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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Ganga
Ganga (nach griech. Vorbild auch masc.: Ganges) ist eine indische Flussgöttin. Die Ganga entspringt einem Fuss Wischnus und verfliesst schliesslich in den Mond-, dann Sternenkreis.
ABGEBILDET ist sie zwei- oder vierarmig.
Ihre ATTRIBUTE sind in der Linken eine Lotosblüte, in der Rechten ein Wassergefäss.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
Ganga Die hinduistische Mutter der Flüsse lebte einst im Himmel mit ihrer Schwester → Uma. Als Meeresdämonen die Erde zu verwüsten drohten, verschlang die weise Agastya den Ozean, in dem sie sich versteckten.
Agastya wurde so zwar die bösen Geister los, aber die Erde blieb öde und trocken zurück, denn die Hitze im Bauch der weisen Frau war so stark, daß alles Wasser auf der Stelle verdunstete.
Um der Gebete ihres Volkes willen, warf sich die Wassergöttin Ganga selbst auf die Erde. Gangas Macht hätte die Welt wegspülen können, aber der große Gott Shiva bot der Sintflut die Stirn und rettete so die Erde. Von nun an floß die Göttin, verkörpert im heiligen Fluß Ganges, durch Indien.
Manche sagen, daß Ganga aber gleichzeitig im Himmel blieb als der himmlische Fluß, den wir Milchstraße nennen. Ein anderer Teil des Ganges floß unter der Erde. Der Zusammenfluß der drei Ganges-Arme in Benares (heute Varanasi) wurde als Gangas heiligster Ort angesehen. Dort wuschen sich die Hindus täglich in den reinigenden Wassern. Einmal im Jahr reisten - und reisen noch heute - Pilger dorthin, um von Gangas Versprechen Gebrauch zu machen, zehn Sünden aus jedem der letzten zehn Leben des Badenden wegzuwaschen. Und viele gläubige Hindus möchten in Ganga untergetaucht sterben; denn die Göttin ist der Fluß Ganges, und er oder sie gewährt dem Ertrunkenen die sofortige Befreiung von Strafe und Wiedergeburt.
Ganga, eine der größten Göttinnen der Hindus, erscheint oft zusammen mit anderen mächtigen Gottheiten: mit Uma zusammen als Paar; als Dreiheit mit den anderen Flußgöttinnen → Sarasvati und → Yamuna; als fünffältige Gruppe mit Sarasvati, → Lakshmi, → Durga und → Savitri. Sie alle sind Aspekte von → Devi («Göttin») und → Prakriti («Erde»). Ihre Rolle in jeder dieser Gruppierungen ist die einer Spenderin von Gesundheit, Glück, Fruchtbarkeit und Wohlstand.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.105