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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Wischnu
Wischnu (Vishnu) gilt in vedischer Zeit als Gefährte Indras. Er trägt das Firmament des Weltalls («Rigveda» VII,99,2). Der die Welt mit drei Schritten Durcheilende manifestiert den Sonnenlauf (Aufgang, Kulmination, Untergang), was auch als Hinweis auf die drei Welten (Himmel, Luftraum, Erde) gedeutet wird. Später in den «Brahmanas» wird er mit dem Opfer identifiziert. Im Hinduismus ist Wischnu eine der Hochgottheiten, bei seinen Anhängern gilt er als höchster Gott und verbindet sich mit der Vorstellung von Narayana. Wischnu (~ Alldurchdringer) trägt viele Beinamen, etwa dschagannatha (~ Herr der Welt), hari (~ Gott), purosottama (~ höchster Gott) und somnatha (~ Herr des Mondes). Er gehört der Trimurti an; hier liegt seine Hauptaufgabe im Erhalten der Welt. Seine Schakti ist in Lakschmi personifiziert. In verschiedenen Erscheinungsformen (avataras) bekämpft er die Dämonen und stellt die schöpfungsimmanente Ordnung wieder her (vgl. Spenta Mainju). Die «Puranas» nennen zehn Avataras: kurma (~ Schildkröte), matsja (~ Fisch), narasimha (~ Mannlöwe), wamana (~ Zwerg), waracha (~ Eber) oder paraschu-rama, Krishna, Kalki und sogar Buddha; später werden noch andere genannt wie zB. gadscharadscha (~ Herr der Elefanten). Er reitet auf dem mythischen Vogel Garuda. Als Ruhelager dient ihm mitunter die siebenköpfige Weltschlange Ananta.
ABGEBILDET ist er meist vierhändig, wobei die rechte, nach oben gerichtete Hand die Geste der Schutzverheißung (abhaja-mudra) macht, während die linke, nach unten weisende und dem Gläubigen entgegengestreckte die Bereitschaft andeutet, einen Wunsch zu gewähren (warada-mudra).
Seine ATTRIBUTE sind Keule, Lotos, Muschel (bei deren Tönen die Dämonen erzittern) und Wurfscheibe (tschakra).
aus «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.199ff