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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Pradschapati
Pradschapati (Prajâpati ~ Herr der Geschöpfe) lautet im «Rigveda» der Name des Weltschöpfers. Das «Atharvaveda» nennt ihn Schöpfer von Himmel und Erde. Die Welt entstand als Emanation aus seinem unerschöpflichen Wesen; einem der Texte zufolge ging er „mit allen Wesen schwanger”. Brahman und atman sind in ihm wesensgleich. Seine Zeugungsfunktion deutet das «Mahabharata» an, indem es ihn als Schirmherr des Geschlechtsorgans anspricht. Verschiedentlich tritt er an Warunas Stelle, dessen Tier, die Schildkröte, eine Erscheinungsform Pradschapatis sein mag. Durch Errichtung des Feueraltars (agnicayana) wird der kosmische Leib des Gottes wieder hergestellt; der am Altar Opfernde identifiziert sich mit Gott in der Hoffnung, nach dem Tod in die Seinsweise des Nicht-Todes einzugehen. Der Hinduismus versteht Pradschapati als Name Brahmas.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.214ff