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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Judith V.HALLE zu
GLAUBE und WISSEN
Außerdem sprach man in konfessionellen Kreisen immer nur vom «Glauben». Man sollte immer an etwas glauben. [...] war mir klar, dass der Glaube - im Sinne von Unvoreingenommenheit, im Sinne des «Für-möglich-Haltens» -[a] das unverzichtbare Tor zur Welt der Wirklichkeit war. Er war nicht weniger, aber eben auch nicht mehr als das Tor zur Welt der Wirklichkeit. Er war das Tor zur Welt des himmlischen Wissens oder der Welt der Weisheit. Wieso ging es nie um das Wissen von der geistigen Welt? Man konnte sie doch selbst erfahren! Und man musste auch nicht sein aufgeklärtes Denken wegwerfen oder gegen einen blinden oder naiven Glauben tauschen, um sie als existent anerkennen zu können. Erst durch sie und die in ihr waltenden Gesetzmäßigkeiten und Tatsachen ließen sich überhaupt nur viele wesentliche Fragen des Daseins lösen oder beleuchten. Allein durch sie ergab die irdische Existenz des menschlichen Geschlechts einen gewissen Sinn! Natürlich musste Gott eine Glaubensangelegenheit bleiben, wenn man sich unter ihm und seiner Wirksamkeit einen alten Mann mit langem, weißem Bart vorstellte, der irgendwo weit droben im Himmel auf einem goldenen Thron saß [...]
aus «Schwanenflügel»; S.264f
a] aber auch im Sinne des Vertrauens, also „jemandem glauben”