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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Tiamat
Tiamat (akkad. ~ Meer) galt im sumerisch-akkadischen Kulturaum als Urmutter des Alls. Im Salzwasser personifiziert war sie die Gemahlin des Süsswassergottes Apsu. Als vorzeitlich schlangenartiges Chaosungeheuer war sie von Marduk besiegt worden; aus deren zwei Hälften hatte er Himmel und Erde gebildet.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.74ff
Tiamat Bevor unsere Welt erschaffen wurde, so sagen die Babylonier, gab es nur Apsu, den Gott des Süßwassers, und seine Gefährtin Tiamat (oder Tamtu), die Drachenfrau des Salzwassers. In jenen Tagen vor aller Zeit begann sie in einem wahren Schöpfungsrausch Nachkommen zu produzieren: Ungeheuer, Stürme und Vierfüßler, wie es sie heute nur noch in Alpträumen gibt.
Schließlich kamen auch die Götter aus dem Schoß von Tiamat hervor. Sie richteten sich eine Wohnstatt in einem anderen Teil des Universums ein, waren aber ein wilder Haufe, dessen Lärmen Apsu störte. Er wandte sich an Tiamat mit dem Ansinnen, die Störenfriede, die sie da hervorgebracht habe, wieder verschwinden zu lassen. Die Mutter weigerte sich empört.
Doch die Götter erfuhren von diesem Gespräch und töteten Apsu, der ihnen ans Leben wollte. Nun war Tiamats Zorn entfacht, denn der Ermordete war ihr Liebhaber gewesen, und zusammen mit Kingu, ihrem Erstgeborenen, griff sie die Götter an. Sie begannen eine Schlacht, über deren Ausgang es verschiedene Versionen gibt. Einmal heißt es, daß Marduk, der stärkste unter den Göttern, von Tiamat in Gestalt eines fürchterlichen Drachens, gar identisch mit → Leviathan, verschlungen worden sein soll. Dann wieder trägt Marduk den Sieg davon, indem er dieses Ungeheuer tötet, in zwei Hälften teilt und daraus Himmel und Erde bildet. Und schließlich gibt es den Mythos, daß diese Schlacht noch längst nicht entschieden ist, sondern vielmehr jedes Jahr von neuem stattfindet.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.269