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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Schiwa
Schiwa (Shiva ~ der Freundliche, Gütige) ist eine indische Gottheit, die bis in die vorarische Induskultur zurückreicht und schon früh Züge des vedischen Rudra annahm. Zusammen mit Brahma und Wischnu bildet er eine Trimurti. Zahlreiche Götter verschiedener Kulturkreise verschmolzen mit Schiwa und schlugen sich in seinen einzelnen Aspekten (murtis) nieder. In dunklem, zerstörerischem Aspekt zeigt er sich als Ugra (~ der Gewaltige), Mahakala (~ der Tod) und Hara (~ der Zerstörer); in friedfertigem als Mahajogin (~ der grosse Jogin), Nataradscha (~ König des Tanzes) und Samkara (~ der Wohltätige). Als Ardhanarischwara wiederum vereint er männliche und weibliche Wesenszüge; seine linke Körperhälfte gilt als weiblich und wird auf Darstellungen durch hervorgehobene Brust und einen Spiegel als Attribut gekennzeichnet. In Südindien trägt er den Beinamen Naga-bhusana (~ der Schlangen als Schmuck trägt). Zudem ist Schiwa der Hochgott der Zeugung, der als Paschupati im Linga(m ~ Penis) symbolisiert und angebetet wird; dabei gehört der Stier Nandin zu ihm. Seine Schakti wirkt in seiner Gemahlin Durga, episch auch Parwati geheissen. Bei seinen Anhängern gilt Schiwa als Mahadewa (~ Hochgott), Sinnbild der schöpferischen sowie zerstörerischen Kräfte des Alls. Als Isha oder Ishana ist er Hüter der nordöstlichen Weltgegend. Auf Sri Lanka (Ceylon) wird er unter dem Namen Ischwara verehrt; in anderen Gegenden Indiens trägt er als Urgrund des Kosmos wie des Selbst den Beinamen Parameschwara (~ der alles übersteigende Gebieter).
ABGEBILDET ist er je nach Aspektierung als Tanzender oder Thronender mit einem Fell bekleidet oder nackt und mit Asche beschmiert und mit einem Kranz von Totenschädeln geschmückt. In Südindien trägt sein Bild eine Axt und eine Gazelle, während sich um seinen linken Arm eine Schlange windet; die vordere Rechte zeigt die abhaja-mudra (Gewährung von Schutz).
Seine ATTRIBUTE sind vor allem das dritte Auge, der Dreizack (trischnula) und die Mondsichel.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.199ff
maha mritjundschaja mantra
AUM trjambakam jedschamahe
sugandhim puschti wardhanam
urwaarukamiwa bandhanaan
mritjor makschija maamritaat
[AMEN. Den Dreiäugigen (Schiwa als Bezwinger des Todes) verehren wir,/den duftend alle Wesen nährenden:/dem Tod entreiss' Er uns zur Unsterblichkeit,/wie eine reife Gurke von der Pflanze fällt.]
aus dem «Rig Veda»