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Vortragssammlung
Teil 1
Vortrag von Rudolf STEINER
WAS TUT DER ENGEL IN UNSEREM ASTRALLEIB
gehalten in Zürich, am 9.Okt.1918/ME
1] Anthroposophische Geist-Erfassung soll nicht bloß sein eine theoretische Weltansicht, sondern sie soll sein ein Lebensinhalt und eine Lebenskraft. Und nur, wenn wir uns in die Lage versetzen, unsere anthroposophische Weltauffassung in uns so zu erkraften, daß sie wirklich voll lebendig in uns wird, dann erfüllt sie eigentlich ihre Aufgabe. Denn wir sind dadurch, daß wir unsere Seelen vereinigen mit der anthroposophischen Geisteserfassung, in einer gewissen Beziehung zu Wächtern über ganz bestimmte, bedeutungsvolle Entwickelungsvorgänge der Menschheit geworden.
2] Menschen, die sonst nach der einen oder anderen Weltanschauung hinstreben, sind ja in der Regel überzeugt, daß Gedanken, Vorstellungen, außer dem, was sie in ihren menschlichen Seelen sind, nicht noch etwas anderes im Weltenzusammenhange sind, sondern Menschen mit solchen Weltanschauungen glauben: Gedanken, Vorstellungen als Ideale werden sich eben in die Welt so einleben, wie es dem Menschen, insofern er sinnenfällige Taten nur vollbringt, gelingt, sie in der Welt zur Geltung zu bringen. Anthroposophische Gesinnung setzt voraus, daß wir uns klar darüber sind, daß unsere Gedanken und Vorstellungen, um sich zu verwirklichen, noch andere Wege finden müssen, als dasjenige ist, was durch unsere sinnenfälligen Taten, durch unsere Taten in der Sinneswelt geschieht. In der Erkenntnis dieser Lebensnotwendigkeit liegt schon die Aufforderung, daß der Anthroposoph in einer gewissen Weise sich beteiligen müsse an dem Wachen über die Zeichen der Zeit. Es geschieht in der Weltentwickelung gar manches; dem Menschen, insbesondere dem Menschen unseres Zeitalters obliegt es, sich wirkliches Verständnis zu verschaffen von dem, was in der Weltentwickelung, in die er selbst hineingestellt worden ist, geschieht.
3] Mit Bezug auf den einzelnen Menschen weiß jeder, daß man seine Entwickelung berücksichtigen muß, nicht bloß die äußeren Tatsachen, die um ihn herum sind. Bedenken Sie nur einmal, ich möchte sagen, ganz grob gedacht: Die äußeren sinnenfälligen Tatsachen, die jetzt geschehen, die sind rundherum um die Menschen, die fünf Jahre, zehn Jahre, zwanzig Jahre, dreißig Jahre, fünfzig Jahre, die siebzig Jahre alt sind. Dennoch wird kein einziger Mensch, der vernünftig ist, verlangen, daß man dasselbe Verhältnis des Menschen zu den Tatsachen bei den Fünfjährigen, bei den Zehnjährigen, bei den Zwanzigjährigen, bei den Fünfzigjährigen, bei den Siebzigjährigen herstellen soll. Wie die Menschen sich verhalten sollen zu der äußeren Umgebung, das kann nur bestimmt werden, wenn man auf die Entwickelung des Menschen selbst Rücksicht nimmt. Beim einzelnen Menschen wird das jeder zugeben. Aber so wie der einzelne Mensch einer ganz bestimmten Entwickelung unterliegt, wie er gewissermaßen eine andere Art von Kräften hat als Kind, in der Mitte des Lebens, als Greis, so hat die Menschheit im Lauf ihrer Entwickelung auch immer andere und andere Kräfte, und man steht gewissermaßen nur schlafend in der Weltentwickelung drinnen, wenn man nicht beachtet, daß die Menschheit in ihrem Wesen etwas anderes ist im 20. Jahrhundert, als sie im 15. Jahrhundert war oder gar in der Zeit des Mysteriums von Golgatha oder vorher. Es gehört zu den größten Mängeln und Verirrungen und Verwirrungen gerade unserer Zeit, daß man das, was ich eben gesagt habe, nicht beachten will, daß man der Meinung ist, man könne von dem Menschen oder von der Menschheit im allgemeinen ganz abstrakt sprechen und müsse nicht wissen, daß diese Menschheit einer Entwickelung unterworfen ist.
4] Nun fragt es sich: Wie kommt man genauer zu einer Einsicht in diese Dinge? - Sie wissen, ein Wichtiges über diese Entwickelung haben wir ja oftmals besprochen. In der griechisch-lateinischen Zeit, vom 8. vorchristlichen Jahrhundert bis ungefähr ins 15. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung herein, da rechnen wir mit dem sogenannten Kulturzeitalter der Verstandes- oder Gemütsseele, und seit dem 15. Jahrhundert rechnen wir mit dem Kulturzeitalter der Bewußtseinsseele. Damit haben wir ein Wesentliches charakterisiert in der Entwickelung der Menschheit, gerade insofern es unsere Zeit betrifft. Wir wissen dadurch, daß die hauptsächlichste Kraft, auf welche gerechnet wird in der Menschheitsentwickelung vom 15. Jahrhundert bis in das 4. Jahrtausend hinein, bis zu dem Anfang des 4. Jahrtausends, die Bewußtseinsseele ist. Aber man darf in der Geisteswissenschaft, in der wirklichen Geisteswissenschaft nirgends bei Allgemeinheiten und Abstraktionen stehenbleiben; man muß überall sehen, konkrete Tatsachen zu erfassen. Die Abstraktionen nützen einem höchstens, wenn man neugierig ist in einem sehr gewöhnlichen Sinne. Will man Geisteswissenschaft zum Lebensinhalt, zur Lebenskraft machen, so muß man ernster sein als neugierig, so muß man nicht bei solchen Abstraktionen stehenbleiben, wie ich sie eben ausgesprochen habe. Daß wir im Zeitalter der Bewußtseinsseele leben, daß vorzugsweise auf die Ausbildung der Bewußtseinsseele gerechnet wird, das ist ganz richtig, das ist außerordentlich wichtig auch, aber man darf nicht dabei stehenbleiben.
5] Wollen wir nun zu einer bestimmten Anschauung über die Dinge kommen, so müssen wir vor allen Dingen einmal etwas genauer auf das Wesen des Menschen selber hinsehen. So wie wir Menschen sind, gliedern wir uns im geisteswissenschaftlichen Sinne, wenn wir gewissermaßen von oben heruntersteigen, in das Ich, in den astralischen Leib, in den Ätherleib, den ich in neuerer Zeit auch den Bildekräfteleib genannt habe, und den physischen Leib. Von diesen Gliedern der menschlichen Natur ist eigentlich nur das Ich dasjenige, in dem wir seelisch-geistig zunächst leben und weben. Das Ich ist uns ja auch durch unsere Erdenentwickelung und die sie dirigierenden Geister der Form gegeben. Alles im Grunde, was in unser Bewußtsein eintritt, tritt durch unser Ich in unser Bewußtsein ein. Und wenn das Ich nicht sich so entfaltet, daß es in Verbindung stehen kann - wenn auch durch die Leiber - mit der äußeren Welt, so haben wir ebensowenig Bewußtsein wie vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Das Ich ist dasjenige, was uns mit unserer Umgebung verbindet. Der astralische Leib ist uns durch die unserer Erdenentwickelung vorangehende Mondenentwickelung zugeteilt worden, unser Ätherleib durch die weiter vorangehende Sonnenentwickelung, der physische Leib seiner ersten Anlage nach durch die Saturnentwickelung.
6] Aber wenn Sie die Schilderung dieser Leiber in der «Geheimwissenschaft im Umriß» durchgehen, da werden Sie sehen, in welch komplizierter Weise dies zustande gekommen ist, was heute der Mensch ist in seiner Zusammenfügung aus den vier charakterisierten Gliedern. Sehen wir nicht aus den Tatsachen, die uns die «Geheimwissenschaft» überliefert, daß an dieser Gliederung in die drei Hüllen des Menschenwesens Geister aller möglichen Hierarchien mitgewirkt haben? Sehen wir nicht, daß dasjenige, was uns als physischer Leib, als Ätherleib, als astralischer Leib umhüllt, sehr, sehr komplizierter Natur ist? Aber nicht nur, daß diese Hierarchien mitgearbeitet haben an dem Zustandekommen unserer Hüllen, sie arbeiten noch immer darinnen. Und der versteht den Menschen nicht, der glaubt, daß dieser Mensch bloß die Zusammenfügung ist von Knochen, Blut, Fleisch und so weiter, von denen uns die gewöhnliche Naturwissenschaft, die Physiologie oder Biologie oder Anatomie erzählen.
7] Nähert man sich der Wirklichkeit dieses menschlichen Hüllenwesens, sieht man dieses menschliche Hüllenwesen in seiner Wahrheit, dann sieht man, wie ineinanderarbeiten, planvoll, weisheitsvoll ineinanderarbeiten in alle dem, was in unseren Leibeshüllen ohne unser Bewußtsein vorgeht, geistige Wesenheiten der höheren Hierarchien. Sie können aus den, ich möchte sagen, skizzenhaft gehaltenen Umrissen, die ich in meiner «Geheimwissenschaft» gegeben habe über das Zusammenwirken der einzelnen Geister der höheren Hierarchien, damit der Mensch zustande komme, entnehmen, wie kompliziert sich diese Sache im einzelnen ausnehmen muß. Aber dennoch: will man den Menschen verstehen, so muß man auch diesen Dingen immer mehr im einzelnen, immer mehr im Konkreten beikommen.
8] Nun ist es ungeheuer schwierig, auf diesem Felde eine konkrete Frage auch nur ins Auge zu fassen. Sie sind ungeheuer kompliziert, diese konkreten Fragen. Denken Sie einmal, daß jemand fragen wollte: Was tut im gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit, im Jahre 1918, in dem menschlichen Ätherleib, nun, sagen wir die Hierarchie der Seraphim oder der Dynameis? - Denn diese Frage kann man ebenso aufwerfen, wie man aufwerfen kann die Frage, ob es, sagen wir, in Lugano jetzt regnet oder nicht. Allerdings wird man das eine wie das andere ebensowenig durch ein bloßes Nachdenken oder eine bloße Theorie herausbekommen, sondern dadurch, daß man an die Tatsachen herantritt. Wie man sich erkundigen muß, meinetwillen durch ein Telegramm oder einen Brief oder dergleichen, ob es jetzt in Lugano regnet oder nicht, so muß man auch durch wirkliches Eindringen in die Tatsachen sich über so etwas erkundigen, wie: Was haben gerade die Geister der Weisheit oder die Throne im gegenwärtigen Menschheitszeitalter für eine Aufgabe, sagen wir im menschlichen Ätherleib? - Aber nun ist eine solche Frage wie die gerade aufgeworfene von einer außerordentlichen Kompliziertheit, und wir können uns gewissermaßen nur immer nähern solchen Gebieten, auf denen solche Fragen wachsen. Es ist wirklich eigentlich auf diesem Gebiete dafür gesorgt, daß dem Menschen seine Schwingen nicht in den Himmel hineinwachsen und er übermütig und stolz wird, wenn er nach wirklicher Erkenntnis strebt.
9] Gewissermaßen die nächsten Wesenheiten°¹, die uns unmittelbar etwas angehen, sind diejenigen, über die wir klar sehen können. Aber über die sollen wir auch klar sehen, wenn wir nicht schlafen wollen in bezug auf das Hineingestelltsein in die menschliche Entwickelung. Und so will ich Ihnen von einer Frage sprechen, die nicht so vage, nicht so unbestimmt ist - obwohl sie sehr konkret ist - wie diese Frage: Was machen die Dynameis oder die Throne in unserem Ätherleib? - Ich will Ihnen eine andere Frage sagen, die nicht so vage, nicht so unbestimmt ist, sondern sogar den Menschen der Gegenwart angehen soll. Diese Frage ist: Was machen die allernächst an dem Menschen tätigen Wesen der Angeloi im gegenwärtigen Menschheitszeitalter innerhalb des Astralleibes?
10] Der Astralleib liegt unserem Menschen-Ich, wenn wir in unser inneres Wesen schauen, am nächsten. Es ist also zu hoffen, daß die Beantwortung der eben gestellten Frage uns recht viel angehen könnte. Die Angeloi sind die nächste Hierarchie über der Menschenhierarchie selber. Also wir stellen eine bescheidene Frage, und wir werden nachher sehen, daß die Beantwortung dieser Frage: Was machen gerade jetzt in unserem Lebensalter der Menschheit, die das 20. Jahrhundert durchläuft, in diesem Lebensalter der Menschheit, das begonnen hat im 15. Jahrhundert und bis in den Beginn des 4. Jahrtausends dauern wird, was machen die Angeloi in dem menschlichen astralischen Leibe? - für uns sehr wichtig sein wird.
11] Nun, was kann man denn überhaupt darüber sagen, wie sich eine solche Frage beantworten läßt? Man kann nur sagen: Geistesforschung, wenn sie ernsthaft getrieben wird, ist nicht eine Spielerei mit Vorstellungen oder eine Spielerei mit Worten, sondern sie arbeitet wirklich hinein in die Gebiete, wo die geistige Welt anschaulich wird. Und so etwas Nächstliegendes kann eben angeschaut werden. - Aber es kann eigentlich diese Frage fruchtbar nur beantwortet werden im Zeitalter der Bewußtseinsseele selbst.
12] Sie könnten sich denken: Würde in anderen Zeitaltern diese Frage haben aufgeworfen werden können und beantwortet werden sollen, so würde wahrscheinlich Antwort da [gewesen] sein. - Aber weder im Zeitalter des atavistischen Hellsehens noch im Zeitalter der griechisch-lateinischen Kultur konnte diese Frage beantwortet werden, aus dem Grunde nicht, weil die Bilder, die man im atavistischen Hellsehen in der Seele bekommen hat, die Beobachtungen über die Taten der Engel in unserem astralischen Leibe verdunkelten. Da war nichts zu sehen, gerade dadurch, daß man die Bilder hatte, die das atavistische Hellsehen gab. Und im griechisch-lateinischen Zeitalter war das Denken noch nicht so stark, wie es jetzt ist. Das Denken hat schon eine Verstärkung erfahren, gerade durch das naturwissenschaftliche Zeitalter eine Verstärkung erfahren, so daß das Zeitalter der Bewußtseinsseele dasjenige ist, in dem bewußt auch eingedrungen werden kann in eine solche Frage wie die eben aufgestellte. Darinnen muß sich gerade die Fruchtbarkeit unserer Geisteswissenschaft für das Leben zeigen, daß wir nicht bloß mit Theorien abspeisen, sondern daß wir Dinge zu sagen wissen, die für das Leben eine eingreifende Bedeutung haben.
13] Was tun die Engel in unserem astralischen Leibe? Wir können nur dann uns überzeugen, was sie da tun, wenn wir bis zu einem gewissen Grade hellsichtiger Beobachtung aufsteigen, so daß wir sehen, was in unserem astralischen Leibe drinnen sich abspielt. Also bis zu einem gewissen Grade wenigstens der imaginativen Erkenntnis muß aufgestiegen werden, wenn die angedeutete Frage beantwortet werden soll. Dann zeigt sich, daß diese Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi - und in gewisser Weise jeder einzelne der Angeloi, der für jeden Menschen gewissermaßen seine Aufgabe hat, aber auch namentlich durch ihr Zusammenwirken - Bilder im menschlichen astralischen Leibe formen. Unter der Anleitung der Geister der Form formen sie Bilder. Wenn man nicht aufsteigt zur imaginativen Erkenntnis, so weiß man nicht, daß fortwährend in unserem Astralleib Bilder geformt werden. Sie entstehen und vergehen, diese Bilder. Würden diese Bilder nicht geformt, so gäbe es keine Entwickelung der Menschheit in die Zukunft hinein, die den Absichten der Geister der Form entspricht. Was die Geister der Form mit uns bis zum Ende der Erdenentwickelung weiter erreichen wollen, das müssen sie zuerst in Bildern entwickeln, und aus diesen Bildern wird dann später die umgestaltete Menschheit, die Wirklichkeit. Und diese Bilder in unserem astralischen Leibe formen heute schon die Geister der Form durch die Engel. Die Engel formen im menschlichen astralischen Leib Bilder, Bilder, die man mit dem zur Hellsichtigkeit entwickelten Denken erreichen kann. Und man kann diese Bilder, welche die Engel in unserem astralischen Leibe formen, verfolgen. Dann zeigt sich, daß diese Bilder nach ganz bestimmten Impulsen, nach ganz bestimmten Prinzipien geformt werden. Und zwar so werden sie geformt, daß in der Art, wie diese Bilder entstehen, gewissermaßen Kräfte für die zukünftige Entwickelung der Menschheit liegen. Wenn man - so sonderbar es klingt, man muß das so ausdrücken - die Engel bei dieser ihrer Arbeit betrachtet, so haben diese Engel bei dieser ihrer Arbeit eine ganz bestimmte Absicht für die künftige soziale Gestaltung des Menschenlebens auf Erden; und sie wollen solche Bilder in den menschlichen astralischen Leibern erzeugen, welche ganz bestimmte soziale Zustände im menschlichen Zusammenleben der Zukunft herbeiführen.
14] Die Menschen können sich sträuben, anzuerkennen, daß Engel in ihnen Zukunftsideale auslösen wollen, aber es ist doch so. Und zwar wirkt ein ganz bestimmter Grundsatz bei dieser Bilderformung der Angeloi. Es wirkt der Grundsatz, daß in der Zukunft kein Mensch Ruhe haben soll im Genusse von Glück, wenn andere neben ihm unglücklich sind. Es herrscht ein gewisser Impuls absolutester Brüderlichkeit, absolutester Vereinheitlichung des Menschengeschlechtes, richtig verstandener Brüderlichkeit mit Bezug auf die sozialen Zustände im physischen Leben. Das ist das eine, der eine Gesichtspunkt, nach dem wir sehen, daß die Angeloi die Bilder im menschlichen astralischen Leibe formen.
15] Aber es gibt noch einen zweiten Impuls, unter dessen Gesichtspunkt diese Angeloi formen; das ist: sie verfolgen nicht nur gewisse Absichten mit Bezug auf das äußere soziale Leben, sondern sie verfolgen auch gewisse Absichten mit Bezug auf die menschliche Seele, auf das seelische Leben der Menschen. Mit Bezug auf das seelische Leben der Menschen, da verfolgen sie durch ihre Bilder, die sie dem astralischen Leibe einprägen, das Ziel, daß in der Zukunft jeder Mensch in jedem Menschen ein verborgenes Göttliches sehen soll.
16] Also wohlgemerkt: Anders soll es werden nach der Absicht, die in der Arbeit der Angeloi liegt. Es soll werden so, daß wir nicht den Menschen gewissermaßen wie ein höherentwickeltes Tier nur seinen physischen Qualitäten nach betrachten, weder in der Theorie noch in der Praxis, sondern daß wir jedem Menschen entgegentreten mit dem voll ausgebildeten Gefühl: In dem Menschen erscheint etwas, was aus den göttlichen Weltengründen heraus sich offenbart, durch Fleisch und Blut sich offenbart. - Den Menschen zu erfassen als Bild, das sich aus der geistigen Welt heraus offenbart, so ernst als möglich, so stark als möglich, so verständnisvoll als möglich, das wird in die Bilder durch die Angeloi gelegt.
17] Das wird einmal, wenn es verwirklicht wird, eine ganz bestimmte Folge haben. Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat, nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben, sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.
18] Das liegt wenigstens den Impulsen der Arbeit der Engel zugrunde: vollständige Freiheit des religiösen Lebens über die Menschen hin auszugießen. Und ein drittes liegt zugrunde: den Menschen die Möglichkeit zu geben, durch das Denken zum Geist zu gelangen, durch das Denken über den Abgrund hinweg zum Erleben im Geistigen zu kommen. Geisteswissenschaft für den Geist, Religionsfreiheit für die Seele, Brüderlichkeit für die Leiber, das tönt wie eine Weltenmusik durch die Arbeit der Engel in den menschlichen astralischen Leibern. Man braucht, möchte ich sagen, nur sein Bewußtsein bis zu einer gewissen anderen Schichte hinaufzuheben, dann fühlt man sich hineinversetzt in diese wunderbare Arbeitsstätte der Angeloi in dem menschlichen astralischen Leibe.
19] Nun ist es so, daß wir im Zeitalter der Bewußtseinsseele leben, und in diesem Zeitalter der Bewußtseinsseele tun die Angeloi im menschlichen astralischen Leibe das, was ich eben erzählt habe. Die Menschen sollen nach und nach bewußt zum Erfassen dessen kommen, was ich eben erzählt habe. Das gehört in die menschliche Entwickelung hinein. Wie kommt man denn überhaupt dazu, so etwas zu sagen, wie das, was ich jetzt eben ausgesprochen habe? Wo findet man gewissermaßen diese Arbeit? Nun, heute findet man sie noch in dem schlafenden Menschen. Man findet sie in den Schlafzuständen der Menschen vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Man findet sie auch in den wachenden Schlafzuständen. Ich habe oft davon gesprochen, wie die Menschen, trotzdem sie wach sind, in den wichtigsten Angelegenheiten eigentlich ihr Leben verschlafen. Und ich kann Ihnen die allerdings nicht sehr erfreuliche Versicherung geben, daß man wirklich, wenn man bewußt durchs Leben geht, heute viele, viele schlafende Menschen findet. Sie lassen geschehen, was in der Welt geschieht, ohne sich dafür zu interessieren, ohne sich darum zu bekümmern, ohne sich damit zu verbinden. Dasjenige, was vorbeigeht an großen Weltereignissen, das geht an den Menschen oftmals so vorbei, wie dasjenige, was sich in der Stadt abspielt, vor einem Schlafenden vorbeigeht, trotzdem die Leute scheinbar wach sind. Dann aber, wenn die Menschen gerade wachend so etwas Besonderes verschlafen, dann zeigt sich, wie in ihren astralischen Leibern - ganz unabhängig von dem, was sie wissen wollen oder nicht wissen wollen - diese wichtige Arbeit der Angeloi sich abspielt, von der ich gesprochen habe.
20] Solche Dinge spielen sich vielfach ab in einer Weise, die den Menschen recht rätselvoll, recht paradox erscheinen muß. Da hält man manchen für ganz unwürdig, das oder jenes an Verbindungen mit der geistigen Welt einzugehen. Aber in Wahrheit ist der Betreffende nichts anderes als zunächst in dieser Inkarnation eine furchtbare Schlafmütze, die alles verschläft, was um ihn herum vorgeht; in seinem astralischen Leib aber arbeitet der Engel aus der Gemeinschaft der Engel heraus an der Zukunft der Menschheit. Der astralische Leib wird trotzdem benutzt, und man kann an seinem astralischen Leib so etwas beobachten. Aber darauf kommt es an, daß so etwas sich gerade hereindrängt in das menschliche Bewußtsein. Die Bewußtseinsseele muß erhoben werden zu der Anerkennung desjenigen, was nur auf diese Weise gefunden werden kann.
21] Indem wir diese Voraussetzungen gemacht haben, werden Sie begreifen, wenn ich Sie nun aufmerksam mache darauf, daß eben dieses Zeitalter der Bewußtseinsseele zudrängt einem ganz bestimmten Ereignisse, und daß es, weil wir es mit der Bewußtseinsseele zu tun haben, von den Menschen abhängen wird, wie dieses Ereignis sich in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Das Ereignis kann um ein Jahrhundert früher oder später kommen, aber eigentlich müßte es in das Gebiet der Menschheitsentwickelung hereinkommen. Und dieses Ereignis kann man eben so charakterisieren, daß man sagt: Die Menschen müssen rein durch ihre Bewußtseinsseele, durch ihr bewußtes Denken dazu kommen, daß sie schauen, wie es die Engel machen, um die Zukunft der Menschheit vorzubereiten. - Dasjenige, was Geisteswissenschaft auf diesem Gebiete lehrt, muß praktische Lebensweisheit der Menschheit werden, solche praktische Lebensweisheit, daß die Menschen die feste Überzeugung haben können: es ist ihr eigenes Weisheitsgut, indem sie anerkennen, daß die Engel dies wollen, was ich charakterisiert habe.
22] Nun ist aber das Menschengeschlecht in bezug auf die Annäherung zu seiner Freiheit so weit fortgeschritten, daß es von dem Menschengeschlecht schon selber abhängt, ob es das betreffende Ereignis verschlafen oder mit voller Bewußtheit ihm entgegengehen will. Was würde es heißen: ihm mit voller Bewußtheit entgegengehen? Mit voller Bewußtheit ihm entgegengehen, heißt das Folgende: Man kann heute Geisteswissenschaft studieren, sie ist da, man braucht wahrhaftig nicht einmal etwas anderes zu tun als Geisteswissenschaft zu studieren. Wenn man außerdem noch allerlei Meditationen macht, wenn man berücksichtigt dasjenige, was an praktischen Anleitungen durch so etwas gegeben ist wie in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», so unterstützt man die Sache weiter. Aber das Nötige geschieht schon, wenn man nur Geisteswissenschaft studiert und richtig bewußt versteht. Man kann, ohne hellseherische Fähigkeiten sich anzueignen, Geisteswissenschaft heute studieren; jeder Mensch kann es, der sich nicht selber Vorurteile in den Weg legt. Und wenn die Menschen immer mehr und mehr Geisteswissenschaft studieren, wenn sie sich die Begriffe und Ideen aneignen, die in der Geisteswissenschaft gegeben sind, dann werden sie in ihrem Bewußtsein soweit erwachen, daß gewisse Ereignisse eben nicht verschlafen werden, sondern bewußt vorübergehen.
23] Und diese Ereignisse, wir können sie noch genauer charakterisieren. Denn im Grunde ist, daß wir wissen, was der Engel tut, nur die Vorbereitung. Die Hauptsache ist, daß eben in einem bestimmten Zeitpunkte ein Dreifaches eintreten wird. Wie gesagt, je nachdem sich die Menschen verhalten, wird der Zeitpunkt früher oder später oder im allerschlimmsten Falle gar nicht eintreten. Aber dasjenige, was eintreten soll, ist eben das, daß der Menschheit durch ihre Engelwelt ein Dreifaches gezeigt wird. Erstens wird gezeigt, wie man wirklich die tiefere Seite der Menschennatur mit seinem unmittelbarsten menschlichen Interesse erfassen kann. Ja, es wird ein Zeitpunkt kommen, den die Menschen nicht verschlafen sollen, wo die Menschen einen anregenden Impuls aus der geistigen Welt heraus durch ihren Engel empfangen werden, der dahin gehen wird, daß wir ein viel tieferes Interesse an jedem Menschen haben werden, als wir geneigt sind, heute zu haben. Diese Erhöhung des Interesses an unserem Mitmenschen soll sich nicht bloß etwa so subjektiv entwickeln, wie dies die Menschen so bequem in sich entwickeln, sondern mit einem Ruck, indem tatsächlich dem Menschen eingeflößt wird von spiritueller Seite ein gewisses Geheimnis, was der andere Mensch ist. Ich meine damit etwas ganz, ganz Konkretes, nicht irgendwelche theoretische Erwägung, sondern: Die Menschen erfahren etwas, was sie an jedem Menschen interessieren kann.
24] Das ist das eine, und das wird das soziale Leben ganz besonders erringen. Und das zweite wird sein, daß von der geistigen Welt aus der Engel unwiderleglich dem Menschen zeigen wird, daß der Christus- Impuls außer allem übrigen auch völlige Religionsfreiheit für die Menschen bedingt, daß nur das das rechte Christentum ist, welches absolute Religionsfreiheit möglich macht. Und das dritte ist eben die unwiderlegliche Einsicht in die geistige Natur der Welt.
25] Dieses Ereignis, wie gesagt, es soll so eintreten, daß die Bewußtseinsseele des Menschen ein gewisses Verhältnis dazu erhält. Das steht einmal der Menschheit in ihrer Entwickelung bevor. Denn darauf arbeitet der Engel durch seine Bilder im menschlichen astralischen Leibe hin. Nun mache ich Sie aber darauf aufmerksam, daß dieses Ereignis, das da bevorsteht, schon in den menschlichen Willen gestellt ist. Die Menschen können ja manches unterlassen. Und viele unterlassen heute noch vieles, was hinführen soll zum wachenden Erleben des angedeuteten Zeitpunktes.
26] Nun gibt es aber, wie Sie wissen, andere Wesen in der Weltentwickelung, die ein Interesse daran haben, den Menschen aus seiner Bahn hinauszubringen: das sind die ahrimanischen und die luziferischen Wesenheiten. Das, was ich eben gesagt habe, liegt in der göttlichen Entwickelung des Menschen. Es müßte eigentlich der Mensch, wenn er sich so recht seiner eigenen Natur überließe, zu der Anschauung desjenigen kommen, was der Engel in seinem astralischen Leibe entfaltet. Aber die luziferische Entwickelung, sie geht dahin, den Menschen abzudrängen von der Einsicht in die Arbeit der Angelos- Hierarchie. Und diese luziferischen Wesen, sie machen es in folgender Weise, um den Menschen abzudrängen: sie machen es so, daß sie den freien Willen des Menschen hemmen. Sie versuchen, dem Menschen Dunkelheit zu geben über die Praxis seines freien Willens, indem sie ihn zwar zu einem guten Wesen machen - Luzifer will von diesem Gesichtspunkte aus, den ich jetzt berühre, beim Menschen eigentlich das Gute, das Geistige -, aber er will ihn automatisch machen, ohne freien Willen; es soll der Mensch ins Hellsehen nach guten Prinzipien hineinversetzt werden, aber gewissermaßen automatisch; die luziferischen Wesenheiten wollen dem Menschen seinen freien Willen, die Möglichkeit zum Bösen, nehmen. Sie wollen ihn so machen, daß er zwar aus dem Geiste heraus, aber wie ein geistiges Abbild handelt, nämlich ohne freien Willen. Automatisch wollen sie ihn machen, die luziferischen Wesen.
27] Das hängt mit ganz gewissen Geheimnissen der Entwickelung zusammen. Die luziferischen Wesen, Sie wissen es, sind auf anderen Entwickelungsstufen stehengebliebene Wesenheiten, die Fremdartiges in die normale Entwickelung hereinbringen. Diese luziferischen Wesen haben ein hohes Interesse daran, den Menschen so zu ergreifen, daß er nicht zum freien Willen kommt, weil sie selbst den freien Willen sich nicht errungen haben. Der freie Wille kann nur auf der Erde errungen werden. Aber sie wollen mit der Erde nichts zu tun haben, sie wollen nur Saturn-, Sonnen-, Mondenentwickelung, und da stehenbleiben, nichts mit der Erdenentwickelung zu tun haben. Sie hassen gewissermaßen den freien Willen des Menschen. Sie handeln hoch-geistig, aber sie handeln automatisch - das ist außerordentlich bedeutsam -, und sie wollen zu ihrer Höhe, zu ihrer geistigen Höhe den Menschen erheben. Sie wollen ihn automatisch machen; geistig, aber automatisch. Dadurch würde auf der einen Seite die Gefahr erzeugt, daß der Mensch, wenn er zu früh, bevor seine volle Bewußtseinsseele funktioniert, zum geistig automatisch handelnden Wesen wird, jene Offenbarung verschläft, die kommen soll und die ich eben charakterisiert habe.
28] Aber auch die ahrimanischen Wesen arbeiten dieser Offenbarung entgegen. Sie streben nicht danach, den Menschen besonders geistig zu machen, aber sie streben danach, in dem Menschen das Bewußtsein seiner Geistigkeit zu ertöten. Sie streben danach, dem Menschen die Anschauung beizubringen, daß er eigentlich nur ein vollkommen ausgebildetes Tier ist. Ahriman ist in Wahrheit der große Lehrer des materialistischen Darwinismus. Ahriman ist auch der große Lehrer all derjenigen technischen und praktischen Betätigung innerhalb der Erdenentwickelung, die nichts gelten lassen will als das äußere sinnenfällige menschliche Leben, die nur eine ausgebreitete Technik haben will, damit in raffinierterer Weise der Mensch dieselben Eß- und Trinkbedürfnisse und sonstigen Bedürfnisse befriedigt, die auch das Tier befriedigt. In dem Menschen ertöten, verdunkeln das Bewußtsein, daß er ein Abbild der Gottheit ist, das streben für die Bewußtseinsseele durch allerlei raffinierte wissenschaftliche Mittel die ahrimanischen Geister in unserer Zeit an.
29] In früheren Zeitaltern würde es den ahrimanischen Geistern nichts genützt haben, durch Theorien den Menschen die Wahrheit in dieser Weise zu verdunkeln. Warum? Noch während des griechisch-lateinischen Zeitalters, aber noch mehr in dem älteren Zeitalter, in dem der Mensch noch das atavistische Hellsehen, die Bilder hatte, da war es ganz gleichgültig, wie der Mensch dachte. Da hatte er seine Bilder. Durch seine Bilder sah er in die geistige Welt hinein. Was ihm Ahriman beigebracht hätte über seine Beziehung zu den Tieren, das würde gar keine Bedeutung gehabt haben für seine Lebenshaltung. Das Denken ist erst mächtig geworden - in seiner Ohnmacht mächtig geworden, könnte man sagen - in unserem fünften nachatlantischen Zeitalter, seit dem 15. Jahrhundert. Erst seit jener Zeit ist das Denken geeignet, die Bewußtseinsseele hineinzubringen in das geistige Gebiet, damit aber auch, sie zu verhindern, hineinzukommen in die geistige Welt. Erst jetzt erleben wir die Zeit, wo eine Theorie durch Wissenschaft auf bewußte Weise dem Menschen seine Göttlichkeit und die Erfahrungen über das Göttliche raubt. Das ist eben nur im Zeitalter der Bewußtseinsseele möglich. Daher streben die ahrimanischen Geister an, solche Lehren über den Menschen zu verbreiten, die den göttlichen Ursprung des Menschen verdunkeln.
30] Aus der Anführung dieser der normal-göttlichen Entwickelung des Menschen entgegenstrebenden Strömungen kann man entnehmen, wie man sich einrichten muß im Leben, damit man eben das, wovon gesprochen worden ist, was da kommen soll als eine Offenbarung in die Menschenentwickelung, nicht verschlafe. Sonst entsteht eine große Gefahr. Und der Mensch muß aufmerksam sein auf diese Gefahr, sonst wird statt des bedeutungsvollen Ereignisses, das mächtig eingreifen soll in die zukünftige Gestaltung der Erdenentwickelung, dasjenige eintreten, was recht gefährlich werden kann dieser Erdenentwickelung.
31] Sehen Sie, gewisse geistige Wesenheiten erlangen ja ihre Entwickelung durch den Menschen, indem sich der Mensch mitentwickelt. Die Engel, die in dem menschlichen astralischen Leibe ihre Bilder entwickeln, entwickeln diese Bilder natürlich nicht als Spiel, sondern damit etwas erreicht wird. Da aber das, was erreicht werden soll, gerade innerhalb der Erdenmenschheit erreicht werden soll, so würde ja die ganze Geschichte zum Spiel, wenn die Menschen, nachdem sie die Bewußtseinsseele erlangt haben, bewußt die ganze Sache außer acht ließen. Es würde das Ganze zum Spiel! Die Engel würden nur ein Spiel treiben in der Entwickelung des astralischen Leibes des Menschen. Nur dadurch, daß das sich in der Menschheit verwirklicht, dadurch ist es kein Spiel, sondern Ernst. Daraus aber werden Sie entnehmen können, daß die Arbeit der Engel unter allen Umständen ernst bleiben muß. Bedenken Sie, was das wäre hinter den Kulissen des Daseins, wenn die Menschen einfach durch ihre Schlafmützigkeit die Arbeit der Engel zum Spiel machen könnten!
32] Und wenn das nun doch geschähe, wenn doch die Erdenmenschheit dabei beharren würde, das wichtige geistige Offenbarungsereignis der Zukunft zu verschlafen? Wenn die Menschen zum Beispiel den mittleren Teil - die auf die Religionsfreiheit bezügliche Sache - verschlafen würden, wenn sie die Wiederholung des Mysteriums von Golgatha auf dem Ätherplane, von der ich oft gesprochen habe, die Wiedererscheinung des ätherischen Christus, wenn sie das verschlafen würden, oder die anderen Dinge verschlafen würden, dann müßte dasjenige, was mit den Bildern im astralischen Leibe des Menschen erreicht werden soll, auf einem anderen Wege von den Engeln angestrebt werden. Und das, was die Menschen in ihrem Astralleibe nicht erreichen lassen, indem sie wach werden, das würde in diesem Falle angestrebt dadurch, daß die Engel ihre Absichten verwirklichen durch die schlafenden Menschenleiber. Also dasjenige, was die Menschen verschlafen würden im Wachzustande und die Engel dadurch nicht erreichen können, das würde erreicht werden mit Hilfe der in dem Bette liegenbleibenden menschlichen physischen Leiber und Ätherleiber während des Schlafens. Dort würden die Kräfte gesucht werden, um das zu erreichen. Was mit den wachen Menschen, wenn die wachen Seelen in dem Ätherleib und in dem physischen Leib drinnen sind, sich nicht erreichen läßt, das wird mit den schlafenden Ätherleibern und physischen Leibern erreicht, wenn die Menschen, die wachen sollten, dann schlafend heraußen sind mit ihrem Ich und ihrem astralischen Leibe.
33] Das ist die große Gefahr für das Bewußtseinszeitalter. Das ist dasjenige Ereignis, welches sich noch vollziehen könnte, wenn die Menschen sich nicht zu dem geistigen Leben hinwenden wollten, vor dem Beginne des 3. Jahrtausends. Wir stehen nur noch eine kurze Zeit entfernt vor dem Beginne des 3. Jahrtausends. Es beginnt ja das 3. Jahrtausend bekanntlich mit dem Jahre 2000. Es könnte sich noch vollziehen, daß, statt mit dem wachenden Menschen, mit den schlafenden Leibern der Menschen das erreicht werden müßte, was erreicht werden soll für die Engel durch ihre Arbeit; daß die Engel ihre ganze Arbeit aus dem astralischen Leib des Menschen herausholen müßten, um sie unterzutauchen in den Ätherleib, damit sie sich verwirklichen könne. Aber der Mensch würde nicht drinnen sein! So müßte es sich im Ätherleib verwirklichen, wenn der Mensch nicht dabei ist, denn wenn der Mensch dabei wäre im wachen Zustande, so würde er das hindern.
34] Jetzt habe ich Ihnen die allgemeine Idee von der Sache entwickelt. Aber was würde denn damit eintreten, daß die Engel eine solche Arbeit, ohne daß der Mensch dabei ist, in den Ätherleibern und in den physischen Leibern der Menschen, während sie schlafen, verrichten müßten? Dadurch würde unweigerlich ein Dreifaches in der Menschenentwickelung eintreten. Erstens würde in den schlafenden Menschenleibern, während der Mensch eben schläft, ohne daß er mit seinem Ich und seinem astralischen Leib dabei ist, etwas erzeugt, was er dann findet nicht durch Freiheit, sondern was er vorfindet, wenn er morgens aufwacht. Immer findet er es dann vor. Es wird Instinkt statt Freiheitsbewußtsein, aber es wird dadurch schädlich. Und zwar drohen schädlich zu werden gewisse instinktive Erkenntnisse, die in die Menschennatur kommen sollen und die zusammenhängen mit dem Mysterium der Geburt und der Empfängnis, der Konzeption, mit dem ganzen sexuellen Leben, wenn die Gefahr eintreten sollte, von der ich gesprochen habe, durch gewisse Engel, die dann selber eine gewisse Veränderung durchmachen würden, von der ich nicht sprechen kann, weil diese Veränderung zu jenen höheren Geheimnissen der Initiationswissenschaft gehört, von denen heute noch nicht gesprochen werden darf. Wohl aber kann man sagen: Was innerhalb der Menschheitsentwickelung geschieht, das würde darin bestehen, daß, statt in hellem, wachem Bewußtsein in nützlicher Weise, dann in schädlicher Weise, in zerstörerischer Weise gewisse Instinkte aus dem Sexualleben und Sexualwesen auftreten würden, Instinkte, die nicht bloß Verirrungen bedeuten würden, sondern die übergehen würden ins soziale Leben, die Gestaltungen hervorbringen würden im sozialen Leben; vor allen Dingen die Menschen veranlassen würden durch das, was dann in ihr Blut kommen würde infolge des Sexuallebens, jedenfalls nicht irgendwelche Brüderlichkeit auf der Erde zu entfalten, sondern sich immer aufzulehnen gegen die Brüderlichkeit. Das aber würde Instinkt sein.
35] Also es kommt der entscheidende Punkt, wo gewissermaßen nach rechts gegangen werden kann: dann aber muß gewacht werden; oder nach links gegangen wird: dann kann geschlafen werden; aber Instinkte treten dann auf, Instinkte, die grauenvoll sein werden. Was werden die Naturgelehrten dann sagen, wenn solche Instinkte auftauchen ? Die Naturgelehrten werden sagen: Das ist eine Naturnotwendigkeit. Das mußte so kommen, das liegt eben in der Menschheitsentwickelung.
36] Man kann durch Naturwissenschaft auf solche Dinge nicht aufmerksam machen, denn naturwissenschaftlich würde erklärbar sein, wenn die Menschen Engel werden, und würde es auch sein, wenn die Menschen Teufel werden. Über beides hat die Naturwissenschaft dasselbe zu sagen: Es ist das Folgende aus dem Früheren hervorgegangen - die große Weisheit der Kausal-Naturerklärungen! Die Naturwissenschaft wird nichts bemerken von dem Ereignis, von dem ich Ihnen gesagt habe, denn sie wird selbstverständlich, wenn die Menschen zu halben Teufeln werden durch ihre sexuellen Instinkte, das als eine Naturnotwendigkeit ansehen. Also naturwissenschaftlich kann die Sache gar nicht erklärt werden, denn, wie es auch kommt: alles ist nach der Naturwissenschaft erklärlich. Solche Dinge sind eben nur im geistigen Erkennen, im übersinnlichen Erkennen durchschaubar.
37] Das ist das eine. Das zweite ist, daß aus dieser Arbeit, aus dieser für die Engel Veränderungen hervorrufenden Arbeit noch ein zweites für die Menschheit erfolgen wird: die instinktive Erkenntnis gewisser Heilmittel, aber eine schädliche Erkenntnis gewisser Heilmittel. Alles dasjenige, was mit Medizin zusammenhängt, wird eine ungeheure, im materialistischen Sinne ungeheure Förderung erfahren. Man wird instinktiv Einsichten bekommen in die Heilkraft gewisser Substanzen und gewisser Verrichtungen, und man wird ungeheuren Schaden anrichten dadurch, aber man wird den Schaden nützlich nennen. Man wird das Kranke gesund nennen, denn man wird sehen, daß man da in eine gewisse Verrichtung hineinkommt, die einem dann gefallen wird. Es wird einem einfach gefallen, was die Menschen nach einer gewissen Richtung hin ins Ungesunde hineinführt. Also gerade die Erkenntnis der Heilkraft gewisser Vorgänge, gewisser Verrichtungen, die wird erhöht werden, aber sie wird in ganz schädliches Fahrwasser gelangen. Denn vor allen Dingen wird man erfahren durch gewisse Instinkte, was gewisse Substanzen und was gewisse Verrichtungen für Krankheiten hervorrufen, und man wird ganz nach egoistischen Motiven einrichten können, Krankheiten hervorzubringen, oder sie nicht hervorzubringen.
38] Das dritte, was sich ergeben wird, das wird sein, daß man ganz bestimmte Kräfte kennenlernen wird, durch die man, ich möchte sagen, nur durch ganz leichte Veranlassungen, durch Harmonisierung von gewissen Schwingungen, in der Welt große Maschinenkräfte wird entfesseln können. Eine gewisse geistige Lenkung des maschinellen, des mechanischen Wesens wird man gerade auf diese Weise instinktiv erkennen lernen, und die ganze Technik wird in ein wüstes Fahrwasser kommen. Aber dem Egoismus der Menschen wird dieses wüste Fahrwasser außerordentlich gut dienen und gefallen.
39] Das ist ein Stück konkreter Erfassung der Entwickelung des Daseins, ein Stück Lebensauffassung, das im Grunde genommen nur derjenige recht würdigen kann, der durchschaut, wie eine ungeistige Lebensauffassung gar nicht zur Klarheit über die Sache kommen kann. Eine ungeistige Lebensauffassung würde, wenn einmal kommen würde eine menschheitsschädigende Medizin, eine furchtbare Verirrung der sexuellen Instinkte, ein furchtbares Getriebe im reinen Weltmechanismus in der Verwertung der Naturkäfte durch Geisteskräfte, eine ungeistige Weltanschauung würde ja das alles nicht durchschauen, würde nicht sehen, wie sie abirrt vom wahren Pfade, geradesowenig wie der Schlafende, solange er schläft, sehen kann, wenn ihm der Räuber nahekommt, der ihn bestehlen will, sondern das geht an ihm vorüber. Er sieht höchstens später, wenn er aufwacht, was angerichtet worden ist. Aber das würde ein sehr schlimmes Aufwachen sein für den Menschen: Er würde sich ergötzen an einer instinktiven Erweiterung in der Kenntnis der Heilkräfte gewisser Vorgänge und gewisser Substanzen, würde ein solches Wohlgefühl empfinden in dem Verfolgen gewisser Verirrungen sexueller Instinkte, er würde preisen diese Verirrung als eine besonders hohe Ausgestaltung der Übermenschlichkeit, der Vorurteilslosigkeit, der Unbefangenheit. Häßlich würde schön und schön häßlich in gewisser Beziehung, und man würde nichts davon merken, weil man alles als eine Naturnotwendigkeit ansehen würde. Aber es würde eine Abirrung sein von demjenigen Wege, der in der Menschheit selbst der Eigenwesenheit des Menschen vorgeschrieben ist.
40] Ich glaube, man kann, wenn man sich ein Gefühl dafür erworben hat, wie Geisteswissenschaft in die Gesinnung hereindringt, auch den Ernst aufbringen für solche Wahrheiten wie die heute angeführten, und man kann daraus das schöpfen, was eigentlich aus aller Geisteswissenschaft geschöpft werden soll: in dieser Geisteswissenschaft anzuerkennen eine gewisse Verpflichtung, eine gewisse Lebensverpflichtung. Wo wir auch stehen, was wir auch zu tun haben in der Welt, darauf kommt es an, daß wir den Gedanken hegen können: unser Tun muß durchtränkt und durchleuchtet sein von unserem anthroposophischen Bewußtsein. Dann tragen wir etwas dazu bei, daß die Menschheit in richtigem Sinne in ihrer Entwickelung vorwärtskommt.
41] Der Mensch geht ganz irre, wenn er glaubt, wahre Geisteswissenschaft, ernst und würdig erfaßt, könne ihn jemals von der praktischen, intensiven Arbeit im Leben abbringen. Wahre Geisteswissenschaft macht eben erwachen, erwachen über solche Dinge, die ich heute angeführt habe. Meine lieben Freunde, man kann fragen: Ist denn eigentlich das wache Leben dem Schlafe schädlich? - Wenn wir den Vergleich wählen wollen, daß das Hineinschauen in die geistige Welt gegenüber dem gewöhnlichen Wachen ein weiteres Aufwachen ist, wie das gewöhnliche Aufwachen ein Aufwachen aus dem Schlafe ist, dann können wir auch, um den Vergleich zu verstehen, die Frage aufwerfen: Kann denn jemals das Wachleben dem Schlafe schädlich sein? - Ja, wenn es nicht ordentlich ist! Wenn einer das Wachleben ordentlich zubringt, dann wird er auch einen gesunden Schlaf haben, und wenn einer das wache Leben dösend oder faul oder bequem, ohne Arbeit zubringt, dann wird auch sein Schlaf ungesund sein. Und so ist es auch mit Bezug auf das Leben, das wir durch die Geisteswissenschaft als waches Leben uns aneignen. Begründen wir durch Geisteswissenschaft in uns ein ordentliches Verhältnis zur geistigen Welt, so wird ebenso, wie durch ein gesundes Wachleben der Schlaf geregelt wird, durch dieses rechte Verhältnis zur geistigen Welt auch unser Interesse an dem gewöhnlichen sinnenfälligen Leben in richtige Bahnen gelenkt.
42] Wer das Leben gerade in unserer Zeit betrachtet, der muß selber schlafen, wenn er nicht auf verschiedenes aufmerksam wird. Wie haben sich die Menschen gebrüstet, besonders in den letzten Jahrzehnten, mit ihrer «Lebenspraxis»! Man hat es endlich dahin gebracht in den letzten Jahrzehnten, daß diejenigen, die das Ideelle, das Geistige, das Spirituelle am meisten verachten, überall gerade in die führenden Stellen hineingekommen sind. Und man konnte so lange deklamieren von der Praxis dieses Lebens, solange man nicht die Menschheit in den Abgrund hineingezerrt hatte. Jetzt eben fangen einige - aber die meisten, die es tun, ganz instinktiv - an zu krächzen: Es muß eine neue Zeit kommen, es müssen allerlei neue Ideale auftreten! - Aber es ist ein Krächzen. Und würden die Dinge instinktiv auftreten, ohne bewußtes Sich-Hineinleben in die Geisteswissenschaft, dann würden sie eher zum Verfall dessen, was im Wachzustande erlebt werden soll, hinführen, denn zu irgendeinem gedeihlichen Entwickelungsübergang. Wer den Menschen heute vordeklamiert mit denselben Worten, die sie seit langer Zeit gewöhnt sind, der findet manchmal noch einigen Beifall. Aber die Menschen werden sich dazu bequemen müssen, andere Worte, andere Wendungen zu hören, damit aus dem Chaos wiederum ein sozialer Kosmos komme.
43] Wenn nämlich in irgendeinem Zeitalter die Menschen, die wachen sollten, versäumen zu wachen und nicht herausfinden, was wirklich geschehen sollte, dann geschieht überhaupt nichts Wirkliches, sondern das Gespenst der vorhergehenden Epoche geht dann herum, so wie in vielen religiösen Gemeinschaften heute einfach die Gespenster der Vergangenheit herumgehen, und so wie zum Beispiel in unserem juristischen Leben vielfach das Gespenst vom alten Rom noch herumgeht. Geisteswissenschaft soll gerade in dieser Beziehung im Zeitalter der Bewußtseinsseele den Menschen frei machen, wirklich hineinführen in die Beobachtung einer geistigen Tatsache: Was tut der Engel in unserem astralischen Leib? - Abstrakt zu reden über Angeloi und so weiter, das kann höchstens der Anfang sein; der Fortschritt muß dadurch erzielt werden, daß wir konkret reden, das heißt, mit Bezug auf unser bestimmtes Zeitalter uns die nächste Frage beantworten, die uns angeht. Sie geht uns an, weil einfach in unserem astralischen Leib der Engel Bilder webt, diese Bilder unsere Gestaltung in der Zukunft bringen sollen und diese Gestaltung durch die Bewußtseinsseele herbeigeführt werden soll. Hätten wir nicht die Bewußtseinsseele, dann brauchten wir uns nicht zu kümmern, dann würden schon andere Geister, andere Hierarchien eintreten, um das zu bewirken, was der Engel webt. Aber da wir die Bewußtseinsseele entwickeln sollen, so treten keine anderen Geister ein, um das zu verwirklichen, was der Engel webt.
44] Natürlich haben auch Engel gewoben im ägyptischen Zeitalter. Aber bald traten andere Geister ein, und dem Menschen verdunkelte sich gerade dadurch sein atavistisch-hellseherisches Bewußtsein. Also die Menschen woben, weil sie das sahen in ihrem atavistischen Hellsehen, einen Schleier, einen dunklen Schleier über die Taten der Engel. Aber jetzt soll der Mensch sie enthüllen. Deshalb soll er nicht verschlafen, was in sein bewußtes Leben hereingetragen wird in dem Zeitalter, das noch schließen wird vor dem 3. Jahrtausend. Nehmen wir aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft nicht nur allerlei Lehren, nehmen wir auch Vorsätze! Und die werden uns Stärke geben, wachende Menschen zu sein.°²
45] Wir können uns angewöhnen, wachende Menschen zu sein. Wir können mancherlei beachten. Wir können gleich einmal anfangen mit der Wachsamkeit, können finden, daß eigentlich im Grunde genommen kein Tag vergeht, in dem nicht in unserem Leben ein Wunder geschieht. Wir können diesen Satz, den ich jetzt sprach, umkehren, wir können sagen: Wenn wir an irgendeinem Tag kein Wunder finden in unserem Leben, so haben wir es nur aus dem Auge verloren. - Versuchen Sie einmal, Ihr Leben am Abend zu überblicken; Sie werden ein kleines oder ein großes oder ein mittleres Ereignis darinnen finden, von dem Sie sich werden sagen können: Es ist ja ganz merkwürdig in mein Leben hereingetreten, es hat sich ganz merkwürdig vollzogen. - Sie können dies erreichen, wenn Sie nur umfassend genug denken, wenn Sie nur Zusammenhänge des Lebens umfassend genug ins seelische Auge fassen. Aber das tut man im gewöhnlichen Leben gar nicht, weil man sich gewöhnlich nicht fragt: Was ist zum Beispiel durch irgend etwas verhindert worden?
46] Wir kümmern uns meistens nicht um die Dinge, die verhindert worden sind, die, wenn sie eingetreten wären, unser Leben gründlich verändert hätten. Hinter diesen Dingen, die aus unserem Leben fortgeschafft werden auf irgendeine Weise, sitzt ungeheuer viel von dem, was uns zu wachsamen Menschen erzieht. Was hätte mir heute alles passieren können? - Wenn ich diese Frage mir an jedem Abend stelle und dann einzelne Ereignisse betrachte, die dies oder jenes hätten herbeiführen können, so knüpfen sich an solche Fragen Lebensbetrachtungen, die Wachsamkeit in die Selbstzucht hereinbringen. Das ist etwas, was einen Anfang machen kann und was schon von selbst immer weiter und weiter führt, endlich dazu führt, daß wir nicht nur auskundschaften, was es in unserem Leben bedeutet, daß wir zum Beispiel um halb elf Uhr vormittags einmal ausgehen wollten und daß gerade im letzten Augenblicke noch irgendein Mensch kam, der uns aufhielt; wir sind ärgerlich, daß er uns aufhielt, aber wir fragen nicht nach, was hätte geschehen können, wenn wir wirklich zur rechten Zeit ausgegangen wären, wie wir es geplant haben. Wir fragen nicht: Was hat sich da verändert?
47] Ich habe über solche Dinge auch hier einmal schon ausführlicher gesprochen. Von der Beobachtung des Negativen in unserem Leben, das aber von der weisheitsvollen Führung unseres Lebens Zeugnis ablegen kann, bis zu der Beobachtung des webenden und wirkenden Engels in unserem astralischen Leibe ist ein gerader Weg, ein recht gerader Weg und ein sicherer Weg, den wir einschlagen können. Davon wollen wir dann heute in acht Tagen, wenn wir den zweiten Zweigvortrag haben, weitersprechen.
Der Vortragstitel stammt von Marie Steiner.
°¹ 19. Zeile von oben: In der Nachschrift steht «Wesenheiten» statt «Aussichten»; offenbar ein Lese- oder Ubertragungsfehler.
°² Die Niederschrift ist hier offenbar lückenhaft; wahrscheinlich sind Sätze oder wesentliche Satzteile ausgefallen. Der Sinn der Stelle ergibt sich durch Vergleich mit Abs.11-13 und mit den Ausführungen in «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» 2. Kapitel, GA 15.
aus «GA 182»; S.134ff