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Zitatensammlung
Teil 1
Leitsätze von Rudolf STEINER zu
WESENHEIT-OFFENBARUNG-WIRKSAMKEIT-WERK
112. Das Göttlich-Geistige kommt im Kosmos in den folgenden Etappen auf verschiedene Art zur Geltung: 1. durch seine ureigene Wesenheit; 2. durch die Offenbarung dieser Wesenheit; 3. durch die Wirksamkeit, wenn die Wesenheit aus der Offenbarung sich zurückzieht; 4. durch das Werk, wenn in dem erscheinenden Weltall das Göttliche nicht mehr ist, sondern nur dessen Formen.
113. Der Mensch hat in der gegenwärtigen Naturanschauung nicht ein Verhältnis zu dem Göttlichen, sondern nur zu dessen Werk. Mit dem, was sich der menschlichen Seelenverfassung durch diese Anschauung mitteilt, kann man sich als Mensch sowohl mit den Christus-Mächten wie mit den ahrimanischen Gewalten zusammenschließen.
114. Michael ist durchdrungen von dem Bestreben, das im Menschen aus den Zeiten der göttlichen Wesensgeltendmachung und der Offenbarung bewahrte Verhältnis zum Kosmos in einer solchen Art durch sein frei wirkendes Vorbild der menschlich-kosmischen Entwicklung einzuverleiben, daß, was die rein auf das Bild, die Form des Göttlichen bezügliche Naturanschauung sagt, einläuft in eine höhere, geistgemäße Naturanschauung. Diese wird zwar im Menschen vorhanden sein; sie wird aber eben ein menschliches Nacherleben des göttlichen Verhältnisses zum Kosmos während der zwei ersten Etappen der kosmischen Entwickelung sein. Anthroposophie bejaht in dieser Art die Naturanschauung des Bewußtseinszeitalters; sie ergänzt sie aber auch durch eine solche, die von dem Blick des Geistes-Auges aus sich ergibt.
Goetheanum, 25.Okt.1924/SA
aus «Anthroposophische Leitsätze»; S.99f
Die 10 Sefiroth sind zu verstehen als zehn göttliche Eigenschaften - Wirkweisen, wie sie schon vor Erschaffung der Welt existierten. Die Sefiroth vermitteln zwischen der vollkommenen Verborgenheit Gottes, der völligen Eigenschaftslosigkeit seiner [C]Hawajah [חבאיה] (seines absoluten Seins [im Verborgenen]) und der uns geläufigen Werkwelt. Die zehnfache Manifestation des göttlichen Willens - durch seine zehn Namen und in seinen 10 »Abglänzen« - erstreckt sich stufenweise durch vier göttliche Welten:
Olam aziluth [עולם אצילות] - Welt [Dauer] der Emanation [des Ausstreckens]
Olam beria [עולם בריאה] - Welt [Dauer] der Schöpfung [des Neuen]
Olam jezira [עולם יזירה] - Welt [Dauer] der Ausgestaltungen [Buchstaben]
Olam assijja [עולם עססייה] - Welt [Dauer] der Werkvollendungen [des Gepressten]
Mehr oder weniger fällt letztere mit der uns bekannten sichtbaren Welt zusammen.
Oberhalb von Olam aziluth findet sich noch En-Sof, das Unendliche. Dort ist der Bereich des Namenlosen, der dem transzendenten Gottesnamen innewohnt, der seiner Struktur nach das sogenannte Tetragrammaton ist: יהוה = J H W H (im [profanen] Deutschen in der Regel wiedergegeben mit »Jahve«).
Klaus J. Bracker
in »die Drei« 9/2017; S.24