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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Ereschkigal
Ereschkigal, Gemahlin Nergals, ist die sumerisch-akkadische Unterweltsgöttin. Einer ihrer Beinamen lautet „grosse Erde”. Ihr Reich kann nur von allem entblösst betreten werden. Auf wen sie ihr steinernes Auge richtet, ist der Unterwelt verfallen. Als Schwester der in himmlischen Höhen wohnenden Innana/Ischtar ist sie deren unterirdische Gegenspielerin. Ihr Sohn heisst Ninazu.
aus «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.69f
Ereshkigal, Ereshkegal Nach der Mythologie der Sumerer schlief in der Unterwelt, in einem Palast aus Lapislazuli, eine riesige schwarzhaarige nackte Frau, die die ebenfalls nackten Toten in sich aufnahm. Diese Göttin, Ereshkigal, war eine andere Form der Erdmutter, die im östlichen Mittelmeerraum bekannt war unter zahllosen Namen wie z.B. → Inanna, → Ishtar, → Mami.
Ursprünglich regierte Ereshkigal die Wildnis am Ende der Welt, die von Regenbogen-Gärten umgeben war, ganz allein. Aber dann drang der gewalttätige Gott Nergal in ihr Reich ein. Ereshkigal wollte Frieden. Also schlief sie mit Nergal, und dabei vermittelte sie ihm einen Teil ihrer Weisheit, wodurch er eine gewisse Ebenbürtigkeit mit ihr erlangte. Dies wiederum führte dazu, daß sie von nun an ihren Thron mit ihm teilte. Sie herrschten zusammen über Kigalla («Totes Land» oder - vermutlich richtiger - «Land der Toten»), wobei sie im «Haus des Staubes» wohnten.
In der Kunst des Alten Orients wurde Ereshkigal als löwenköpfige Frau dargestellt, die Löwenjunge säugt, oder sie kniet auf dem Pferd des Todes, das in einem Boot steht, und überquert den Grenzfluß zwischen ihrer und unserer Welt, um nach den Opfergaben zu spähen, die die Lebenden an seinen Ufern niedergelegt haben.
aus «Lexikon der Göttinnen»; S.89