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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Martin BUBER zu
RABBI ELIMELECH
Als Rabbi Elimelech sich dem Tode nah wußte, berief er seine liebsten Schüler - alle waren nach Lisensk gekommen, mit dem Seher hatte er sich ein Jahr vorher versöhnt - an sein Bett. Da waren sie, drei zuvörderst: Jaakob Jizchak, Menachem Mendel von Rymanow, ein unansehnlicher Mann mit einem Gesicht wie der Friede selber, und, seines Siechtums wegen sitzend, fast weißer als der Sterbende, Israel von Kosnitz. Elimelech hob die Hände an seine fast schon brechenden Augen, dann streckte er sie dem Seher entgegen, der sich sogleich über ihn beugte, und hielt sie ihm an die Augen. Er faßte sich mit beiden Händen an den schweißbedeckten Kopf und umfaßte dann den Mendels mit ihnen. Zuletzt legte er seine Rechte auf das Herz, das schon zum letzten Schlag ausholte, und rührte mit ihr an Israels Brust.
Seither kamen die drei von Zeit zu Zeit zusammen, und dann war immer der tote Meister unter ihnen. [...]
aus «Zwischen Zeit und Ewigkeit»; S.103