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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Maat
Maat (Ma'at) personifizierte bei den alten Ägyptern die Weltordnung. Die Tochter des Weltschöpfers und damit ersten Königs hütet Wahrheit wie Gesetzmässigkeit und daraus das Recht. Sie erscheint (khay ~ leuchten) als welterhaltende Kraft (vgl. Schakti), welche allem innewohnt. Die himmlische Ordnung entspricht der natürlichen und der sozialen; sogar die Götter „leben von Maat”, wie ein Sargtext lautet. Der Pharao, Nachfolger des Schöpfers, galt als „Geliebter der Ma'at, der dank seinen Gesetzen in ihr lebt”. Richterliche Untersuchungen fanden möglichst an Kultstätten der Göttin statt, wo die Richter ihre Priester waren. Und der verstorbene Mensch beschwört die 42 Totenrichter ua.: „Ihr werdet sagen, dass ma'at mir zukommt im Angesicht des Weltenherrschers, denn ich habe ma'at im kemet (~ schwarzen Land, in Ägypten) geübt.”
ABGEBILDET ist sie mit einer Straussenfeder auf ihrem Haupt.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.92f+110f
Maat Die ägyptische Göttin der Wahrheit hatte ihren Platz in Gestalt einer Straußenfeder in der zweiten Schale der Waage der Gerechtigkeit, mit der die Herzen der Verstorbenen gewogen wurden. Waren die Waagschalen ausbalanciert, sprach der Richtergott Osiris: «Da das Herz des Dahingeschiedenen leicht war, laßt ihn gehen, auf daß er sich nach eigenem Willen unter die Götter und die Geister der Toten mische.» Schlimm stand es um die Seele, wenn die Waagschalen nicht ausgeglichen waren, denn wenn das Herz schwer von Bösem war, wurde der Tote sofort von der Göttin → Ahemait gefressen.
Manchmal spaltete sich Maat in zwei identische Göttinnen auf; sie hatte aber keine Tempel, sondern wurde im Einklang der Wahrheit mit der Gerechtigkeit verehrt, wo immer man diesen erkannte.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.175