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Zitatensammlung
Teil 2
Zitate zur
MEDITATION in GRUPPEN
In jedem Fall bleibt die Meditation aber eine ganz individuelle Angelegenheit. Zwar kann man sich mit anderen über die eigenen Erfahrungen, Schwierigkeiten usw. austauschen, aber es nützt nichts, wenn die eigene Meditation zu schwach ist, dann ‹im Chor› mit anderen zu meditieren. Davon wird es nicht stärker. Die Verstärkung tritt nur ein, wenn man selber tüchtig gewesen ist und sich dann mit anderen in einer Art von geistiger Verabredung trifft, wo man weiß, die anderen arbeiten jetzt an derselben Meditation. Da kommt es dann zu einer Zusammenarbeit auf einer höheren Ebene.
Ebenso ist es in bezug auf einen Lehrer. Die eigene Selbständigkeit muß vollständig gewahrt bleiben, wenn man jemanden um Rat fragt. Die eigene Arbeit kann einem niemand abnehmen, Rat und Orientierung aber kann man sich von anderen, die vielleicht weiter fortgeschritten sind, holen. Hier herrscht das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.
Jörgen Smit
aus «Meditation und Christus-Erfahrung»; S.47
Ein Grunderleben ist eines wie dieses: Eine kleine Vertrauensgruppe aus einer Übgruppe zur übersinnlichen Wahrnehmung, die ihre karmische Gemeinschaftlichkeit, in verschiedenen Eindrücken als evident erlebt, macht die Erfahrung, das immer, wenn sie im Geisterleben und Austausch darüber zusammenwirken, eine wache, die übersinnliche Wahrnehmung plastischer werden lassende Substanzialität um sie entsteht. Daraufhin reflektierend, wird deutlich, dass dies jeder von ihnen als ein intimes Erleben, endlich wieder in „ihrem” hochwachen Geistraum zu sein, erlebt, und dass ihr Einzelvermögen der Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit dann gesteigert ist. Solche karmischen Gruppen finden sich heute zunehmend. Vielleicht meditieren sie schon länger jeden Tag dreimal füreinander, weil sie sich karmisch zur Geistesarbeit im Esoterischen Jugendkreis, (GA 266c, Dritter Teil) zugehörig fühlten. Oder sie sind innig mit dem Rosenkreuzertum, mit den Templern oder mit Novalis verbunden. Andre arbeiten seit Jahren in privater Runde an den Klassenstunden. Es erfüllt sich also hier auch der wiederholt geäußerte Wunsch Rudolf Steiners: „Mögen die Gruppen die karmisch zusammengehören zusammenkommen und arbeiten!” Im Detail ist dann ein typisches Erlebnis z. B. das Folgende: Wir sitzen zusammen, schauen gemeinsam in einen physischen Beobachtungsbereich, z. B. innerhalb einer diagnostischen Fragestellung pädagogischer, therapeutischer, sozialgestalterischer oder landwirtschaftlicher Art. Das Erlebnis eigener Verstärkung von Ich- und Seelenkräften der Einzelnen, hin zu verfeinerter Empfänglichkeit und Produktivität im (An-)Schauen, ist im Prozess erfolgt. Trotz Abstand im Raum ist eine gemeinsame Sphäre einer Art „hörbaren Überruhe” eingekehrt. Jeder erlebt dann ein zutiefst vertrauensvolles Empfinden eines endlos lang bestehenden gemeinsamen Gnadenweges in Bezug zur geistigen Welt; eine Empfindungsweise, die z. B. einer ungewöhnlich zeitweiten Seelenlandschaft entspricht, in welcher Seite an Seite, mit sehr weiten Abständen, wie in ewiger Güte ausgerichtet, voran geschritten wird. Diese ist nicht durch Inhalte erzeugt, es ist eine Empfindung hinter dem Denken, im individuellen Gewissens- und Beobachterraum, der das eigene und gemeinschaftlich ausgetauschte Denken, Fühlen und Wollen gütig und moralisch-gewissenhaft wahrnimmt. Dieser Bewußtseinsraum gewinnt im Wahrnehmungsprozess an schlichter aber riesenhafter Dimension. Jeder empfindet: es braucht nicht gesprochen werden, wir spüren, was im Anderen vorgeht, wir sind gemeinsam in „unserer Geisteswelt”, die uns wie ein uralt bekannter Nacht- und Sternenhimmel umwölbt, uns dabei tiefer wach- und kreationsfähig machend als je sonst. Wir bleiben - in völliger Selbstverständlichkeit - nüchtern, bescheiden, diszipliniert.
Dirk Kruse
in „Die Westlichen Mysterien als Anreger neuer Wege in der Anthroposophie”;
Aufsatz vom Dez.2015 (im Archiv DMGG)