zum IMPRESSUM
Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Baal
Baal (akkad. bēl(um), ugarit. ba'l(um), בעל ~ Eigentümer, Herr) diente in Altsyrien zur Benennung mehrerer Gottheiten, die mit Natur, Fruchtbarkeit und Wetter zusammenhingen. Verschiedene Lokalgötter wurden durch Beifügung des Ortsnamens bestimmt, beispielsweise Baal-Sidon oder Baal-Libanon; der Baal von Tyrus wurde als Melqart bekannt. In Ugarit wurde die Anrufung „Ba'al” zum Eigennamen des Gottes als „Herr” schlechthin, dem das Epitheton alijan (~ Mächtiger) zukommt. Als die Erde fruchtbarmachende Gottheit hat er den Getreidegott Dagan zum Vater. Genealogisch wird allerdings El als Vater angegeben, welchen er einem unklaren Text zufolge entmannt und vom Thron auf dem Berg Sapân „in die Quellen der Flüsse und Spalten der Abgründe” gestossen habe. In komplexer Gestalt wurde er mit dem Wettergott zu Baal-Hadad verbunden und zeigt schliesslich Züge eines sterbenden und wiederauferstehenden Gottes wie der altmesopotamische Tammuz (Dumuzi). Epische Texte rühmen sein Königtum, seine Jagden und seine Kämpfe gegen Jamm (Gott des Meeres) und Mot (Gott des Todes), seinen Abstieg in die Unterwelt und seine Wiederkehr. Um 1700v drang mit den Hyksos sein Kult nach Ägypten, wo er später mit Seth in eins fiel.
ABGEBILDET ist er mit Keule und Blitz in seinen Händen, auf dem Haupt eine behornte Mütze.
Baal lautet weiters im christlichen Spätmittelalter der Name eines Höllenfürsten mit drei Köpfen, dem einer Katze, einer Kröte und eines Menschen. Sein Reich liegt im Osten.
Baal-Addir (~ mächtiger Baal) ist Stadtgott des phönikischen Byblos. Später wurde er auch im punischen (karthagischen) Afrika verehrt. Umstritten bleibt, ob er als Fruchtbarkeits- und/oder Unterweltsgott angesehen wurde. Angehörige nordafrikanischer Legionen setzten ihn mit Iupiter Valens gleich.
Baalat(h) (~ Herrin) ist die Gemahlin des syrisch-kanaanäischen Baal, die teilweise mit anderen Fruchtbarkeitsgöttinnen wie Aschtarte verschmolz. Am bekanntesten ist die von Byblos (Baalat Gebal), welche seit 3000v nachweisbar ist.
Baal-Biq'ah (~ Herr der Ebene, zwischen Libanon und Antilibanon ist eine Wettergottheit, nach der die Stadt Baalbek benannt worden war. In hellenistischer Zeit wuchs sie sich zum Himmels- bzw. Sonnengott aus und wurde mit Zeús identifiziert, in römischer Zeit mit Iupiter Heliopolitanus, da Baalbek nun den Namen Heliopolis trug.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Geschichte der religiösen Ideen Bd.1»; S.146ff