zum IMPRESSUM
Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Saraswati
Saraswati (Sarasvati), zunächst eine altindische Flussgöttin, deren Strom gegen 1900a ausgetrocknet war, wird in den «Brahmanas» mit der Rede als solcher identifiziert, dann als Göttin der Beredsamkeit und Weisheit mit Wak gleichgesetzt, bei den Hindus als Wagdewi (Göttin der Sprache) verehrt. Geschöpf und Gemahlin Brahmas, wird sie als Mutter der «Veden» bezeichnet. Im Buddhismus gibt es verschiedene Formen, etwa die eingesichtige und zweiarmige Mahasarasvati gleich einem zwölfjährigen Mädchen oder die dreigesichtige und sechsarmige Vajrasarasvati gleich einem sechzehnjährigen Mädchen.
ABGEBILDET ist sie oft auf einem Schwan (seltener auf einem Pfau) reitend oder auf einer Lotosblüte sitzend.
Ihre ATTRIBUTE sind der Mond als Kissen über einem weissen Lotos (Mahasaraswati) oder Sägemesser, Lotos und Schwert (Wadschrasaraswati).
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und »Die Drei« 9/2013; S.13
Sarasvati, Vak Wie jeder Hindugott eine → Shakti, eine belebende weibliche Kraft, brauchte, um seine Aufgabe erfüllen zu können, so benötigte ihr Gemahl, der Schöpfer Brahma, um die Welt erschaffen zu können, Sarasvati oder Vak. Sie ist nicht nur die Wassergöttin, ein Teil jener Dreifaltigkeit, die auch → Ganga und → Yamuna umfaßt, sondern auch die Göttin der Beredsamkeit, die hervorquillt wie ein über die Ufer tretender Fluß.
Als Erfinderin aller Künste und Wissenschaften, Herrin des intellektuellen Strebens stellt Sarasvati das Urbild des weiblichen Künstlers dar. Sie erfand die Schrift, damit die Lieder, zu denen sie inspirierte, aufgezeichnet werden konnten; sie schuf die Musik, damit die Eleganz ihres Wesens gerühmt werden konnte. Zuvor hatte sie bereits die Sprache Sanskrit kreiert, weshalb man auch sagt, daß alle religiösen Schriften des Hinduismus auf Sarasvati zurückgehen.
Manchmal heißt es, sie sei eine Rivalin von → Lakshmi, der Göttin des materiellen Wohlstands. Wer die Gunst der einen Göttin besitzt, von dem werde sich die andere abwenden, so daß kein Mensch mit beidem gesegnet wird, sowohl mit dem Genius von Sarasvati, als auch mit den Reichtümern von Lakshmi.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.243f