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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zur
WIDERSPRUCHSLOSIGKEIT der GEISTESWISSENSCHAFT
Es sollte überflüssig sein, auf ein leicht sich einstellendes Mißverständnis in bezug auf diese Tatsachen hinzuweisen. Es ist aber nicht unnötig in unserer Zeit, in der gewisse materialistische Vorstellungsarten vorhanden sind. Von Seiten, auf denen solche herrschen, kann natürlich gesagt werden, es sei einzig wissenschaftlich, so etwas wie den Schlaf nach seinen physischen Bedingungen zu erforschen. Wenn auch die Gelehrten über die physische Ursache des Schlafes noch nicht einig seien: das eine stehe doch fest, daß man bestimmte physische Vorgänge annehmen müsse, welche dieser Erscheinung zugrunde liegen. Wenn man aber doch anerkennen wollte, daß die übersinnliche Erkenntnis durchaus nicht mit dieser Behauptung im Widerspruch steht! Sie gibt alles zu, was von dieser Seite gesagt wird, wie man zugibt, daß für die physische Entstehung eines Hauses ein Ziegel auf den andern gelegt werden muß und daß, wenn das Haus fertig ist, aus rein mechanischen Gesetzen seine Form und sein Zusammenhalt erklärt werden könne. Aber daß das Haus entsteht, dazu ist der Gedanke des Baumeisters notwendig. Ihn findet man nicht, wenn man lediglich die physischen Gesetze untersucht. - So wie hinter den physischen Gesetzen, welche das Haus erklärlich machen, die Gedanken seines Schöpfers stehen, so hinter dem, was die physische Wissenschaft in durchaus richtiger Weise vorbringt, dasjenige, wovon durch die übersinnliche Erkenntnis gesprochen wird. Gewiß, dieser Vergleich wird oft vorgebracht, wenn von der Rechtfertigung eines geistigen Hintergrundes der Welt die Rede ist. Und man kann ihn trivial finden. Aber in solchen Dingen handelt es sich nicht darum, daß man mit gewissen Begriffen bekannt ist, sondern darum, daß man ihnen zur Begründung einer Sache das richtige Gewicht beilegt. Daran kann man einfach dadurch verhindert sein, daß entgegengesetzte Vorstellungen eine zu große Macht über die Urteilskraft haben, um dieses Gewicht in der richtigen Weise zu empfinden.
aus «Die Geheimwissenschaft im Umriß»; S.88f