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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zur
HEBRÄISCHEN SPRACHE
Worin besteht denn eigentlich das ganz Eigenartige dieser Urworte? Wenn ich mich zunächst abstrakt ausdrücken darf, so muß ich sagen, es besteht darin, daß sie in hebräischer [a] Sprache geschrieben sind, in einer Sprache, die ganz anders auf die Seele wirkt, als irgendeine moderne Sprache wirken kann. Wenn diese Sprache, in der die ersten Partien der Bibel uns zunächst vorliegen, heute auch nicht mehr so wirkt, einstmals hat sie so gewirkt, daß, wenn ein Buchstabe durch die Seele lautete, ein Bild in ihr wachgerufen wurde. Von der Seele dessen, der mit lebendigem Anteil die Worte auf sich wirken ließ, tauchten in einer gewissen Harmonie, ja in einer organischen Form Bilder auf, die sich vergleichen lassen mit dem, was der Seher heute noch sehen kann, wenn er von dem Sinnlichen zum Übersinnlichen vorschreitet. Man möchte sagen, die hebräische Sprache, oder besser gesagt die Sprache der ersten Partien der Bibel, war eine Art von Mittel, aus der Seele herauszurufen bildhafte Vorstellungen, welche nahe heranrückten an die Gesichte, die der Seher erhält, wenn er fähig wird, leibfrei zu schauen in die übersinnlichen Partien des Daseins.
München, 17.Aug.1910/MI
aus «GA 122»; S.32
a] siehe auch Vortrag vom 25.VI.1924: Abs.2 - „Neben Bauern, Handwerkern und der poltischen Elite in den Siedlungen lebten in der Levante auch Nichtsesshafte. Zu ihnen gehörten Händler und Handwerker, Nomadenhirten mit Schafen und Ziegen, Söldner und andere mehr. Ihre Zahl stieg an, als die Städte immer weniger Möglichkeiten boten, den Lebensunterhalt zu verdienen. Weil aber auch die Einnahmequellen außerhalb begrenzt waren, verlegten sich etliche Nichtsesshafte auf die Räuberei. Ägyptische, hethitische und mesopotamische Texte des 2. Jahrtausends v. Chr. nennen solche Banden »Habiru«. Dieses gesellschaftliche Phänomen war in der gesamten damaligen Welt des Orients verbreitet. Der Begriff meint somit ursprünglich eine soziale Gruppe, keine ethnische. Der Name »Hebräer«, der übrigens in der Bibel nur selten gebraucht wird, leitet sich von dieser Bezeichnung ab” Wolfgang Zwickel in »Spektrum der Wissenschaft« 1/2016; S.64