehmen in den Fixsternen; das ist die Seite, die sie uns zuwenden. Aber die Cherubim und Seraphim, die sind nicht so sinnlich wahrnehmbar, daß sie uns gewissermaßen ihre andere Seite zuwenden. Aber sie sind so stark unwahrnehmbar - ich bitte, das eben hinzunehmen und etwas darüber nachzudenken -, daß die Unwahrnehmbarkeit schon wiederum wahrnehmbar wird. Also dasjenige, was in der Welt lebt durch Cherubim und Seraphim, das ist in so hohem Grade unwahrnehmbar, daß die Unwahrnehmbarkeit schon wiederum wahrgenommen wird. Es entzieht sich das so stark dem menschlichen Bewußtsein, daß der Mensch dieses Dem-Bewußtsein-Entziehen merkt.
So kann man sagen: Die Cherubim, die kommen schon wiederum zum Vorschein, wenn auch eben sich das gerade auf die Weise dokumentiert, daß sie so tief verborgen sind, daß man ihre Verborgenheit merkt. Die Cherubim erscheinen nicht nur symbolisch, sondern ganz objektiv in dem, was sich in der Gewitterwolke zuträgt, in dem, was sich zuträgt, wenn ein Planet beherrscht wird von vulkanischen Kräften. Und die Seraphim kommen in dem, was als Blitz aus der Wolke zuckt, oder in dem, was als Feuer in den vulkanischen Wirkungen zutage tritt, wirklich so zum Vorschein, daß eben ihre Unwahrnehmbarkeit in diesen gigantischen Wirkungen der Natur wahrnehmbar wird.
Dornach, 30.Dez.1917/SO
aus «GA 180»; S.103
Dagegen findet derjenige, der nun, um zu einem wirklichkeitsgemäßen Begriff zu kommen, alles das zusammenträgt, was wir hier versuchen, in unseren physikalischen Betrachtungen zusammenzutragen, daß in dem Augenblick, wo der Blitz erscheint, der Raum zerreißt, und dasjenige, was den Raum intensiv undimensional erfüllt, das tritt heraus, wie, wenn ich mich schneide, das Blut herausdringt. Das ist aber der Fall jedesmal, wenn Licht in Begleitung von Wärme erscheint: Der Raum zerreißt, der Raum enthüllt uns dasjenige was in seinem Inneren ist, während er uns in seinen gewöhnlichen Dimensionen, die wir vor uns haben, nur seine Außenseite zeigt. Der Raum führt uns in sein Inneres.
Wir dürfen sagen: Indem wir weiter aufsteigen vom Ponderablen ins Imponderable und gerade durch das Gebiet der Wärme gehen müssen, finden wir, daß die Wärme überall da herausquillt, wo wir aus den Druckwirkungen der ponderablen Materie in die Saugwirkungen des Imponderablen hineinkommen. Es quillt die Wärme überall heraus. Wenn Sie sich nun vorstellen, daß wir es zu tun haben mit dem Vorgange, den wir vor ein paar Tagen hier als Wärmeleitung bezeichneten, so müssen sie daran die andere Vorstellung knüpfen, daß diese Wärmeleitung ja an die ponderable Materie gebunden ist, im Gegensatz zu dem, was wir ja auch aufgezeigt haben als die sich ausbreitende Wärme selbst. Die sich ausbreitende Wärme selbst finden wir ja jetzt als dasjenige, was da herausquillt, wenn der Raum zerreißt. Wie will denn diese Wärme wirken? Sie will aus der Intensität des Raumes in die Extensivität hineinwirken. Sie will gewissermaßen aus dem Inneren des Raumes in sein Außenwerk hineinwirken. Wenn sie in Wechselwirkung tritt mit einem materiellen Körper, so sehen wir die Erscheinung auftreten, die darin besteht, daß die Eigentendenz der Wärme aufgehalten wird, ihr Saugeffekt in einen Druckeffekt umgewandelt wird, daß sich der Weltentendenz der Wärme entgegenstellt die individualisierende Tendenz des Materiellen, die im festen Körper dann die gestaltende Kraft wird.
Stuttgart, 14.Mär.1920/SO
aus «GA 321»; S.210f