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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Cernunnos
Cernunnos (~ Gehörnter,[a] von cer ~ wachsen) ist ein keltischer Einweihungsgott an der Grenze zur „Anderswelt”,[b] der mit Wachstumskräften zu tun hat, welche sich auf seinem Haupt im Hornschmuck manifestieren. Er setzt die im Tod befangenen Lebensimpulse wieder frei und lässt sie mit Hilfe der Muttergöttin (vgl. Danu) Gestalt annehmen, somit die Pflanzensäfte hochschiessen und die Reproduktionskräfte in Tier und Mensch anregen. Er ist ein umfassender Gott des Lebens, von der Fruchtbarkeit über Wachstum, Bewegung bis zu Handel und Verkehr, gar Beutezügen und erfolgreichen Kriegen.
Gehörnte Götter entsprechen allgemein indoeuropäischen, wenn nicht sogar universalen Vorstellungen und reichen bis in die Anfänge der Bronze-, möglicherweise bis in die Steinzeit zurück. Die Kelten trugen diese bis in die gallo-römische Periode hinein, wobei sich natürlich im Laufe der Zeit die mythologische Einbettung änderte und sich die Betonung der Funktionen dieser Götter regional verschieben konnte. Trotzdem lässt sich ab 400v von Irland bis Rumänien ein Gott mit ähnlichen Zügen feststellen. Er wird gern mit dem Dis Pater gleichgesetzt; Merkur mit seiner Flügelkappe steht ihm nahe.
ABGEBILDET ist er meist in Buddhahaltung sitzend, gekrönt mit einem Hirschgeweihhelm, geschmückt mit einem Torques (~ fester Halsring aus Edelmetall) und von einer Schlange begleitet.
nach «Lexikon der keltischen Mythologie»
a] Die Inschrift [C]ERNUNNOS auf dem Nautendenkmal im Musée de Cluny, Paris, hat den Namen überliefert. Das Relief darunter zeigt ein jugendliches, volllippiges Antlitz, an dessen Schläfen oder Helm zwei stilisierte, mit je einem Halsring behangene Geweihstangen ansetzen. Darüber befinden sich gut ausgebildete Rinderohren, obwohl der Gott ganz normale Menschenohren besitzt.
b] vgl. GROSSE, R.: «Der Silberkessel von Gundestrup»