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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Aion
Aión, Äon (αιών, lat. æon ~ Lebensdauer, Zeitraum; eigentl. Dauer) bezeichnet einerseits ein Weltalter, andrerseits eine mit den Mithrasmysterien verbundene Gottheit. Unter dem Begriff Zervan erweist sich diese Vorstellung von altpersischem Ursprung, wo jener Bildner der Zeit als Urgott galt (wie später im Manichäismus). Bei den Griechen ging das/der A. in die Gestalt des Krónos ein, der danach spekulativ mit dem ähnlich klingenden Chrónos gleichgesetzt wurde. Der in hellenistischer Zeit sich ausbreitende Synkretismus, insbesondere in seiner gnostischen Strömung, erblickte im A. den räumlichen wie zeitlichen Aspekt des kosmischen Schreckens, personifiziert in ganzen Kategorien von göttlichen oder dämonischen Wesen, Beherrscher des riesigen Reichs der Finsternis. Im römischen Kulturraum sind beide Aspekte auch als sæculum (~ Zeitalter) zu finden. Die spätere Gleichsetzung von „Äonen” mit „Welten” regte immer wieder das Bilderspiel mythischer Phantasie an.
ABGEBILDET ist er als reifer, bärtiger und bekleideter Mann. Bei der im Weltenei stehenden, schlangenumwundenen Gestalt mit Menschenkopf auf dem Relief zu Modena mag es sich um Mithras als jugendlicher Zeitgott handeln.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
und «Gnosis»; S.81f