zum IMPRESSUM
Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Osiris
Osiris (in konsonant. Schreibweise WSJR; koptisch Usire) galt den Altägyptern als Sohn von Nut und Geb. Der Mythos erzählt, wie der gerechte und strenge König von seinem Bruder Seth ermordet und zerstückelt worden sei, seine Schwester Isis, die „grosse Zauberin”, die vierzehn Leichenteile jedoch gesucht , gesammelt und so wiederbelebt habe, dass sie davon Horus empfangen konnte; dieser habe dann sein königliches Erbe angetreten, während sein von ihm erweckter Vater das Totenreich als Richter regiere und aus der Erde die Pflanzen wachsen liesse. Die Titel „Grosser Grüner” und „Herr des Weines” in Pyramidentexten lassen ebenfalls auf einen Vegetationsgott schliessen. Wennofer (~ ewig gutes Wesen) wurde er auch genannt. Der Fruchtbarkeitsaspekt zeigt sich auch in der Verbindung mit dem Wasser des Nils und dem Apiskult. Kosmisch steht Osiris für die Mitternachtssonne, und die Mondphasen wurden als Zeichen seines Sterbens und Wiederauflebens geschaut. In Unterägypten, wo er dem Gaugott Anezti gleichgesetzt wurde und Züge eines Königsgottes annahm, war Busiris (Dedu) sein Kultort, in Oberägypten, wo er mit dem Totengott Chontamenti verschmolz, Abydos.
Der Sargtext 330 drückt es um 2000v so aus: „Ob ich lebe oder sterbe, ich bin Osiris. Ich durchdringe dich, und durch dich erscheine ich wieder; ich vergehe in dir, und ich wachse in dir ... Die Götter leben in mir, weil ich im sie nährenden Getreide lebe und wachse. Ich bedecke die Erde. Ob ich lebe oder sterbe, ich bin die Gerste, mich zerstört keines. Hüter der Ma'at (~ Ordnung) bin ich geworden, die ich durchdrungen habe; aus ihr tauche ich empor [a] ...”
Seine ATTRIBUTE sind heka (Krummstab) und nechech (Geissel)) sowie die Atefkrone (eine ursprünglich aus Rohrhalmen geflochtene, von Straussenfedern umrahmte konische Haube, welche meist auf Widderhörner gesetzt ist).
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.95ff
a] vgl. „Ordinem Restauro In Orbe Novo