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Zitatensammlung
Teil 1
oser la rose
Zitate von Rudolf STEINER zu
MEISTER JESUS
Nun ist aber der Ätherleib der Bildner und Aufbauer des physischen Menschenleibes. Wir können uns nun vorstellen, daß in der Tat eine tiefe Verwandtschaft war zwischen diesem Ätherleibe, der als der Ätherleib des salomonischen Jesus [ישו] in die geistige Welt entrückt worden war, und dem Ich des Zarathustra, denn dasselbe war bis zum zwölften Jahre eins mit ihm im Erdenwandel. Und als es durch die Entwickelung des Jesus [יהשוה] von Nazareth dann dessen Leib verließ, sich sozusagen herausbegab aus dem Leibe des nathanischen Jesus, da machten sich die Anziehungskräfte geltend zwischen dem Zarathustra-Ich und dem Ätherleibe, welcher dem salomonischen Jesuskinde entstammte. Die kamen wieder zusammen und bauten sich dann einen neuen physischen Leib auf. Das Zarathustra-Ich war so reif, daß es nicht einen weiteren Durchgang durch ein Devachan brauchte. Es konnte sich nach verhältnismäßig kurzer Zeit mit Hilfe jenes Ätherleibes, den wir eben charakterisiert haben, einen neuen physischen Leib aufbauen. Und dadurch wurde nunmehr zum ersten Male dasjenige Wesen geboren, welches nachher immer wieder und wieder erschien, immer so erschien, daß verhältnismäßig kurze Zeiträume zwischen dem physischen Tode und einer neuen Geburt verliefen, so daß dieses Wesen immer, wenn es den physischen Leib im Tode verließ, bald wieder auf der Erde neu inkarniert erschien.
Diese Wesenheit, welche also ihren auf die geschilderte Weise abgelegten Ätherleib wieder aufgesucht hat, wandelte nachher durch die Geschichte der Menschheit. Sie wurde, wie Sie sich vorstellen können, der größte Helfer derjenigen, welche das große Ereignis von Palästina begreifen wollten. Als sogenannter «Meister Jesus» [Magister Iesus] wandelt diese Individualität durch der Zeiten Wende; so daß also der Zarathustra, das Zarathustra-Ich, nach der Wiederauffindung seines Ätherleibes seine Laufbahn durch die Menschheitsentwickelung als der «Meister Jesus» begann, der seitdem auf unserer Erde immer wieder und wieder verkörpert lebt zur Lenkung und Leitung jener Geistesströmung, die wir die christliche nennen. Er ist der Inspirator derjenigen, welche das sich lebendig entwickelnde Christentum verstehen wollen; er hat innerhalb der esoterischen Schulen diejenigen inspiriert, welche die Lehren des Christentums fortdauernd zu pflegen hatten. Hinter den großen geistigen Gestalten des Christentums steht er, immerdar lehrend, was eigentlich das große Ereignis von Palästina bedeutet.
Basel, 21.Sep.1909/MA
aus «GA 114»; S.136f
Indem nun auf dem Boden einer solchen theosophischen Erkenntnis und Empfindung der Theosoph sich der Christus-Jesus-Gestalt naht, entsteht bei ihm selbstverständlich ein gewisses Bedürfnis - man wird gar nicht leugnen können, daß es in einem gewissen Sinne ganz begreiflich ist, daß ein solches Bedürfnis entsteht -, ein Bedürfnis, das darin besteht, daß er seinen Christus Jesus mit demselben Idealbegriff verbindet, den er sich von einem Meister, von einem Adepten, vielleicht von unserm Buddha gemacht hat. Und er wird vielleicht gedrängt zu sagen: Jesus von Nazareth muß ebenso vorgestellt werden als ein großer Adept! Dieses Vorurteil würde die Erkenntnis des wirklichen christlichen Wesens auf den Kopf stellen. Und es wäre nur ein Vorurteil, wenn auch ein begreifliches Vorurteil. Denn wie soll der, welcher das tiefste, intimste Verhältnis zu dem Christus gewonnen hat, den Träger des Christus-Wesens nicht in dieselbe Linie stellen mit dem Meister, mit dem Adepten, mit dem Buddha zum Beispiel? Wie sollte er das nicht? Das muß uns ganz begreiflich erscheinen. Vielleicht würde es einem solchen als eine Herabwürdigung des Jesus von Nazareth erscheinen, wenn man es nicht machte. - Dadurch wird man davon abgelenkt, sich nach den Tatsachen zu richten, wie sie wenigstens in der Überlieferung durchsickern.
Eines könnte jeder aus den Tatsachen der Überlieferung erkennen, wenn er nur eingehen würde auf das, was man trotz aller Konzilienmeinungen und trotz alles dessen, was die einzelnen Menschen als Kirchenväter, Kirchenlehrer und so weiter geschrieben haben, bei unbefangener Betrachtung der Überlieferung gewahr werden kann, was durch die Überlieferungen durchsickert: daß der Jesus von Nazareth zum Beispiel nicht ein Adept genannt werden darf. Denn jeder könnte sich fragen: Wo ist in der Überlieferung etwas davon enthalten, was den Begriff des Adepten, wie wir ihn in der theosophischen Lehre haben, auf den Jesus von Nazareth anwenden läßt? - Das eine wurde gerade in den ersten Zeiten des Christentums betont: daß derjenige, der Jesus von Nazareth genannt wird, ein Mensch war wie jeder andere, ein schwacher Mensch wie jeder andere. Und diejenigen kommen dem Sinn dessen, der in die Welt gekommen ist, am nächsten, die das Wort vertreten: Jesus war ein wahrer Mensch! Also nichts von einem Adeptenbegriff ist eigentlich in der Überlieferung, wenn wir sie ordentlich betrachten, zu erkennen. Und wenn Sie sich an alles erinnern, was in den verflossenen Vorträgen gesagt worden ist über die Entwickelung des Jesus von Nazareth - über die Entwickelung des einen Jesusknaben, in dem Zarathustra bis zum zwölften Jahre gelebt hat, und über die Entwickelung des anderen Jesusknaben, in welchem Zarathustra dann bis zum dreißigsten Jahre gelebt hat -, so werden Sie sich zwar sagen: da hat man es mit einem besonderen Menschen zu tun, mit einem Menschen, zu dessen Wesen sozusagen die Weltgeschichte, die Weltentwickelung die größten Anstalten machte schon dadurch, daß sie zwei menschliche Leiber schafft und den einen menschlichen Leib bis zum zwölften Jahre, den anderen vom zwölften bis zum dreißigsten Jahre bewohnt sein läßt von der Zarathustra-Individualität -, aber wir werden uns auch sagen: dadurch, daß diese zwei Jesus-Gestalten so bedeutende Individualitäten waren, stand der Jesus von Nazareth auch hoch, ist aber nicht auf demselben Wege wie eine Adepten-Individualität, die kontinuierlich von Inkarnation zu Inkarnation schreitet, hochgestiegen. Doch selbst abgesehen davon: im dreißigsten Jahre, wo die Christus-Individualität in den Leib des Jesus von Nazareth einzieht, verläßt ja gerade der Jesus von Nazareth diesen Leib, und wir haben es von dem Moment der Johannes-Taufe ab zu tun - wenn wir jetzt nicht von dem Christus sprechen - mit einem Menschen, den wir im wahrsten Sinne des Wortes als einen bloßen Menschen zu bezeichnen haben, nur daß er der Träger des Christus ist. Aber wir haben zu unterscheiden den Träger des Christus — und den Christus selbst in diesem Träger. In diesem Leib, der der Christus-Träger ist, wohnte, weil sie von der Zarathustra-Individualität verlassen ist, keine menschliche Individualität, die etwa eine besonders hohe Entwickelung erlangt hatte. Die Entwickelung, die der Jesus von Nazareth zeigte, diese Entwickelungsstufe rührte davon her, daß die Zarathustra-Individualität in ihm wohnte. Aber diese menschliche Natur ist von der Zarathustra-Individualität, wie wir wissen, verlassen. Deshalb war es auch, warum diese menschliche Natur sogleich, als die Christus-Individualität von ihr Besitz ergriffen hatte, ihr alles das entgegensandte, was sonst aus der menschlichen Natur herauskommt: den Versucher. Deshalb war es auch, daß der Christus alle Verzweiflung und alle Sorgen durchmachen konnte, wie sie uns als die Vorgänge auf dem Ölberg geschildert werden. Wer außer acht läßt, daß die Christus-Wesenheit nicht in einem Menschen gewohnt hat, der eine besondere Adeptenhöhe erlangt hatte, sondern in einem einfachen Menschen, der sich dadurch von den andern unterschied, daß er nur der zurückgelassene menschliche Hüllenorganismus war, in dem Zarathustra gelebt hatte, wer das nicht beachtet, der kann nicht zu einer wirklichen Erkenntnis des Wesens des Christus vordringen. Was der Christus-Träger war, ist wahrer Mensch, ist nicht ein Adept! Dadurch aber, daß wir das erkennen, wird sich uns erst ein wenig Aussicht eröffnen auf die ganze Natur des Golgatha- und des Palästina-Ereignisses überhaupt. Würden wir den Christus Jesus einfach als einen hohen Adepten auffassen, so würden wir ihn in eine Linie stellen müssen mit anderen Adepten-Naturen. Wir tun das nicht. Es mag vielleicht solche Leute geben, die uns sagen: Wir tun das nicht, weil wir von vornherein aus irgendeinem Vorurteil heraus den Christus Jesus über alle anderen Adepten als einen noch höheren Adepten stellen wollen. Die das sagen würden, wüßten nicht, was wir als die Ergebnisse der okkulten Forschung in unserer Zeit verkündigen müssen.
Karlsruhe, 7.Okt 1911/SA
aus «GA 131»; S.82ff
So wie ich heute hier gesprochen habe, so redeten, in den letzten Jahrhunderten in engem, kleinem Kreise die Angehörigen der Rosenkreuzerkreise. Heute kann es vor größeren Menschenmengen gesprochen werden. Diejenigen, welche die Mission haben, aus der geisteswissenschaftlichen Bewegung heraus als Testamentsvollstrecker desjenigen zu wirken, was vom Mysterium von Golgatha in die Menschheit strömt, sie wissen, daß der Jesus, der den Christus in sich geborgen hat, jedes Jahr zur Osterzeit aufsucht die Stätte, wo sich abgespielt hat das Mysterium von Golgatha. Gleichgültig, ob der Jesus im Fleisch ist oder nicht, er sucht jedes Jahr diese Stätte auf, und da können die Schüler, die die Reife erlangt haben, ihre Vereinigung mit ihm haben.
Das empfand ein Dichter - Anastasius Grün - wie eine Individualität herabkommt, und die Stätte, wo sich das Mysterium von Golgatha abspielte, jedes Jahr am ersten Osterfeiertage besucht. [...]
Düsseldorf, 5.Mai 1912/SO
aus «GA 130»; S.288
Auf eine Frage nach dem Gottesfreund vom Oberland habe Rudolf Steiner geantwortet, daß er der Meister Jesus gewesen sei, der seit dem Mysterium von Golgatha in jedem Jahrhundert inkarniert sei. Auf die weitere Frage, ob er auch jetzt inkarniert sei, wurde geantwortet: derzeit hält er sich in den Karpathen auf und Rudolf Steiner habe angedeutet, daß er mit ihm in rein geistiger Verbindung stehe.
(Überliefert durch Friedrich Rittelmeyer ohne nähere Zeitangabe)
Auf eine Frage nach der Bedeutung der im letzten Brief des Gottesfreundes geschilderten Zusammenkunft von zwölf hohen Gottesfreunden mit dem schon hochbetagten Gottesfreund vom Oberland zur Osterzeit des Jahres 1380 habe Rudolf Steiner geantwortet: Sehen Sie, da haben Sie den Übergang zum Rosenkreuzertum. Es handelt sich um dasselbe, worauf Goethe in seinem Gedicht «Die Geheimnisse» hingedeutet hat. Seither ist Christian Rosenkreutz die führende Wesenheit im abendländischen Geistesleben. Er ist seitdem in jedem Jahrhundert inkarniert, ebenso wie auch der Meister Jesus, der Gottesfreund vom Oberland. Beide lösen einander in jedem Jahrhundert ab und der Meister Jesus wirkt seither auch im Sinne von Christian Rosenkreutz.
(Überliefert von Wilhelm Rath aus dessen Gespräch mit Rudolf Steiner in Stuttgart,
am 16. Oktober 1922)
Meister Jesus sei immer inkarniert mit Pausen von höchstens 12 Jahren.
(Überliefert durch Emmy von Gumppenberg ohne nähere Zeitangabe)
aus «GA 264»; S.238f