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| Zitatensammlung Teil 3: Lexikalisches |
| A B G R U N D |
| Abgrund bezeichnet als Bestandteil myst. Topologie a) im Menschen einen von Raum und Zeit freien Ort; b) in Gott die Stelle, wo er jenseits seiner Ausfaltung in drei Personen eins ist; c) den Bereich des Teufels. Während > Mechthild v.Magdeburg mit A. den (alles Negative beheimatenden) Zustand der Hölle bezeichnet, verwenden > Hadewijch sowie > Eckhart und seine Schüler den Begriff in positiver Bedeutung. Eckhart stellt heraus, daß Gott »im Meer seiner Grundlosigkeit« (DW, I 123, 2f) nicht begriffen werden kann und es infolgedessen der Offenbarung des Abgrundes der Gottheit bedarf (DW, I 194, 4f). > Tauler verwendet den Begriff, um die nicht mehr auslotbare, von allem Geschöpflichen freie Tiefe der Wirklichkleit auszudrücken. Wenn der Mensch sich in Demut unter alles Kreatürliche begibt und im grundlosen A. versinkt, bedeutet dies nach Tauler, daß er in der unendlichen Tiefe des A.s jenseits aller kreatürlichen Fixierung Gott gleich ist. Da jeder Unterschied in diesem A. ausgeschlossen ist, sind Gott und Mensch hier eins. |
| EGERDING |
| Lit.: L.GNÄDINGER, Der A. ruft dem A., in: Das »einic Sein«, hg. v. A.HAAS, Fri. 1980. |
| aus «Wörterbuch der Mystik»; S.1 |
| In der Erlösung wird der Strahl des gedankenvollen Lichtes auf die noch nicht durchdrungene «untere Hälfte» des Schauplatzes der Schöpfung treffen, den Abgrund, in dessen Tiefe das gedankenlose Prinzip, das das gestaltlose ist, verharrt. |
| aus SCHOLEM, G.: «Von der mystischen Gestalt der Gottheit»; S.82 |
| Abyssus (lat.) = bodenloser Abgrund; bez. die unbekannte Tiefe zwischen den verschiedenen Welten der > Kabbalah (Ashiah, Bariah, Jesirah usw.), kurz, die Unermeßlichkeit zwischen den kosmischen Welten, d.h. den Raum ohne Grenze u. Ende - A. ist auch der symbolische Ausdruck für eine Daseinsbedingung ohne Beziehung zum > Manvantara oder Lebenszyklus. A. kann ferner den Zustand auf den unteren Ebenen vor der Involution des Geistes bedeuten. - Lit.: Waltharius, Mystik, das letzte Geheimnis, Freiburg 1953. |
| aus «Lexikon des Geheimwissens»; S.24f |
| 43) in der Antike h abussoV (he ábyssos ~ unendlich schwarzer Abgrund; hebr. TAHOM), das jenseits des o bussoV (ho byssós ~ endlich ultramarinblaue Meerestiefe) Gelegene, in welchem TIAMAT bzw. LEVIATHAN sein Unwesen treibt - nicht zu verwechseln mit h bussoV (he býssos ~ Byssus), das für feines, weisses Linnen steht (welches vom Erdboden gewonnen wird) |
| aus MblB.E:Anm. |
| Der genannte Physiker hat nun die Prozesse durchdacht, die ablaufen würden, falls ein Stern großer Masse diese kritische Grenze unterschreiten sollte. Bemerkenswert ist, daß Strahlung, die ein solcher Stern emittiert, die Außenwelt nur so lange erreicht, bis der Radius etwa das 1,5fache der kritischen Grenze beträgt. Wird diese Grenze unterschritten, so kann überhaupt keine Strahlung mehr nach außen dringen. Die Anziehung der schnell kontrahierenden Masse ist so stark, daß die Bahnen der emittierten Photonen in die Masse zurückgebogen werden. Der genannte Prozeß soll äußerst schnell ablaufen, in Bruchteilen von Sekunden. Der entfernte Beobachter würde als Überrest des ehemaligen Sterns noch eine Photonenwolke sehen, die ausgestoßen wurde, als der Radius das 1,5fache des kritischen Radius betrug. Ein - freilich imaginärer - Beobachter an Ort und Stelle würde miterleben, wie die Schwerkraft »Materie und Photonen bis zur Unkenntlichkeit deformiert und aus dem Dasein quetscht« - ein einzigartiger Zustand, den man darum auch »Singularität« nennt. Es erscheint möglich, daß hier eine Grenze besteht, an der die uns bekannten Gesetze der Physik gewissermaßen außer Kraft treten. Man kann diese Singularität mit einer Falle vergleichen, in der das Raum-Zeit-Kontinuum (vgl. den Abschnitt über die Relativitätstheorie 8.3) sich in sich selbst zurückkrümmt. |
| aus STÖRIG, H.-J.: «Knaurs moderne Astronomie»; S.197 |
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| revid.2o12o5 |