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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Indra
Indra A (~ Gewaltiger, Mächtiger) ist der Hauptgott der vedischen Zeit, welcher seine kosmischen Eltern getrennt hat, um Himmel und Erde zu ermöglichen. Rund 250 Hymnen preisen im «Rigveda» sein überquellendes Leben. Als himmlischer Kriegsheld führt er die wadschra (~ Blitz, eine vier- oder hundertkantige Wurfkeule). Dieser Writrahan (~ Drachentöter) befreit die von Writra zurückgehaltenen Wasser und spendet damit den Regen, obschon seine brüllenden Unwetter gefürchtet sind. Von rötlicher oder goldener Farbe reitet er oder wird von Rössern im Wagen gezogen. Im Hinduismus erscheint Indra dann weiss, in Rot gekleidet auf dem aus der Quirlung des Milchozeans hervorgegangenen Elefanten reitend. Er beherrscht den Osten. Seine Gemahlin (Schakti) ist Indrani, begleitet wird er von den Maruts.
Im Dschinismus bezeichnet Indra die höchste Rangstufe in der Götterhierarchie, wobei jede Götterkaste ihren eigenen Indra hat. Dem Buddhismus gilt er als Herr des Reichs der „dreiunddreißig Götter” im zweituntersten Himmel der Sinneswelt.
Indra B wurde von den Altiranern als daeva (Dämon) verteufelt, der als Gegner der Wahrheit Streit unter die Männer bringe.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.193ff
Dieser selben Wesenheit verdankt der Mensch noch manches andere. Darum kann er sagen: «Dir, Gott Indra, dem ich verdanke die Möglichkeit zu atmen, Dir kann ich auch verdanken die Kraft, die zum Beispiel durch meine Muskeln strömen soll, wenn ich meine Feinde im Kriege besiegen soll.» [...] Dieser selben Wesenheit, für die wir gar keinen Namen brauchen, wenn wir nur wissen, daß sie da ist, ist es auch zuzuschreiben, daß der Blitz durch die Wolken zuckt, und der Donner rollt, und daß die segnenden Wirkungen entstehen, welche die Gewittererscheinungen begleiten.
München, 26.Aug.1909/JU
aus «GA 113»; S.87f