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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
BRÜTEN ÜBER DEN WASSERN
Nun gebraucht die Bibel ein merkwürdiges Wort, um das Verhältnis dieses Geistigen der Elohim zu den Elementen auszudrücken: «Ruach Elohim m'rachephet. [רוח אלהים מרחפת]» Ein merkwürdiges Wort, auf das wir näher eingehen müssen, wenn wir verstehen wollen, wie der Geist der Elohim die anderen Elemente durchwebte. Dieses Wort, racheph, wir können es nur verstehen, wenn wir sozusagen alles zu Hilfe nehmen, was in der damaligen Zeit durch die Seele zog, wenn dieses Wort ausgesprochen wurde. Wenn man sagt: «Und der Geist der Götter webte auf sich ausbreitenden Stoffmassen» oder «auf den Wassern», so ist damit gar nichts gesagt. Denn zu der richtigen Deutung dieses Zeitwortes, racheph, kommen wir nur, wenn Sie sich denken - ich muß es durch einen etwas, ich möchte sagen groben, anschaulichen Vergleich charakterisieren -, ein Huhn sitzt auf den Eiern, und die Brutwärme von dem Huhn strahlt aus über die Eier, die darunter sind. Und wenn Sie sich nun denken die Tätigkeit dieser Brutwärme, die von dem Huhn in die Eier strahlt, um da die Eier zum Ausreifen zu bringen, diese Tätigkeit der Wärme, dieses Strahlen der Wärme von dem Huhn in die Eier hinein, dann haben Sie einen Begriff von dem Zeitwort, das da steht und uns sagt, was der Geist im Wärmelemente tut. Es wäre natürlich durchaus ungenau ausgedrückt, wenn man sagen würde, der Geist der Elohim «brütet», weil nicht das gemeint ist, was man sich heute unter der sinnlichen Tätigkeit des Brütens vorstellt; es ist vielmehr die Aktivität der ausstrahlenden Wärme damit gemeint. So wie die Wärme vom Huhn strahlt, so strahlte in die anderen elementarischen Zustände, in den luftförmigen und den wäßrigen, durch das Wärmeelement der Geist der Elohim hinein. Wenn Sie sich das denken, dann haben Sie das Bild dessen, was gemeint ist, wenn gesagt wird: «Und der Geist der Elohim brütete über den Stoffmassen, über den Wassern.»
München, 18.Aug.1910/DO
aus «GA 122»; S.52f